Projektarbeit mit Schulkindern – schnell und einfach umsetzen


29.11.2017
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Schulkinder in Ihrer Kita oder in Ihrem Kinderhort lassen sich besonders gut für Projekte begeistern. Lesen Sie hier, wie die Projektarbeit mit Schulkindern garantiert gelingt und wie sie sie langfristig für verschiedene Projekte motivieren.

Lernen auf hohem Niveau

In der Regel ist es nicht nötig, die Kinder für die Projektarbeit zu motivieren. Anders als einzelne Angebote lockt ein Projekt die interessierten Schulkinder oft von selbst. Ganz im Gegensatz zum schulischen Lernen bestimmen die Schulkinder beim Projekt selbst über dessen Verlauf. Das bedeutet, dass die Kinder immer wieder Gelegenheit erhalten, über den weiteren Verlauf und die Schwerpunkte des Projekts abzustimmen. Dadurch nimmt ein Projekt oft eine unerwartete Wendung, die jedoch garantiert, dass die Neugierde und die Motivation bei den Schulkindern immer erhalten bleiben, weil die Kinder den Inhalt selbst bestimmen.

 

 

Die Rolle des Erziehers

Der Erzieher gibt Anregungen und er moderiert das Projekt. Er steht den Kindern immer unterstützend zur Verfügung, wenn es um neue Inputs und den Wissenserwerb zum Projekt geht. Das Projekt der Schulkinder sollte von mindestens 2 Erziehern mit begleitet werden. Viele Projekte müssen aufwendig vor- und nachbereitet werden. Mit der Vorbereitung des Projekts wäre ein Erzieher zeitlich betrachtet überfordert.

3 Anforderungen, die eine Projektarbeit definieren

Nicht jedes Angebot, das in Ihrer Kita durchgeführt wird, kann als Projekt bezeichnet werden. Unterschiedliche Anforderungen richten sich an Projektarbeit. Erst wenn 3 Anforderungen erfüllt sind, können Sie von Projektarbeit sprechen.

1. Orientierung an der Lebenswelt des Kindes

Die Kinder sollten bei der Projektarbeit immer im Mittelpunkt stehen. Deren Erfahrungshintergrund, Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen und Potenziale spielen die zentrale Rolle bei jedem Projekt. Die Kinder müssen jederzeit Einfluss auf die Inhalte des Projekts und auf seinen Verlauf nehmen können.

Wichtiger Hinweis! In der Nähe der Kita eröffnet ein Sportflughafen. Die Kinder stimmen ab und wählen „Fliegen“ als neues Projektthema. Als Erstes beschäftigen sich die Kinder mit der Frage: Warum fliegt ein Flugzeug?

2. Kindgerechte Weiterentwicklung

Die Weiterentwicklung des Projekts sollten die Kinder mit Unterstützung des Erziehers selbst organisieren. Dies bezeichnet man als selbst organisiertes Lernen im Projekt.

Kinder brauchen im Rahmen der Projektarbeit möglichst viel Zeit und Raum, damit Gespräche über das Projekt stattfinden können. Am besten gelingt dies in Kleingruppen, in denen die Kinder die Möglichkeit haben, das Projekt selbstbestimmt und kooperativ zu gestalten und ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern.

So geschieht besonders hochwertiges Lernen: Die Kinder lernen im Projekt durch Erfahrung. Sie entdecken immer wieder Neues, probieren aus und steuern ihr eigenes Lernen selbst. Zudem erweitern die Kinder ihre kommunikative Kompetenz, da der Verlauf und die Projektfortschritte immer wieder besprochen werden. Am besten eignet sich dazu eine Kinderkonferenz.

3. Nachhaltigkeit des Projekts

Das Projekt soll nachhaltig sein. Das bedeutet, dass die Kinder, die am Projekt teilgenommen haben, auch nach Abschluss des Projekts auf das erworbene Wissen zurückgreifen und dieses anwenden können.

Zeigen Sie den Kindern bei jedem Projekt, wie sie selbst Wissen erschließen können. Folgende Fragen helfen den Kindern langfristig weiter:

  • Wo könnten wir nachschauen?
  • Wen befragen wir?
  • Welche Materialien brauchen wir?
  • Wo bekommen wir diese her?

Achten Sie darauf, dass Sie den Projektauftakt mit besonderer Sorgfalt auswählen. Damit steigt und fällt das Interesse am und die Akzeptanz der Kinder für das Projekt.

Geben Sie dem Projekt einen interessanten Namen und laden Sie die Kinder auf ungewöhnliche Weise ein. Die Übersicht zeigt Ihnen einen möglichen Projektauftakt für verschiedene Projekte.

Übersicht: Projektideen und gelungene Auftaktideen für Schulkinder

Projekt zum Thema „Wasser“
Möglicher Auftakt: Spielenachmittag zum Thema „Wasser“, z. B. Limonade selbst herstellen, Wasser mit Kohlensäure versetzen, Wasserstaffel, Wasser schöpfen …
Dauer des Auftakts: 2 Stunden nach der Hausaufgabenbetreuung oder am hausaufgabenfreien Freitag

Projekt „Erneuerbare Energien“
Möglicher Auftakt: Ausstellung in der Kita mit Gegenständen aus der Welt der Kinder, die mit Solarenergie ausgestattet sind, z. B. Taschenrechner, Solaruhr, Spielzeugautos und Fahrzeuge, Solartaschenlampe …
Dauer des Auftakts: Zusammentragen der solargestützten Gegenstände ca. eine Woche.
Durchführung des Auftakts: ein Nachmittag, zu dem auch die Eltern und interessierte Besucher eingeladen werden können.

Projekt „Weltall“
Möglicher Auftakt: Besuch eines Planetariums
Dauer des Auftakts: 1 Tag während der Schulferien

Projekt „Mode“
Möglicher Auftakt: Kleidung aus Zeitungspapier herstellen mit an- schließender Modenschau oder Müllmodenschau initiieren, bei der alle Kinder Kleidungsstücke recyceln, die ansonsten weggeworfen werden würden.
Dauer des Auftakts: Vorbereitungszeit für die Modenschau: mindestens 14 Tage. Durchführung der Modenschau: 1 Stunde nach der Hausaufgabenzeit

Projekt „Gesunde Ernährung“
Möglicher Auftakt: Obst- und Gemüsememory: Kinder probieren mit verbundenen Augen Obst und Gemüsesticks mit dem Ziel, den identischen Geschmack zu finden. Smoothies herstellen und herausschmecken, welches Obst oder welches Gemüse enthalten ist.
Dauer des Auftakts: Vorbereitung: 1 Stunde
Durchführung: 1–2 Stunden

Projekt „Tiere“
Möglicher Auftakt: Projektauftakt als Haustiertag, das bedeutet, dass Kinder nach Absprache mit den Eltern und den Erziehern zu einer vorab festgelegten Zeit ihr eigenes Haustier mit in die Kita bringen dürfen, z. B. Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster, Katze, Hund.
Dauer des Auftakts: Vorbereitung mit intensiver Elterninformation und Koordinierung der Besuchszeiten der Tiere. Durchführung: 1 Tag während der Ferien

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