Die Entdeckung der Langsamkeit – 4 Tipps, wie Sie diese Kraft für sich nutzen


10.06.2015
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„Der Fehler liegt in der Eile“, lautet eine chinesische Weisheit. Tatsächlich unterlaufen uns die meisten Fehler, wenn wir uns zu sehr beeilen, mehrere Dinge gleichzeitig tun und nur „noch schnell“ dies und das erledigen wollen. Alles wieder ins Lot zu bringen kostet zusätzlich Zeit. Kennen Sie das auch von sich?

Der Umkehrschluss heißt also: langsamer statt schneller zu arbeiten. „Dann komme ich all meinen Aufgaben gar nicht mehr hinterher!“, mögen Sie einwenden. Lassen Sie sich von den folgenden 4 Tipps vom Gegenteil überzeugen. Die Kinder sind dabei wunderbare Vorbilder!

 

1. Tipp: Weniger Multitasking

Während Sie mit Kindern spielen, gibt Ihnen eine Mutter ihre neue Handynummer, und Sie entdecken, dass am Frühstückstisch die Teekanne umgefallen ist. Normaler Alltag und auch kein Problem, denn als Erzieherin sind Sie multitaskingfähig. Doch ganz ehrlich: Die Fülle solcher Situationen ist enorm anstrengend. Und genau betrachtet ist niemand in der Lage, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Denn Sie konnten mit den Kindern nicht richtig weiterspielen und haben Ihren Einsatz verpasst, der Mutter hörten Sie nur mit einem Ohr zu, und Sie haben auch nicht die große Teepfütze mit mehreren durchweichten Frühstücksbroten verhindert.

Achten Sie darauf, das nächste Mal die Dinge nacheinander zu tun: Bitten Sie die Kinder, mit dem Spiel kurz auf Sie zu warten, dann geben Sie der Mutter einen Zettel für die Telefonnummer und hängen diesen gleich an die Pinnwand. Und um den Frühstückstisch kümmert sich Ihre Kollegin. Sie werden feststellen: Das hat nicht mehr Zeit in Anspruch genommen, und alle Beteiligten sind zufriedener – einschließlich Sie selbst. Achten Sie gleich bei der nächsten Situation darauf – mit ein wenig Übung wird es Ihnen sicher gelingen, immer weniger gleichzeitig zu tun.

 

2. Tipps: Mehr Pausen

Sie werden sicher nicht mehr Mittagspausen machen können. Das ist auch gar nicht nötig, denn der Alltag bietet eine Reihe Möglichkeiten für Pausen zwischendurch, indem Sie z. B.

  • tief durchatmen, wenn Sie ärgerlich und emotional aufgewühlt sind,
  • beim Frühstück mit den Kindern bewusst Ihren Tee oder Kaffee genießen,
  • die Handflächen aneinander reiben und sie gewölbt mehrmals einige Sekunden lichtdicht vor die Augen halten oder
  • draußen bewusst den Wind auf dem Gesicht spüren.

Was so banal klingt, ist dennoch sehr effektiv. Wichtig ist, dass Sie bewusst daran denken und in diesen Sekunden alle Gedanken kurz aus Ihrem Kopf verbannen. Mit ein wenig Übung gelingt Ihnen das sicher immer besser!

 

 

3. Tipp: Weniger schnell

Haben Sie manchmal das Gefühl, den Aufgaben und Anforderungen gar nicht mehr hinterherzukommen? Dann ist es höchste Zeit, langsamer zu arbeiten, also langsamer zu gehen, langsamer zu atmen, langsamer zu sprechen, langsamer zu schreiben … Was zunächst kurios klingt, ist sehr wirkungsvoll. Denn schnell lässt das Gefühl von Überforderung nach, und Ihre Konzentration steigt – und beides brauchen Sie, um wieder effektiv arbeiten zu können. Warten Sie damit nicht zu lange, sondern entschleunigen Sie sofort, wann immer Sie spüren, dass Sie in Hektik geraten.

 

4. Tipp: Mehr „Ich“

Wer gerne tut, was er tun muss, braucht keinen Urlaub mehr“, heißt ein Sprichwort. Dann tun Sie im Alltag viel mehr Dinge, die Sie gerne machen! Was sind Ihre Hobbys, was können Sie besonders gut? Bringen Sie dies in Ihre tägliche Arbeit ein. Warum nicht mit den Kindern tanzen oder im Garten arbeiten? Finden Sie sich selbst in Ihrer Arbeit, dann fühlen Sie sich weniger angestrengt und viel erholter.

Mehr „Ich“ heißt aber auch, dass Sie durchaus nach Ihren Bedürfnissen schauen dürfen, z. B.:

  • Ich habe jetzt Mittagspause!“
  • Ich erledige das nächste Woche.“

Sehen Sie sich bei den Kindern um: Sie versinken im Spiel und vergessen die Welt, wenn sie gerade etwas beobachten, sie freuen sich von Herzen an vielen Tätigkeiten, sagen deutlich: „Ich will!“ oder „Ich will nicht! “ Hier können wir von den Kindern lernen – vor allem aber zeigen sie uns immer wieder: Kinder nehmen sich stets die Zeit, die sie für ihre Tätigkeit brauchen, um Erfolg zu haben.

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