Wie Sie nach Konflikten wieder miteinander ins Reine kommen


21.01.2015
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Ein Wort gibt das andere, etwas wird falsch verstanden, Informationen fehlen, unterschiedliche Standpunkte treffen aufeinander etc. – die Ursachen für Konflikte mit Eltern sind sehr vielfältig. Auf der einen Seite stehen Sie mit Ihrem professionellen und fachlichen Hintergrund, auf der anderen Seite stehen die Eltern, die das Beste für ihr Kind wollen. Diese beiden Seiten in eine gelingende Erziehungspartnerschaft zu bringen ist nicht immer einfach. Wenn es dann doch einmal zu einem Konflikt mit Eltern kommt, müssen Sie handeln. Anhand folgender Schritt-für- Schritt-Anleitung können Sie wieder gemeinsam und vor allem positiv zum Wohle des Kindes miteinander umgehen.

Konflikte haben viele Gesichter

Störungen in der Kommunikation mit Eltern können vielfältige Ursachen haben. Zum einen sind dies unterschiedliche Erziehungsauffassungen, ein Gespräch zu einem ungünstigen Zeitpunkt, eine nicht ganz so positiv verlaufende Entwicklung eines Kindes etc. Manchmal ergibt ein Wort das andere und Eltern und Sie haben im Moment des Gesprächs keine gemeinsame Basis mehr. Für eine gesunde Entwicklung des Kindes ist es jedoch wichtig, dass beide Seiten partnerschaftlich zusammenarbeiten. Unabhängig davon, was die genaue Ursache der Missstimmung war, nutzen Sie die folgenden Schritte, um so schnell wie möglich wieder zu einem guten Miteinander zu finden. In der unten abgedruckten Skizze sehen Sie die Schritte kompakt auf einen Blick.

Tipp für Ihre Praxis:

Manche Eltern kommen unvermittelt mit Ärger über etwas aus dem Alltag zu Ihnen. Damit Sie in dieser Situation gut reagieren können, hilft Folgendes: Vereinbaren Sie mit den aufgebrachten Eltern einen Termin, bei dem Sie Zeit haben für die Beschwerde. Lehnen Sie die sofortige Annahme der Beschwerde freundlich, aber bestimmt ab mit der Begründung, dass Sie jetzt aktuell an einer unaufschiebbaren Arbeit sind. Dies gibt den Eltern das Gefühl, ernst genommen zu sein, und Ihnen gibt es etwas Zeit, sich auf das Konfliktgespräch vorzubereiten. Zudem nimmt der kurze Aufschub viel Zündstoff aus der Situation.

Schritt 1: Bleiben Sie sachlich und professionell

Konflikte mit Eltern sollten nie auf einer persönlichen, unsachlichen oder verletzenden Ebene ablaufen. Dies gilt natürlich auch für die Eltern. Weisen Sie Beleidigungen oder Beschimpfungen zurück und vertagen Sie in einem solchen Fall das weitere Gespräch in der akuten Konfliktsituation auf einen späteren Zeitpunkt. In einer aufgeheizten Stimmung können weder Sie noch die Eltern gut miteinander kommunizieren. Brechen Sie also das Gespräch ab und weisen Sie darauf hin, dass es besser ist, das Gespräch später fortzuführen.

Wichtiger Hinweis:

Notieren Sie für sich immer direkt nach einem Konflikt mit den Eltern das Datum, die Gesprächsteilnehmer sowie in kurzen Stichworten den Inhalt des Konfliktes. So fällt es Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt nicht schwer, die Situation zu rekonstruieren und wieder aufzugreifen.

Schritt 2: Gehen Sie auf die Eltern zu

Vereinbaren Sie mit den Eltern in einem ruhigen Moment spätestens 1–2 Tage nach dem aufgetretenen Konflikt ein Gespräch, um in Ruhe miteinander in einen Austausch zu kommen. Setzen Sie sich mit den Eltern in einen ruhigen Raum und greifen Sie den Anlass des letzten Gesprächs auf, indem Sie zusammenfassen, um welchen Inhalt es eigentlich gehen sollte. Formulieren Sie zu Beginn zudem, dass es wichtig ist, gemeinsam zum Wohle des Kindes zu arbeiten, und dass Kinder Missmut zwischen den Erwachsenen immer spüren. Das Ziel des Gesprächs ist, einen gemeinsamen Weg und eine Lösung zu finden, mit der die Eltern und Sie gut weiterarbeiten können.

Schritt 3: Vereinbaren Sie gemeinsam das weitere Vorgehen

Wenn Sie mit den Eltern nach einem Konflikt im Gespräch sind, müssen Sie in der Regel immer sehr vorsichtig formulieren, um nicht erneut Unmut oder Ärger zu erzeugen. Halten Sie Vereinbarungen mit den Eltern in einem Kurzprotokoll fest, das Sie kopieren und den Eltern mitgeben. So vermeiden Sie erneute Unklarheiten oder das Vergessen abgesprochener Dinge. Es ist z. B. hilfreich, wenn etwa vereinbart wird, wer den Kontakt zu einer Frühförderstelle aufnimmt, wenn es um einen Entwicklungsrückstand des Kindes geht. Sie können auch notieren, wenn die Eltern das Einschalten von Ärzten ablehnen. So kann niemand im Nachhinein Sie zur Rechenschaft ziehen, wenn bestimmte Fördermaßnahmen nicht angelaufen sind.

Konflikte treten immer wieder auf. Wichtig ist, dann nicht den Kopf in den Sand zu stecken und den Eltern aus dem Weg zu gehen, selbst wenn Sie im Recht waren. Treten Sie professionell auf, gehen Sie auf die Eltern zu und vereinbaren Sie anhand der 3 Schritte das weitere gemeinsame Zusammenarbeiten. Viel Erfolg!

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