Dem Burnout vorbeugen


10.02.2020

In einem Burnout zu stecken bedeutet für die Betroffenen eine Erfahrung, die an der Lebensqualität und am Selbstwertgefühl zehrt. Burnout bedeutet, dass die psychische Belastbarkeit bereits im mittleren Berufsalter erheblich abnimmt. Dauernde Überforderungen und Enttäuschungen führen zu emotionaler Erschöpfung und Resignation und lassen die Arbeitsenergie schwinden.

Finden Sie im Selbsttest heraus, ob sie zum Burnout neigen

Überprüfen Sie anhand der Fragen im Selbsttest, ob Sie unter Burnout leiden oder auf dem Weg dahin sind.

Selbsttest: Sind Sie von Burnout bedroht oder betroffen?

  • Fühlen Sie sich dauerhaft hohem Stress ausgesetzt?
  • Haben Sie stets den Anspruch, es allen recht machen zu wollen?
  • Neigen Sie zu Perfektionismus?
  • Machen Sie lieber alles selbst, bevor Sie Aufgaben an andere abgeben?
  • Wollen Sie immer stark sein und alles im Griff haben?
  • Weichen Sie niemals von ihren einmal gesteckten Zielen ab, auch wenn Sie sie nicht erreichen können?
  • Stecken Sie Ihre Energie häufig in Angelegenheiten, die Sie gar nicht ändern können, z. B. den Egoismus Ihrer neuen Kollegin?
  • Hat Ihr Beruf in Ihrem Leben mehr Gewicht als Ihr Privatleben?
  • Verschwenden Sie häufig Zeit, weil Ihnen wichtige Ordnungs- und Effektivitätsprinzipien fehlen?
  • Fehlt Ihnen die Arbeitsenergie, um Dinge zu ändern, die Ihnen nicht gefallen, z. B. die Gestaltung des Gruppenraumes?
  • Stehen Sie ständig unter Anspannung?
  • Denken Sie zu sehr daran, was in Zukunft alles passieren könnte, anstatt in der Gegenwart zu leben und sie zu genießen?
  • Können Sie nicht abschalten und denken auch noch nachts an die schwierigen Kinder / Eltern / Kolleginnen?
  • Empfinden Sie alles, was Sie machen, als sinnlos?
  • Fühlen Sie sich kraftlos und ausgelaugt?
  • Sind Sie momentan besonders anfällig für Krankheiten?
  • Meiden Sie den Kontakt zu anderen Menschen?
  • Haben Sie Zweifel, ob Sie den richtigen Beruf gewählt haben?
  • Zweifeln Sie an Ihrer Kompetenz?

Auswertung:

Wenn Sie bis zu 5 Fragen des Selbsttests zum Burnout mit „Ja“ beantwortet haben, sind Sie ein Mensch, der sich sehr gut vor dem Burnout schützen kann. Sie verfügen über eine gesunde Arbeitsenergie und sorgen für eine ausgewogene Balance zwischen Beruf und Privatleben.

Haben Sie mehr als 5 Fragen des Selbsttests zum Burnout mit “ Ja“ beantwortet, sollten Sie sich damit auseinander setzen, ob Sie auf den Burnout zusteuern. Gehen Sie Schritt für Schritt vor, um wieder zu mehr Lebens- und Arbeitsenergie zu finden. Bemühen Sie sich um ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben.

1. Schritt: Reduzieren Sie Stress, um Burnout zu vermeiden

Wenn Sie unter Stress stehen, verlieren Sie Ihre Arbeitsenergie und Ihre geistige Flexibilität. Sie sind schneller gereizt und aggressiv und ziehen sich von anderen Menschen zurück. Stressfreier leben Sie dann, wenn Sie

  • Herausforderungen als Chance und nicht als Problem ansehen,
  • eher Ihre Stärken als Ihre Schwachstellen wahrnehmen,
  • Ihre eigenen Kompetenzen ständig erweitern, anstatt sich über die hohen Anforderungen zu beklagen.

2. Schritt: Ihre Denkhaltungen beeinflussen den Burnout

Menschen, denen der Verlust der Arbeitsenergie und der Burnout droht, scheitern an ihren eigenen Glaubenssätzen, wie:

  • Ich muss es unbedingt allen recht machen.
  • Ich muss alles perfekt erledigen.
  • Am besten, ich mache alles selbst.

Da es unmöglich ist, solch hohe Ansprüche zu erfüllen, beginnen Sie, an sich selbst zu zweifeln. Wenn es Ihnen nicht gelingt, von diesen Denkmustern abzurücken, sinkt Ihre Frustrationsgrenze und Ihre Arbeitsenergie. Verzichten Sie dann bewusst auf Wörter wie „immer“, „alles“ und „muss“. Überlegen Sie stattdessen, ob Sie etwas „dürfen“ oder sich „erlauben“. Spüren Sie, wie sich die folgenden Sätze anfühlen:

  • Ich darf Fehler machen.
  • Ich habe das Recht, Nein zu sagen.
  • Ich erlaube mir, diese Aufgabe an meine Kollegin abzugeben.

