Projekt im Kindergarten: Fußgängerführerschein für Kinder


20.07.2016
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Um bereits die Kindergartenkinder auf ihre Rolle als Verkehrsteilnehmer vorzubereiten, machen Sie mit ihnen einen Fußgängerführerschein. Dass Kinder erst im 4. Schuljahr den Fahrradführerschein machen, hat gute Gründe. Die Kinder sind erst im Alter von 8 bis 9 Jahren in der Lage, am Straßenverkehr aktiv teilzunehmen. Zuvor sind die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit der Kinder noch nicht ausreichend entwickelt, um auf die vielfältigen Eindrücke des Verkehrs angemessen zu reagieren. Dennoch gibt es Kinder, die bereits mit 5 Jahren allein in den Kindergarten kommen, oder aber die Hortkinder, die ihren Schulweg alleine meistern müssen. Mit diesen Kindern müssen Sie das richtige Verhalten im Straßenverkehr einüben.

Der Fußgängerführerschein für Kita-Kinder

Machen Sie deshalb mit den Kindern einen Fußgängerführerschein. Teilen Sie hierfür Ihre Schützlinge in Gruppen mit höchstens je 10 Kindern ein. Ist die Gruppe größer, ist die gegenseitige Ablenkung zu groß. Für das gesamte Projekt planen Sie 5 Einheiten, die wöchentlich stattfinden. Das Projekt endet mit einer Fußgängerprüfung und wird mit einem Fußgängerführerschein belohnt. Den Fußgängerführerschein können Sie selbst entwerfen und Sie bieten den Kindern damit eine schöne Erinnerung an dieses Projekt. Wenn Sie die Prüfung zusammen mit einem Polizisten abnehmen, erhöht das den Bedeutungsgrad der Aktion. In jeder größeren Stadt gibt es Polizistinnen und Polizisten, die für die Kinder- und Jugendarbeit abgestellt werden. Wenden Sie sich an Ihre zuständige Polizeidienststelle. Gestalten Sie die Einheiten folgendermaßen:

 

1. Einheit: Wir im Straßenverkehr

Besprechen Sie zunächst mit den Kindern, was zum Straßenverkehr dazugehört: Autos, Fahrradfahrer, Motorradfahrer und Lkws, Fußgänger, Zebrastreifen, Ampeln, Straßen- und Verkehrsschilder sowie Straßenlaternen. Dies alles bringen Sie dann in einer Collage auf Papier und hängen diese auf.

 

2. Einheit: So werde ich gut gesehen

Für diese Einheit bereiten Sie Folgendes vor:

  • Reflektoren zum Anstecken oder Umhängen
  • einen Schulranzen mit reflektierender Oberfläche
  • ein Kind mit dunkler Jacke
  • ein Kind mit heller Kleidung
  • eine Stehlampe

Nun machen Sie Übungen mit den Kindern, bei denen diese erfahren, wie sie im Dunkeln am besten gesehen werden. Besonders wirkungsvoll ist dies, wenn Sie die Übungen im Freien bei Dunkelheit durchführen können. Ist dies nicht möglich, dunkeln Sie einen großen Raum ab. Stellen Sie eine Stehlampe auf, die eine Straßenlaterne imitieren soll.

Nun lassen Sie die beiden Kinder mit der hellen und dunklen Kleidung ausdem Dunkeln in das Licht der Lampe kommen. Die übrigen Kinder müssen durch Rufen deutlich machen, welches Kind sie zuerst sehen.

Die Übung können Sie variieren, indem Sie die Kinder einmal mit und ohne Reflektoren / reflektierendem Schulranzen vom Dunkeln in das Licht laufen lassen. Die Kinder erfahren dabei, dass sie im Dunkeln am besten gesehen werden, wenn sie helle Kleidung oder Kleidung mit reflektierenden Flächen tragen.

