Missverständnissen vorbeugen: 4 gute Wege, Eltern zu informieren


05.04.2017
Share Button

Je besser die Eltern die Abläufe in Ihrer Kita kennen, je genauer sie über Geschehnisse, Inhalte und Hintergründe informiert sind, desto weniger treten Konflikte und Missverständnisse auf. Daher ist es sinnvoll, wenn Sie die Eltern stets angemessen informieren. Lesen Sie hier, welche Informationskanäle Sie wann nutzen sollten, um die Eltern zu erreichen. Informieren Sie die Eltern konsequent und transparent – dann gehen Sie Missverständnissen aus dem Weg und pflegen ein gutes Erzieher-Eltern-Verhältnis. Wir zeigen Ihnen, welche 4 Kommunikationswege sich bewährt haben und wann Sie welchen wählen sollten.

 

 

Praxisbeispiel: Frau Sommer hat von ihrer Tochter erfahren, dass diese übermorgen mit ihrer Kita-Gruppe einen ganzen Tag in der Natur verbringen wird. Frau Sommer ist unschlüssig, was sie ihrer Tochter in den Rucksack packen soll. Sie ärgert sich darüber, dass die Kita sie nicht schriftlich informiert hat.

So gehen Sie vor: Nicht für alle Eltern sind die gleichen Informationswege gleich gut geeignet. Betrachten Sie die Eltern ganz genau und bedienen Sie sich verschiedener und vor allem passender Informationskanäle. Setzen Sie auf unterschiedliche Informationswege.

1. Schriftliche Informationen – bitte kurz und knackig

Schriftlich können Sie die Eltern gründlich und umfassend informieren. Elternbriefe eignen sich dazu, die Eltern über Zusammenhänge genau zu informieren und in neue pädagogische Themen ein- zuführen. Besonders für Eltern mit mittlerem und höherem Bildungsniveau eignen sich Elternbriefe. Für Eltern mit niedrigem Bildungsniveau oder Eltern mit Migrationshintergrund und Sprachverständnisproblemen eignet sich dieses Medium nicht so gut. Verwenden Sie für diese Eltern begleitend das persönliche Gespräch und erklären Sie den Eltern, was sie nicht verstehen können.

So gestalten Sie lesefreundlicher:

  • Schreiben Sie Strichaufzählungen.
  • Arbeiten Sie mit Checklisten.
  • Gliedern Sie den Text in Abschnitte.
  • Entwickeln Sie eine Struktur, mit der Sie jeden Brief gleich aufbauen. Eine mögliche Struktur haben wir in der Tabelle auf dieser Seite für Sie erstellt.
  • Prüfen Sie, ob Sie Elternbriefe in eine andere Sprache übersetzen müssen, damit sie von Eltern mit Migrationshintergrund besser verstanden werden.

Für Ihre Praxis: Fügen Sie immer einen Abschnitt am Ende des Elternbriefs an, den die Eltern unterschreiben und damit dokumentieren, dass sie den Brief gelesen haben.

2. Gestalten Sie attraktive Aushänge in Ihrer Kita

Aushänge sind ein beliebtes Medium, um Eltern rasch über etwas Wichtiges zu informieren. Doch einige Eltern lesen Aushänge gar nicht. Und die Eltern, die einige Tage nicht in der Kita gewesen sind, können den Aushang gar nicht registrieren.

So optimieren Sie Ihre Aushänge für bessere Aufmerksamkeit: Verwenden Sie eine Schriftgröße, die sich aus mehreren Metern Entfernung noch gut lesen lässt. Ab Schriftgröße 48 ist diese Lesbarkeit gewahrt.

  • Schreiben Sie das Wichtigste zuerst.
  • Informieren Sie mit kurzen Sätzen oder in Stichworten.
  • Geben Sie an, an wen Eltern sich wenden können, wenn sie Fragen haben.

3. Nutzen Sie die digitalen Medien

Versenden Sie Rundmails oder Newsletter an alle Eltern, die ihre E-Mail-Adresse angegeben haben. Informieren Sie kurz und bündig z. B. über bevorstehende Waldtage, Ausflüge oder Elternabende. Wenn Sie sichergehen wollen, dass die Eltern die Mail auch geöffnet haben, können Sie eine Lesebestätigung einfordern.

4. Das Gespräch bleibt elementar

Unersetzlich bleiben jedoch die persönlichen Kontakte mit den Eltern. Veranstalten Sie daher regelmäßig Elternabende, bei denen die Eltern viel Zeit zum Nachfragen haben. Auch Entwicklungsgespräche sollten immer einen Frageteil haben. Aktivieren Sie die Eltern, so lange nachzufragen, bis sie alles verstanden haben.

Auch das Telefonat bietet die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt. Rufen Sie Eltern an, die Sie längere Zeit nicht gesehen haben. Sprechen Sie mit ihnen und fragen Sie, ob sie mehr von der Kita wissen möchten.

Übersicht: Wiederkehrende Struktur für einen Elternbrief:

  • Name der Kita, Ausgabe des Elternbriefes, Ausgabezeit
  • Pädagogischer Teil
  • Personelle Neuigkeiten
  • Ernährung in der Kita
  • Neuerungen oder Neuanschaffungen
  • Terminüberblick für Kinder und Eltern
  • Wichtiges auf einen Blick
  • Kinder-Eltern-Seite mit Malvorlagen, Lieblingsrezepten zum Nachkochen

Fazit

Variieren Sie herkömmliche und eher ungewohnte Wege, um die Eltern zu informieren. Nur mit einer gewissen Bandbreite an Kanälen finden Sie Zugang zu den Eltern. Gestalten Sie Ihre Texte außerdem lesefreundlich, sowohl in der formalen Gestaltung als auch inhaltlich. Ein guter Mix ist das perfekte Rezept für eine optimale Kommunikation mit den Eltern.

Share Button

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Wenn bei Konflikten mit Eltern nichts mehr geht

23. Juli 2014

Wie Sie Konflikte mit Eltern bearbeiten können Auch in Ihrer Kita kommt es sicher gelegentlich vor, dass Sie oder Ihre Kolleginnen mit Eltern einen Konflikt austragen müssen. Eine solche Situation ist für beide Seiten sehr... Mehr erfahren

Der Grad zwischen freundschaftlicher Beziehung und Professionalität

30. Juni 2017

Frau Müller, die Mutter der 3-jährigen Anna kommt auf die Erzieherin Tina Müller zu. Ungefragt duzt sie diese und sagt: „Tina, was ich dir unbedingt noch erzählen muss. Meine Schwiegermutter hat sich heute Morgen entsetzlich... Tipps: Professionelle Distanz bewahren

Stress mit dem Mittagsschlaf – so werden Sie den Bedürfnissen gerecht

20. Oktober 2017

Das Bedürfnis eines Kindes nach einem Mittagsschlaf sehen Eltern und Kita durchaus unterschiedlich. Für Sie ist es eine Herausforderung, die Bedürfnisse der Kinder im Kita-Alltag mit denen der Eltern zu verbinden. Lesen Sie in... So gehen Sie mit Eltern um, die gegen einen Mittagsschlaf sind



© 2017 PRO Verlag, Bonn