Hilfe, die Elternbeirats-Wahl in der Kita steht an


15.02.2017

1. Frage: Müssen wir Wahlen zur Elternvertretung durchführen?

Antwort: Ja. Alle Kita-Gesetze schreiben vor, dass in Kitas eine Elternvertretung gewählt wird. Sie als Kita müssen daher diese Wahl ermöglichen und vorbereiten.

2. Frage: Was passiert, wenn niemand bereit ist, sich in der Elternvertretung zu engagieren?

Antwort: Das ist gesetzlich nicht vorgesehen. Im Grundsatz bleibt die alte Elternvertretung so lange kommissarisch im Amt, bis eine neue gewählt wird. Damit Sie gar nicht erst in die unangenehme Situation kommen, dass sich niemand zur Wahl stellt, sollten Sie vor der Wahl aktiv die Werbetrommel für die Elternvertretung rühren und gezielt Eltern ansprechen, mit denen Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen können. Hilfreich ist es auch, wenn Sie den Eltern deutlich machen, was bei einer Wahl auf sie zukommt und dass sich der Zeitaufwand für das Engagement doch in Grenzen hält und in der Regel sehr überschaubar ist.

 

 

3. Frage: Wer wählt die Elternvertretung?

Antwort: Die Elternvertretung wird von der Elternversammlung gewählt. Zur Elternversammlung zählen alle Eltern, deren Kind oder Kinder in Ihrer Kita betreut werden.

4. Frage: Wie viele Elternvertreter werden pro Gruppe gewählt?

Antwort: In der Regel werden für jede Gruppe 2 Elternvertreter gewählt. Diese Vertreter werden dann nur von den Eltern der jeweiligen Gruppe gewählt. Die vorgeschlagenen Eltern dürfen sich auch selbst wählen. Gibt es in einer Gruppe nicht genügend Kandidaten, können Sie den „freien Platz“ mit Anwärtern aus einer anderen Gruppe besetzen. Ansonsten bleibt die Position unbesetzt.

5. Frage: Wer ist bei den Wahlen zur Elternvertretung wahlberechtigt?

Antwort: Wahlberechtigt sind die Erziehungsberechtigten des in Ihrer Kita betreuten Kindes. Voraussetzung ist, dass die Eltern das gemeinsame Sorgerecht haben. Hat nur ein Elternteil das Sorgerecht, ist auch nur dieser Elternteil wahlberechtigt. Gleiches gilt für die Wählbarkeit in den Elternbeirat.

6. Frage: Wie viele Stimmen haben die Eltern, wenn sie gemeinsam zur Versammlung kommen?

Antwort: Die Eltern haben pro Kind, das in Ihrer Kita betreut wird, eine Stimme. Das heißt konkret: Kommen die Eltern gemeinsam zur Elternversammlung und haben sie 1 Kind, das in Ihrer Einrichtung betreut wird, haben die Eltern 1 Stimme. Haben die Eltern hingegen 2 Kinder in der Kita, so haben sie für beide Kinder eine Stimme.

7. Frage: Können wir per Handzeichen wählen?

Antwort: Nein. Denn es handelt sich hierbei um Personenwahlen und diese erfolgen grundsätzlich geheim, d. h. mit Stimmzetteln. Sie sollten daher auch bei der Wahl des Elternbeirats Stimmzettel benutzen und genügend Zettel vorbereiten. Das kostet zwar ein wenig Zeit, gewährleistet aber, dass Sie ehrliche Ergebnisse bekommen. Denn der Gruppendruck, der bei Abstimmungen per Handzeichen ausgeübt wird, ist nicht zu unterschätzen. Wollen Sie dennoch per Akklamation wählen, ist dies nur möglich, wenn niemand diesem Vorgehen widerspricht. Eine Wahl per Akklamation ist immer dann sinnvoll, wenn es nur einen Bewerber gibt und offenkundig nicht mit Gegenstimmen zu rechnen ist.

8. Frage: Können auch Eltern gewählt werden, die an der Wahlversammlung nicht teilnehmen können?

Antwort: Wenn Eltern an der Elternversammlung nicht teilnehmen können, Ihnen aber schon im Vorfeld signalisieren, dass sie sich gern engagieren möchten, können sie auch in Abwesenheit gewählt werden.

Tipp für Ihre Praxis
Achten Sie unbedingt darauf, dass abwesende Eltern Ihnen vorher schriftlich bestätigen, dass sie für den Fall ihrer Wahl in den Elternbeirat diese Wahl annehmen. Fehlt eine solche Erklärung, sollten Sie vorsichtig sein. Denn wenn Sie Eltern in Abwesenheit in den Elternbeirat wählen und diese dann die Wahl nicht annehmen, müssen die Wahlen wiederholt werden.

9. Frage: Kann ich den Elternbeirat auflösen, wenn die Zusammenarbeit nicht funktioniert?

Antwort: Nein. Sie können nur die Grenzen der Handlungsmöglichkeiten des Elternbeirats klar festlegen und sich darum bemühen, dass die nächste Elternvertretung mit konstruktiveren Eltern besetzt ist.

UNSER RAT:
Sie als Leitung müssen mit der Elternvertretung eng zusammenarbeiten, und ein Jahr kann sehr lang werden, wenn das nicht funktioniert. Sie sollten daher Einfluss auf die Besetzung der Vertretung nehmen und gezielt Eltern ansprechen, die Sie für geeignet halten.

 

 

Share Button

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Kinderessen: So helfen Sie Eltern aus Suppenkasper-Falle

30. März 2018

Beim Thema „Kinderessen“ kann so einiges schief laufen, vor allem, wenn das Kind nicht essen will. „Mein Kind isst nichts Rotes, das kann ich Ihnen gleich sagen.“ „Unsere Tochter will immer nur das Gleiche...

Mit diesen 5 Tipps beraten Sie Eltern bei Problemen im Essverhalten der Kinder.

Ein Oster-Bastelabend mit allen Eltern

16. März 2018

Um die soziale Gemeinschaft der Eltern zu fördern, nehmen Sie das Osterfest zum Anlass für einen gemeinsamen Bastelabend. Beziehen Sie in die Vorbereitungen auch den Elternbeirat mit ein, da er meist besser über die Wünsche...

Mehr erfahren

Eltern bezahlen ihre Beiträge nicht – so können Sie handeln

10. Mai 2017

Kennen Sie das auch? Eltern, die ihr Zahlungsversprechen nicht einhalten und Ihnen die Erziehungsbeiträge oder die Kosten für das Mittagessen nicht oder nicht in voller Höhe bezahlen. Säumige Elternbeiträge,...

5 Schritte, was Sie in diesem Fall tun können


Nein, Danke

Mecker-, Motz- und Schimpfeltern in der Kita?

Wir zeigen Ihnen wie Sie Kita-Eltern-Partnerschaft harmonisch gestalten können.

Jetzt kostenlos testen

© 2017 PRO Verlag, Bonn