3. Einheit: Der Gehweg

In dieser Einheit dreht sich alles um den Bürgersteig.Teilen Sie hierfür den Gehweg in 2 Teile (mit Kreide oder einem Seil). Der eine Teil markiert die unsichere
Seite, in Fahrbahnnähe, und der andere Teil kennzeichnet die sichere Seite, fern von der Fahrbahn. Nun gehen Sie mit den Kindern den Gehweg auf der sicheren Seite ab und lassen sie dabei wiederholen: „Ich gehe auf der sicheren Seite.“

4. Einheit: Wir bleiben am Fahrbahnrand stehen

Dies ist eine Vorübung zum Überqueren der Straße und besonders wichtig, weil viele Kinder nicht rechtzeitig am Fahrbahnrand stehen bleiben. Durch viele Umwelteindrücke oder andere Kinder sind sie häufig abgelenkt. Markieren Sie den Bordstein als Haltelinie mit einem dicken roten Kreidestrich.
Hier muss nun jedes Kind anhalten und laut rufen: „Stopp, hier bleibe ich stehen.“ Testen Sie die Kinder! Versuchen Sie, die Kinder durch Zurufe zu verführen, die Straße, ohne zu schauen, zu überqueren.

5. Einheit: Die Straße überqueren

Wiederholen Sie zunächst die letzte Übung, die die Vorstufe zu dieser Übung ist. Nun erklären Sie den Kindern, dass die 1. Gefahr (z. B. ein Auto) von links kommt, also schauen wir zunächst nach links. Danach blicken wir nach rechts. Um sicher zu gehen, dass nicht in der Zwischenzeit ein Auto gekommen ist,
schauen wir nochmals nach links. Wenn kein Fahrzeug kommt, gehen wir los.

Praxistipp: Da die Kindergartenkinder häufig noch nicht zwischen rechts und links unterscheiden können, malen Sie ihnen auf die linke Hand einen Punkt, damit sie die beiden Richtungen auseinander halten können.

Wir machen den Fußgängerführerschein

Gehen Sie nun mit dem Polizisten und den Kindern eine überschaubare Strekke (z. B. den Schulweg) ab. Alles, was die Kinder in den vorherigen Einheiten gelernt haben, müssen sie dabei anwenden. Wenn die Kinder dies geschafft haben und dem Polizisten erklären können, worauf sie gerade bei Dunkelheit achten müssen, bekommen sie ihren Fußgängerführerschein, der mit dem Stempel der Polizei ein ganz besonderes Dokument ist.

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Das sagen unsere Leser

Unsere AWO Kita-Einrichtung ist schwerpunktmäßig auf 0- bis 3-Jährige ausgerichtet, und für uns ist „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ die perfekte Unterstützung: Obwohl wir seit über 30 Jahren mit Kindern unter 3 arbeiten, sind wir dankbar für all die neuen Anregungen und die praxisorientierten Angebote aus „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“. Gerade im Bereich Entwicklungspsychologie hat sich so viel getan, dass es wunderbar passt, hier immer topaktuell informiert zu sein. „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ ist eine tolle Sache!

Christel Kamprath, AWO Kita Rotkäppchen, Allstedt

Für „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ habe ich mich entschieden, weil es zu diesem Thema kaum professionelle, verlässliche Literatur gab. Ganz toll finde ich neben den langfristig erprobten Tipps und Liedern für die Kleinsten die entwicklungspsychologischen Beiträge. Unterstützt wird das Ganze durch praxisnahe Hilfe wie z. B. Beobachtungsbögen. Dadurch bin ich auch auf schwierige Elterngespräche optimal vorbereitet. Und zu den relevanten Themen wie beispielsweise Trotz und Sauberkeit bekomme ich immer die neuesten Erkenntnisse geliefert: So kopiere ich dann auch manchmal etwas für unsere Eltern-Infowand. „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ ist für mich eine tolle Unterstützung in meinem Arbeitsalltag!

Sonja Großmann-Bott, Kindergarten unterm Regenbogen, Höfen


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