3. Schritt: Gehen Sie sorgfältig mit Ihrer Arbeitsenergie um

Dass Sie von Burnout bedroht sind oder schon unter Burnout leiden, erkennen Sie auch an Ihrer negativen Arbeitsenergie. Belastung und Erholung sind nicht mehr in der Balance. Dieses falsche Haushalten betreiben Sie in vielerlei Hinsicht:

  • Sie stecken Ihre Arbeitsenergie in die falschen Aufgaben und Ziele.
  • Sie vergeuden Ihre Zuwendung an die falschen Menschen.
  • Die Möglichkeiten, neue Kraft zu tanken, nehmen Sie nicht wahr.
  • Ihnen fehlt am Ende die Arbeitsenergie dafür, die wichtigen Aufgaben entschlossen, zielstrebig und tatkräftig anzupacken.

Beispiele: Sie neigen dazu, sich bei Angelegenheiten zu engagieren, die kaum veränderbar sind. Ihre unordentliche Kollegin zu einem ordnungsliebenden Menschen machen zu wollen ist pure Verschwendung Ihrer Arbeitsenergie. Hier sollten Sie eine größere Gelassenheit an den Tag legen und die Eigenarten eines jeden Einzelnen als etwas Unveränderbares akzeptieren. Wenn Sie Ihre Arbeitsenergie bei solchen aussichtslosen Aktionen verschwenden, fehlt Ihnen die Kraft, Änderungen da vorzunehmen, wo sie auch Erfolg versprechen. Nämlich bei krank machenden Arbeitsbedingungen (z. B. einem zu hohen Geräuschpegel), bei der Gewichtung von Arbeit und Privatem und vor allem bei Ihnen selbst.

Ist der hohe Geräuschpegel in Ihrer Einrichtung eine Belastung für Sie, so gehen Sie das Problem im Team an: Überlegen Sie gemeinsam mit Ihren Kolleginnen, wie Sie das Problem lösen können. Hängen Sie z. B. große Faserplatten auf, die Sie als Pinnwände nutzen können und die gleichzeitig den Geräuschpegel dämpfen. Arbeiten Sie mit Stoffen, die ebenfalls etwas vom Lärm wegnehmen.

Finden Sie wieder eine Balance zwischen Ihrer Arbeit auf der einen und Ihrem Privatleben auf der anderen Seite. Gehen Sie private „Verpflichtungen“ ein. Verabreden Sie sich mit Freunden, treiben Sie regelmäßig Sport oder genießen Sie einfach einen Abend zu Hause. Das hilft Ihnen, abzuschalten und neue Lebens- und Arbeitsenergie zu tanken.

4. Schritt: Zu hohe Ziele können Burnout fördern

Überprüfen Sie Ihre Ziele regelmäßig. Wenn Sie spüren, dass sich Ihre Ziele immer schwieriger erreichen lassen, sollten Sie sie korrigieren. Geben Sie z. B. das Ziel, mit allen Eltern Ihrer Gruppe 1-mal pro Jahr ein Elterngespräch zu führen, auf, und nehmen Sie sich stattdessen vor, innerhalb der 3 bis 4 Jahre, die ein Kind in der Regel im Kindergarten verbringt, mindestens 2 Gespräche zu führen. So schonen Sie Ihre Arbeitsenergie und können den Burnout vermeiden.

5. Schritt: Treffen Sie eine Entscheidung

Wenn Sie bereits das Gefühl haben, unter Burnout zu leiden oder auf dem Weg dahin sind, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um an Ihrer Situation etwas zu ändern:

  1. Übernehmen Sie die Initiative, werden Sie aktiv, nehmen Sie Einfluss. Ändern Sie etwas!
  2. Lernen Sie zu lieben, was Sie tun. Überprüfen und ändern Sie Ihre innere Einstellung. Sagen Sie wieder „Ja“ zu dem, was Sie tun.
  3. Suchen Sie sich Hilfe z. B. in Form von Supervision oder einer Therapie.
  4. Als letzte Möglichkeit bleibt Ihnen zu kündigen, falls sich Ihre Lebensprioritäten in Ihrer Einrichtung nicht verwirklichen lassen. Möglicherweise ist dies die einzige Möglichkeit, um Schaden von Ihnen und Ihren Mitmenschen zu nehmen.

Immer dann, wenn Sie feststellen, dass Sie sich erschöpft fühlen, sollten Sie rechtzeitig gegensteuern, um erst gar nicht in den Strudel von Burnout zu geraten, aus dem Sie sich möglicherweise allein nicht mehr befreien können.


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