Qualitätsstandards rund um das Mittagessen in Ihrer Krippe


02.06.2017

Die Ernährung hat in der Kinderkrippe einen besonders hohen Stellenwert. Das Essen trägt bei den Kleinkindern zum gesundheitlichen, seelischen und sozialen Wohlbefinden bei. Lesen Sie hier, wie ein optimales Speisenangebot in jeder Kinderkrippe aussieht.

 

Standard 1: Gliedernde Tagesstruktur

Das Mittagessen teilt den Tag in 2 Hälften. Vor dem Essen werden die Kinder gewickelt und nach der Mahlzeit dürfen sie ihre wohlverdiente Ruhe- oder Schlafphase antreten. Eine solche Tagesstruktur gibt schon sehr jungen Krippenkindern Orientierung und Sicherheit. Das Mittagessen sollte am besten gegen 11:30 Uhr stattfinden. Alle Krippenkinder nehmen dabei gemeinsam die Mittagsmahlzeit ein. Für die Dauer des Mittagessens in der Krippe sollten Sie mindestens 45 Minuten einplanen.

Standard 2: Gemütlichkeit

Bieten Sie das Mittagessen in einer ruhigen Atmosphäre ohne Zeitdruck und Hetze an. Dann lernen Kinder die Essenssituation als etwas Gemütliches kennen und sie werden sich bald schon auf das Mittagessen freuen. Für junge Kinder sind gleichbleibende Rituale wie ein Gong oder ein gemeinsames Tischgebet wichtig, um den Beginn der Mahlzeit anzuzeigen. Ein schön gedeckter Tisch, z. B. mit selbst hergestellten Platzdeckchen und Servietten, eine entspannte und ruhige Atmosphäre, anregende Tischgespräche und ausreichend Zeit tragen dazu bei, dass die Mahlzeiten den Kindern als positive Erfahrung im Gedächtnis bleiben.

Tipp für Ihre Praxis: Das Essen sollte für jedes Kind immer freiwillig sein. Zwingen Sie kein Kind zum Essen. Auch wenn Kinder anfangs nichts oder nur sehr kleine Portionen essen, sollten Sie die Geduld nicht verlieren. Versuchen Sie immer wieder, das Kind durch aufmerksame Zuwendung und positive Mimik zum Probieren zu ermuntern. Beruhigen Sie auch die Eltern. Nach einiger Zeit wird jedes Kind etwas mehr essen. Vertrauen Sie auf die Gefühle „Hunger“ und „Sättigung“ beim Kind.

Standard 3: Optimale Zusammensetzung

Reichen Sie zum Mittagessen Gemüse. Als Beilage eignen sich Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Optimal ist es, wenn Sie nicht mehr als 2-mal pro Woche Fleisch anbieten. Magere Sorten Geflügel-, Schweine- oder zartes Rindfleisch sind besonders geeignet. Offerieren Sie den Kindern zu jeder Mahlzeit ein Getränk. Für Kleinkinder sind besonders ungesüßte Früchte- oder Kräutertees oder stilles Mineralwasser empfehlenswert.

Entgegen früherer Annahmen wird heute empfohlen, bereits Kindern ab einem Jahr einmal pro Woche eine kleine Portion Seefisch anzubieten. Dieser gilt wegen seines hohen Jodgehaltes als gesundheitsfördernd. Die Übersicht auf dieser Seite zeigt Ihnen Lebensmittel, die für Kleinkinder ratsam sind.

Übersicht: Lebensmittel, die für das Mittagessen der Krippenkinder besonders geeignet sind

Nitratarme und leicht verdauliche Gemüsesorten: Möhren, Zucchini, Blumenkohl, Kohlrabi, Kürbis, Brokkoli, Pastinaken
Häufigkeit: 3-mal wöchentlich bis hin zu täglich

Nudeln: ideal sind Vollkornprodukte, die einmal wöchentlich die Kartoffeln ersetzen.
Häufigkeit: Als Beilage mehrmals wöchentlich geeignet

Kartoffeln: frisch zubereitet haben sie einen höheren Nährstoffgehalt als Nudeln und Reis.
Häufigkeit: Als Beilage mehrmals wöchentlich geeignet

Fleisch (regional vermarktet): Mageres Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Geflügel
Häufigkeit: 2-mal wöchentlich

Fisch (jodreich und grätenfrei): Seelachs, Kabeljau, Scholle und Schellfisch oder Lachs.
Häufigkeit: 1-mal wöchentlich

Obstsorten (regional und frisch): Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Bananen, Mango
Häufigkeit: Zwischenmahlzeit

Getreide (Flocken): Hafer-, Reis-, Dinkelflocken Bevorzugen Sie Vollkornflocken.
Häufigkeit: Eignet sich als Zwischenmahlzeit

Getränke: stilles Mineralwasser, Anis-, Fenchel-, Früchtetee (ungesüßt; ein Teebeutel auf 1 Liter Wasser)
Häufigkeit: Ganztägig zur freien Verfügung

Fazit

Das Essen in der Kinderkrippe ist täglich ein großes Ereignis für die Kinder. Helfen Sie mit den geeigneten Qualitätsstandards mit, dass das Essen auf einem sehr hohen Level bleibt.


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