9 Tipps für den Umgang mit hyperaktiven Kindern


05.11.2013
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Hyperaktive Kinder gibt es bestimmt auch in Ihrer Einrichtung. Diese Kinder sind auf Grund ihrer Verhaltensoriginalität überall ständig in Bewegung und bereits nach kurzer Zeit unkonzentriert. Auf der einen Seite besitzen ADHS- Kinder ein sehr stark ausgebildetes Bedürfnis nach Sicherheit, Ordnung und Struktur. Gleichzeitig sind ihre Frustrationstoleranz und ihre Aufmerksamkeit sehr gering. Außerdem verfügen hyperaktive Kinder oft über ein geringes Selbstwertgefühl.

Erfahren Sie hier, wie sie den Alltag mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern unter Beachtung dieser 9 Tipps deutlich stressfreier gestalten können!

1. Tipp: Äußern Sie gegenüber hyperaktiven Kindern kurze, leichte Sätze

Formulieren Sie kurze und leicht verständliche Sätze, wenn Sie mit hyperaktiven Kindern sprechen. Sinnvoll ist es, wenn Sie nur wenige Sätze auf einmal äußern. Dabei empfiehlt es sich, Augenkontakt und Körperkontakt zu den hyperaktiven Kindern zu halten, z. B. Ihre Hände umfassen die Hände des Kindes. Das erhöht die Aufmerksamkeit des Kindes. Achten Sie darauf, dass Sie ruhig, ausgeglichen und sachlich sprechen.

2. Tipp: Geben Sie hyperaktiven Kindern klare Strukturen

Komplexe Aufgaben sollten Sie in kurze und klare Einheiten aufteilen. Sie können den hyperaktiven Kindern helfen, indem Sie ihnen immer nur einen Schritt einer längeren Handlungskette erklären. Anschließend setzt es diesen Schritt sofort um. Beispielsweise ist das Aufräumen eine komplexe Situation. Unterteilen Sie diese in viele kleine Handlungen: „Zuerst räumst du alle Holzbausteine in den roten Kasten.“ – „Jetzt räumst du alle Legosteine in den gelben Kasten.“

Sie sollten den Tagesablauf der hyperaktiven Kinder stark strukturieren und ebenfalls in übersichtliche Einheiten aufteilen, wie Morgenkreis, Freispiel, Aufräumen, Kleingruppenangebot. Rituale können helfen, die einzelnen Phasen des Tagesablaufes deutlich voneinander abzugrenzen, beispielsweise das tägliche Singen eines Aufräumliedes nach Beendigung des Freispiels. Vermeiden Sie Störungen im Tagesablauf, wie z. B. einen Wechsel der Bezugspersonen.

3. Tipp: Setzen Sie hyperaktiven Kindern deutliche Regeln

Sie sollten hyperaktiven Kindern nur wenige, aber konsequent durchgehaltene und gezielte Regeln und Grenzen setzen. Achten Sie darauf, dass die hyperaktiven Kinder die Regeln auch nachvollziehen können. Am besten erarbeiten und formulieren Sie mit den Kindern diese Regeln.

4. Tipp: Reizüberflutung für die hyperaktiven Kinder verhindern

Meiden Sie jegliche Form von Reizüberflutung, beispielsweise durch eine Überdekorierung des Raumes, hohen Lärmpegel oder zu viele Spielsachen. Achten Sie darauf, dass die Räume und deren Ausstattung möglichst gleich bleiben und übersichtlich strukturiert sind. Richten Sie einen Entspannungsraum ein, in den sich die hyperaktiven Kinder in Zeiten von hohem Stress, beispielsweise wenn die Gesamtgruppe sehr unruhig ist, zurückziehen können.

5. Tipp: Auf Bedürfnisse der hyperaktiven Kinder eingehen

Gehen Sie bei Hyperaktivität auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder ein. Wichtig ist vor allem, dass hyperaktive Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben können, z. B. durch vielfältige, gezielte Turnangebote. Die Zweitkraft in Ihrer Gruppe oder die Nutzung anderer Räumlichkeiten, beispielsweise des Nebenraums, der Turnhalle oder des Gartens, bieten Ihnen die dafür notwendige Flexibilität.

6. Tipp: Hyperaktiven Kindern Zuwendung geben

Geben Sie dem hyperaktiven Kind viel Zuwendung, denn es erfährt viele Frustrationen. Achten Sie darauf, sein Selbstwertgefühl zu stärken, indem Sie ihm viel positives Feedback geben. Oft stellt für hyperaktive Kinder bereits die Bewältigung einer kleinen Aufgabe wie das Zähneputzen eine große Leistung dar. Greifen Sie dabei so wenig wie möglich auf negative Kommunikationsformen wie Kritik oder einen scharfen Tonfall zurück. Wenn Sie kritisieren, sollten Sie immer nur am Verhalten des Kindes Kritik üben, nicht an seiner Person. Statt „Du bist ein richtiger Tollpatsch“ formulieren Sie: „Du hast nicht aufgepasst“.

 

 

7. Tipp: Eigenständigkeit der hyperaktiven Kinder unterstützen

Bei Fehlverhalten und Misserfolgen sollten Sie hyperaktiven Kindern keine Lösungen vorgeben. Regen Sie es stattdessen an, selbst nach Lösungen zu suchen. Beispielsweise wenn das Kind ein Milchglas umgekippt hat, können Sie fragen: „Was benötigst du, um die Milch aufzuwischen?“ Vermeiden Sie Überforderung. Denn eine anspruchsvolle Aufgabenstellung führt schnell zu Misserfolgen, auf die hyperaktive Kinder häufig sehr massiv reagieren.
Prüfen Sie genau, ob die Aufgaben den Fähigkeiten der hyperaktiven Kinder entsprechen. Falls Schwierigkeiten auftreten, sollten Sie schnell eingreifen und entsprechende Hilfe leisten.

8. Tipp: Gezielte Förderung hyperaktiver Kinder

Helfen Sie hyperaktiven Kindern, ihre Schwächen zu überwinden, indem Sie sie gezielt fördern, z. B. durch Kim-Spiele zur Konzentration, durch Entspannungsreisen gegen die Unruhe oder durch Rollenspiele, um die Frustrationstoleranz zu erhöhen. Wirkungsvoll ist auch ein Selbstinstruktionstraining. Ziel des Selbstinstruktionstrainings ist, dass hyperaktive Kinder durch lautes Sprechen lernen, die Erledigung ihrer Aufgaben zu kommentieren und bei Schwierigkeiten Lösungsmöglichkeiten zu äußern. Dadurch lernen sie, ihre Aufmerksamkeit auf eine Tätigkeit zu richten.

9. Tipp: Zusammenarbeit mit Fachleuten

Arbeiten Sie eng mit Ärzten, Therapeuten und Eltern zusammen. Durch die Kooperation bekommen Sie hilfreiche Hinweise für Ihre Arbeit. Gleichzeitig können Sie Eltern und Therapeuten wertvolle Auskünfte über das Verhalten der hyperaktiven Kinder liefern.
Für die Umsetzung dieser Tipps benötigen Sie Geduld und Engagement. Aber Sie können langfristig das Verhalten der hyperaktiven Kinder positiv beeinflussen. Davon werden alle Kinder Ihrer Gruppe profitieren.

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