„Darf ich zu Hause bleiben, um mein eigenes Kind zu betreuen?“


30.03.2020

Viele pädagogische Fachkräfte haben eigene Kinder. Auch deren Kita oder Schule hat geschlossen und die Kinder müssen zu Hause betreut werden. Da stellt sich natürlich die Frage, ob man zu Hause bleiben und sich um die eigenen Kinder kümmern kann, wenn in der Kita eine Notbetreuung organisiert werden muss.

Zunächst einmal gehören Sie, wenn Sie in der Notbetreuung Ihrer Kita eingesetzt werden, zu den „systemrelevanten Berufen“. Das heißt: Sie können in der Kita oder Schule Ihres Kindes die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen, wenn Sie die Betreuung nicht anderweitig, z.B. durch einen Partner, der im Homeoffice arbeitet, sicherstellen können.

Wird ihr Kind noch nicht in der Kita betreut, sondern z.B. von den Großeltern, können Sie – in Absprache mit Ihrem Träger – unter Umständen zu Hause bleiben. Sprechen Sie mit diesem ab, ob Sie sich Arbeit mit nach Hause nehmen können. Dann bekommen Sie auch Ihr Gehalt weitergezahlt. Sie könnten in einer solchen Situation auch zunächst einmal Überstunden abbauen.

Müssen Sie tatsächlich zu Hause bleiben, um ihr eigenes Kind zu betreuen, können Sie – so wird es heute wohl beschlossen werden – eine Entschädigung vom Staat bekommen, wenn Ihr Träger das Gehalt nicht weiterzahlt. Voraussetzung für einen solchen Anspruch ist:

  • Ihr Kind ist unter 12 Jahre alt.
  • Sie haben Ihren Anspruch auf Überstunden ausgeschöpft und haben keine andere Betreuungsmöglichkeit für Ihr Kind

Dann erhalten Sie 67% Ihres Nettoeinkommens, maximal aber 2.016€ pro Monat. Das Geld gibt es maximal für 6 Wochen. Für Ferienzeiten, in denen Kita oder Schule ohnehin geschlossen hätte, gibt es keinen Ersatz für Verdienstausfall. Nähere Informationen hierzu gibt es auf der Homepage des Bundesfamilienministerium.

Eine dringende Bitte: Bleiben Sie nicht einfach zu Hause, dass wäre eine Arbeitsverweigerung und kann Sie schlimmstenfalls Ihren Job kosten. Reden Sie mit Ihrer Leitung bzw. mit dem Träger und suchen Sie nach einer gemeinsamen Lösung. Ich bin sicher, da wird sich etwas finden.


Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Krank im Urlaub – In diesen Fällen werden Urlaubstage gutgeschrieben

29. Juni 2016

Sie und Ihre Kita-Mitarbeiterinnen sind hoch engagiert, und gerade die Wochen vor den Sommerferien sind immer besonders stressig. Wenn der Urlaub dann da ist und der Stress nachlässt, werden viele von Ihnen...

Das sollten Sie bei Krankheit beachten

„Wie sieht es mit der Bezahlung von Honorar-Kräften aus? Bekommen die jetzt kein Geld mehr?“

30. März 2020

In vielen Kitas arbeiten nicht nur festangestellte pädagogische Fachkräfte und Hauswirtschaftskräfte. Vielfach werden Sie von Kräften unterstützt, die auf Honorarbasis arbeiten. Da gibt es z.B. Musikschulen, die in den Kitas...

Mehr erfahren

Kein „Maulkorb“ bei Gehalt und Arbeitsvertrag

19. Juni 2017

In vielen Arbeitsverträgen steht, dass es Kita-Mitarbeitern verboten ist, über Einzelheiten des Vertrags und des Gehalts zu sprechen. Häufig gilt dieser „Maulkorb“ nicht nur gegenüber außenstehenden Dritten, sondern auch...

Das müssen Sie über "Maulkörbe" wissen



© 2023 Verlag PRO Kita, Bonn