So fördern Sie die Sprachentwicklung ganzheitlich


05.03.2016
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Wenn ein Kind seine Sprache lernen will, muss es sie auch erleben können. Es muss die Wörter begreifen können, um sie zu verstehen. Das bedeutet, dass die Sprachentwicklung des Kindes eng verbunden ist mit der körperlichen, emotionalen, sozialen sowie kognitiven Entwicklung des Kindes.

 

Hier ein Beispiel, wie Sie den Kindern helfen, die Wörter der Sprache zu lernen, zu verstehen, zu behalten und einzusetzen: Sie geben dem 3-jährigen Kind eine Ananas. Das Kind hört von Ihnen: „Das ist eine Ananas.“ Das Kind hält die Ananas in seinen Händen, sieht ihre Farbe und spürt die raue Schale der Ananas. Wenn Sie die Schale entfernen, kann es fühlen, wie sich die Ananas ohne Schale anfühlt. Gleichzeitig kann es die Ananas riechen und schmecken.
Je mehr sinnliche Erfahrungen mit den Wörtern verbunden sind, desto besser lernen die Kinder den Begriff in seinem ganzen Sprachumfeld und den dazugehörenden Sinnverbindungen (z. B. die Ananas schmeckt süß).

 

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Unterstützen Sie die kindliche Neugierde

Das Kind spürt intuitiv selbst ganz genau, wie es am besten die Sprache erlernt und sich Wissen aneignet. „Selbst“ heißt das Zauberwort, mit dem die Kinder Ihnen zu verstehen geben, dass sie selbst aktiv werden und ihre eigenen Erfahrungen machen wollen.
Diese kindliche Neugierde treibt das Kind an, sich aktiv mit den Dingen seiner Umwelt auseinander zu setzen. Dieser Neugiertrieb ist von Geburt an vorhanden und trägt dazu bei, dass die Kinder ihre Wahrnehmungsleistung steigern. Die Kinder brauchen diese Antriebskraft der Neugierde, um sich in der Welt zurechtzufinden. Bieten Sie den Kindern vielseitige Anregungen, dann fördern Sie damit die Forscheraktivität des Kindes. Bieten Sie den Kindern dagegen nur wenige oder gar keine Anreize, lässt die kindliche Neugierde nach. Dies hat zur Folge, dass die Sinneswahrnehmung gehemmt und die Wahrnehmungsleistung gestört wird. Beides wirkt sich auch negativ auf die Sprachentwicklung des Kindes aus.

Wahrnehmung und Bewegung

 Das Erlernen der Sprache ist eng verknüpft mit der Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie darauf besonderen Wert legen.
Die Voraussetzung dafür, dass Kinder Sprache erlernen, ist also eine gesunde Entwicklung der Bewegungsfähigkeit sowie der Sinneswahrnehmung. Indem Sie die Bewegung und die Wahrnehmung anregen, fördern Sie zugleich die Sprachleistung der Kinder.
Bei Kindern sind Sinneswahrnehmungen mit Handlungen verbunden: Die Kinder müssen sich bewegen, sich strecken, etwas fassen oder auseinander nehmen, wenn sie tasten, riechen, schmecken, hören oder fühlen wollen. Je unterschiedlicher die Reize, die die Kinder erfahren, desto mehr Verknüpfungen finden im Gehirn statt, was sich positiv auf das Gedächtnis auswirkt.

Beispiel Fernsehkinder

Kinder, die zu viel fernsehen, erfahren zu wenig Entwicklungsanreize. Sie leben in einer Welt, die ihnen viel zu wenig sinnliche Erfahrung, Körperkontakt und Bewegungsmöglichkeiten bietet. Dagegen sind sie einer übermäßigen optischen und akustischen Reizung ausgesetzt. Ein Fernseher riecht nicht, die Bilder können die Kinder weder tasten noch aufessen, schmecken oder spüren. Die Wahrnehmung wird dadurch zu einseitig, weil durch das Fernsehen nur das Sehen und Hören angesprochen werden. Wenn die anderen Sinne keine Informationen zu dem gerade Gesehenen beisteuern, dann kommen im Gehirn nur spärliche Informationen an.

Sprache lernen im Kindergarten

Die Sprachforschung hat nachgewiesen, dass die Gedächtnisleistung optimal aktiviert ist, wenn die Kinder sich dabei bewegen. Lernen geschieht also viel leichter, wenn die Kinder dabei hüpfen, winken, in die Hände klatschen oder mit dem Fuß wippen. Im Kindergarten verfügen Sie über ideale Möglichkeiten, um den Kindern diese optimale Lernsituation anzubieten: Kinderlieder, Reime, Fingerspiele, Rätsel, Bewegungsspiele und alle anderen Arten der Beschäftigung, die die intellektuelle und körperliche Beweglichkeit fördern. Dabei werden die neuen Wörter geklatscht, getanzt, gehüpft oder gespielt und bleiben dadurch viel besser im Gedächtnis haften.

Wichtiger Hinweis:

Im Laufe der kindlichen Entwicklung wird die abstrakte Denkfähigkeit immer mehr aufgebaut. Dann können neue Begriffe auch ohne eigenes Erleben verstanden und gelernt werden. Doch diese Denkleistung entwickelt sich erst gegen Ende der Kindergartenzeit.
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