Bleiben Sie souverän: Schwierige Elterngespräche sicher führen


31.01.2018

Immer wieder gibt es Elterngespräche, die eine besondere Herausforderung für Sie als Erzieher darstellen. Ihre Pflicht ist es, mit den Eltern auch unbehagliche Inhalte professionell und fachlich gut aufbereitet zu besprechen. Gerade in solchen Gesprächen ist es besonders wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und professionell durch das Gespräch zu führen. Lesen Sie hier, wie Ihnen das gelingt.

 

 

Rhetorische Fragen sorgen für ein professionelles Gespräch

Rüsten Sie sich für die Gesprächsführung, indem Sie sich zukünftig noch gezielter anhand dieser Grundsätze auf Ihr Elterngespräch vorbereiten. Achten Sie darauf, dass Ihnen keine Fehler in der Gesprächsführung unterlaufen.

Nutzen Sie besser rhetorisch geschickte Fragen und Formulierungen, um die Sichtweise der Eltern zu erfragen. Einen Katalog solcher Fragen sehen Sie in diesem Beitrag.

Zeigen Sie Verständnis

Zeigen Sie den Eltern im Gespräch immer wieder, dass Sie sie ernst nehmen. Nehmen Sie Bedenken und Gefühle der Eltern ernst, denn Respekt und Wertschätzung sind die Basis einer erfolgreichen Elternberatung.

Mit Fragen das Gespräch gezielt leiten

Lassen Sie sich beim schwierigen Elterngespräch die Gesprächsführung nicht aus der Hand nehmen. Dafür gibt es einen einfachen Trick! Wer fragt, hat die Gesprächsführung in der Hand, denn er steuert durch Fragen den weiteren Gesprächsverlauf.

  • „Sie als Eltern kennen Ihr Kind am besten: Glauben Sie, dass meine Idee erfolgreich sein könnte?“
    • „Wie können wir Ihrem Kind helfen?“
  • „Welche Ideen haben Sie?“
  • „Wie reagiert Ihr Kind auf diese Maßnahme?“
  • „Was mag Ihr Kind besonders gern?“

Nutzen Sie eine gezielte Fragetechnik

Stellen Sie den Eltern nur wenige Fragen, auf die sie mit „Ja“ oder „Nein“ antworten können. Besser sind sogenannte W-Fragen, die die Eltern zu einer genauen Antwort und zur Positionierung veranlassen.
Stellen Sie Was-, Wann-, Warum- und Wie-Fragen. Fassen Sie die Antworten der Eltern immer wieder zusammen. Dieses Vorgehen spiegelt den Eltern ihre eigenen Aussagen, und es beugt Missverständnissen vor. Sagen Sie:

  • „… ich habe Folgendes verstanden …“
  • „Ist es richtig, dass …?“
  • „Ich habe gerade herausgehört, dass …“
  • „Ich fasse einmal mit meinen eigenen Worten zusammen, …“

Streben Sie eine passgenaue Lösung an

Gemeinsam mit den Eltern sollten Sie versuchen, Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, um das Defizit des Kindes in den Griff zu bekommen. Überlegen Sie, welchen Part die Eltern übernehmen und worum sich die Kita kümmern kann.

Manchmal sind Unterstützungsleistungen wie z. B. ärztliche Hilfe, therapeutische Unterstützung, Erziehungsberatung oder das Hinzuziehen sozialer Fachdienste nötig, um ans Ziel zu kommen. Bahnen Sie diese Unterstützung sensibel an.

Fazit

Elterngespräche, die für Sie eine Herausforderung darstellen, müssen nicht länger ein Schreckgespenst für Sie und Ihre Mitarbeiter sein.

Eine professionelle Gesprächsführung bringt Sie ans Ziel und sichert Ihnen und den Eltern gleichzeitig einen souveränen und besonders zielgerichteten Gesprächsverlauf.


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