Das Bedürfnis eines Kindes nach einem Mittagsschlaf sehen Eltern und Kita durchaus unterschiedlich. Für Sie ist es eine Herausforderung, die Bedürfnisse der Kinder im Kita-Alltag mit denen der Eltern zu verbinden. Lesen Sie in unserem Artikel, wie Ihnen dies gelingen kann.
Die kleine Luisa, 3 Jahre alt, wird zum Ende des Mittagessens immer sehr müde. Sie hat Schwierigkeiten, aufrecht sitzen zu bleiben, und die Augen fallen ihr zu. Eines Tages legt sie den Kopf auf den Tisch und schläft ein. Die Erzieher sehen die Notwendigkeit, Luisa mittags schlafen zu legen. Als sie dies der Mutter mitteilen, spricht diese sich vehement dagegen aus, weil sie Sorge hat, ihr Kind dann abends erst sehr spät ins Bett zu bekommen.
Wenn Sie bemerken, dass ein Kind mittags sehr müde wird und Schlaf braucht, sind Sie in der Fürsorgepflicht: Ihre Aufgabe ist es, auch die unausgesprochenen körperlichen Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Bemerken Sie bei einem Kind, wie im Beispiel, offensichtliche Zeichen von Müdigkeit, liegt es in Ihrer Verantwortung, dem Kind eine Schlaf- oder Ruhemöglichkeit anzubieten.
Auch wenn es ein wenig aufwendig erscheint: Zu Ihrer Sicherheit notieren Sie sich stichwortartig Ihre Beobachtungen.
Klären Sie im Austausch mit den Kollegen ab: Wie schätzen die Kollegen das Bedürfnis des Kindes ein? Scheint der Eindruck eindeutig oder sollte noch eine Weile beobachtet werden? Brütet das Kind evtl. eine Erkrankung aus?
Wenn Sie alle zu dem gleichen Ergebnis kommen, dass die Anzeichen eindeutig aufzeigen, dass das Kind einen Mittagsschlaf benötigt, wenden Sie sich erneut an die Mutter.
Nehmen Sie sich Zeit und setzen Sie sich mit den Eltern zusammen.Dazu nutzen Sie Ihre Beobachtungsnotizen und schildern Sie Ihren Eindruck. Danach schildern die Eltern ihre Sicht.
Sollten die Eltern darauf bestehen, dass Sie das Kind mittags nicht hinlegen dürfen, zeigen Sie Verständnis und gleichzeitig deutlich Ihre Verantwortung auf:
„Ich verstehe, dass Sie sich Sorgen machen, dass Luisa abends nicht einschläft. In der Kita haben wir für die Kinder die Verantwortung und Fürsorgepflicht. Wenn ein Kind so eindeutige Müdigkeitserscheinungen zeigt und am Tisch einschläft, müssen wir zum Wohl des Kindes eine Schlafmöglichkeit bieten.“
So kommen Sie Ihrer Verpflichtung zum Wohl des Kindes nach, ohne die Sorgen der Eltern aus den Augen zu verlieren.
Vielleicht ist es nur eine Sorge, vielleicht haben die Eltern schon erlebt, dass ihr Kind abends erst sehr spät einschläft, wenn es mittags geschlafen hat. Um Kindern das Einschlafen zu erleichtern, geben Sie den Eltern ein paar Tipps:
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