Inklusion im Kindergarten: Definition und Bedeutung von inklusiver Pädagogik


28.07.2022

Inklusion im Kindergarten stellt Erzieher und Eltern vor viele Fragen. Was genau bedeutet „Inklusion“ überhaupt und was hat es mit inklusiven Kindergärten auf sich? Welche Vorteile bietet es Kindern, wenn sie integrative Kindergärten und Schulen besuchen? Diese und weitere Fragen klären wir im Folgenden.

Definition und Begriffsabgrenzung: Was ist Inklusion?

Unter dem Begriff „Inklusion“ versteht man die Akzeptanz und Wertschätzung von Individualität. Der Inklusionsbegriff manifestiert eine wertschätzende Grundhaltung und ein besonderes Menschenbild. Dieses ist geprägt von Akzeptanz, Interesse, Toleranz, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.

Während sich der Begriff „Inklusion“ schon in den 1960er etablierte, folgte Anfang 1990 der Begriff der inklusiven Pädagogik. Ein pädagogischer Ansatz, dessen Grundpfeiler die Wertschätzung von Diversität bildet.

Der Begriff der Integration ist von dem der Inklusion abzugrenzen. Integration zeichnet sich dadurch aus, dass sie Menschen mit besonderen Bedürfnissen aufnimmt, sich das vorhandene System aber nicht anpasst.

Begriffsabgrenzung: Inklusion, Integration, Exklusion und Separation | adobe stock – E. Zacherl

Inklusive Pädagogik im Kindergarten

Inklusive Pädagogik ermöglicht allen Kindern von Anfang an gleiche Chancen auf Bildung und Teilhabe. Alle Kinder lernen und spielen zusammen; und jedes bringt seine Stärken, Schwächen und Eigenheiten mit ein. Dadurch entwickeln sich soziale Lern- und Entwicklungsprozesse.

Kinder mit oder ohne Migrationshintergrund, mit oder ohne Sprachschwierigkeiten, mit oder ohne Entwicklungsauffälligkeiten, und auch Mädchen und Jungen gleichermaßen werden entsprechend ihrer Fähigkeiten und Bedürfnisse gefördert. Das ist ein hoher Anspruch an Sie und Ihr Team.

Alle Kinder haben ein Recht auf eine Förderung ihrer Entwicklung. In einer inklusiven Kita wird diesem Umstand Rechnung getragen, indem Sie und Ihr Team diesen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden und verschiedene Angebote anbieten.

Inklusion ist kein Projekt oder keine erschwert hinzukommende Aufgabe. Inklusion ist vielmehr ein Leitbild eines gemeinsamen Verständnisses einer Einrichtung.

Was lernen Kinder durch Inklusion?

Positive pädagogische Effekte betreffen jedes Kind, unabhängig davon, ob es eine Einschränkung hat oder nicht. Kinder, die eine inklusive Kindertageseinrichtung besuchen lernen, dass „anders sein“ keineswegs negativ ist. So lernen Kinder schon in jungen Jahren, dass Menschen mit individuellen, persönlichen Bedürfnissen anerkannt und geschätzt werden. Inklusion im Kindergarten fördert soziale Kompetenzen von Kindern und somit auch späterer Generationen.

Kinder mit Beeinträchtigung bzw. individuellen Bedürfnissen erleben zudem, dass sie ein wichtiger Teil einer Gemeinschaft sind, was ihr Selbstbewusstsein fördert. Es entstehen keine Berührungsängste und alle Kinder werden zu Toleranz und Offenheit erzogen.

Welche Kinder sind Inklusionskinder?

Als Inklusionskinder werden Kinder mit Behinderung genannt, die gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Kinder mit besonderem Förderungsbedarf untersucht und der individuelle Förderungsbedarf definiert. Hier spricht man von einem Integrationsstatus, der einem Förderplan und einem regelmäßigen Austausch in der KiTa und Schule bedarf.

Es gibt keine generelle Einschränkung in Bezug auf die Art der Behinderung eines Kindes. In integrativen Einrichtungen finden sich daher Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen und Behinderungsgraden, darunter …Kinder mit Autismus, mit AD(H)S und Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen.

adobe stock – VRD

Die Aufgabe eines Integrationshelfers im Kindergarten

Im Gegensatz zu Erziehern, die sich mit allen Kindern der gruppe beschäftigen, kümmert sich ein Integrationshelfer nur mit einem Kind der Gruppe. Integrationshelfer helfen Kindern mit Einschränkungen sich aktiv in den KiTa-Alltag einzubringen.

Ziel ist es, trotz einer körperlichen oder geistigen Behinderung normal am Geschehen teilzunehmen. Je nach Einschränkung des Kindes, müssen sich Integrationshelfer auf unterschiedlichste Situationen einstellen. Manche Kinder benötigen bei einer Teilhabe am Gruppengeschehen mal mehr mal weniger Unterstützung.

Neben der Beschäftigung mit dem Kind, steht bei der Arbeit eines Integrationshelfers auch die Zusammenarbeit mit den Eltern sowie Erziehern im Vordergrund. Regelmäßige Gespräche mit den Eltern, Teamsitzungen mit den Erziehern und die Erstellung eines Entwicklungsberichts gehören auch zu den Aufgaben eines Integrationshelfers.

Elternarbeit: So gelingt Inklusion mit Unterstützung der Eltern

Eltern sind für Sie wichtige Ansprechpartner und Entwicklungsbegleiter des Kindes. Deshalb ist eine ineinandergreifende Zusammenarbeit der Fachkräfte mit den Eltern eine Grundvoraussetzung für die gute und unterstützende Entwicklung des Kindes.

Beachten Sie bei der Zusammenarbeit mit Eltern beim Thema Inklusion folgendes:

  • Organisieren Sie thematische Elternabende, bei denen Sie Eltern über das Thema Inklusion informieren und sie bei der Gestaltung einbinden.
  • Kommunizieren transparent und stellen Sie Integrationshelfer vor.
  • Agieren Sie kulturell und sozial sensibel.

Binden Sie außerdem Integrationshelfer in Elternabende und Elterngespräche ein.


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