So lernen Kinder den richtigen Umgang mit Geld


30.10.2017

Vielen Kindern fällt der Umgang mit Geld schwer. Ihre materiellen Bedürfnisse und Wünsche steigen ins Unermessliche. In den Läden und im Internet gibt es alles zu kaufen. Die Werbung und auch die Freunde propagieren: „Das musst du unbedingt haben“, oder: „Du bist cool, wenn du das hast.“ Kinder haben oftmals noch kein Gespür dafür, wie viel etwas kostet und wie sie sinnvoll mit Geld umgehen.

1. Tipp: Erläutern Sie den Kindern die Bedeutung von Geld

Damit die Kinder den richtigen Umgang mit Geld lernen, ist es wichtig, ihnen erst die Bedeutung zu erklären. Hierzu gibt es tolle Bücher, die für die Kinder das Thema veranschaulichen, z. B. aus der Reihe „Wieso? Weshalb? Warum? Unser Geld“ aus dem Ravensburger Verlag.

Sprechen Sie mit den Kindern über die Entwicklung von Geld. Welche Vorteile es hat, mit Geld zu bezahlen, anstatt einen Tauschhandel einzugehen. Das können Sie gut an Beispielen vermitteln. Wenn beispielsweise ein Bauer ein neues Bett braucht und es kein Geld gäbe, dann könnte er dem Möbel-geschäft z. B. ganz viel Milch für das Bett anbieten. Leider kann das Möbelgeschäft aber keine Milch gebrauchen. Es weiß auch nicht, wo es die viele Milch lassen soll. So könnte der Bauer kein neues Bett bekommen. Geld schafft dieses Problem aus der Welt. Der Bauer verkauft die Milch und bekommt dafür Geld. Von diesem Geld kann er sich das Bett kaufen.

Geld ist auch ein Wertaufbewahrungsmittel. Der Bauer aus der Geschichte braucht zurzeit nichts Neues. Die Kühe geben aber jeden Tag neue Milch. Diese müsste er so lange sammeln, bis er wieder etwas kaufen möchte. Leider wird Milch aber nach kurzer Zeit schlecht. Geld kann nicht verderben. Der Bauer kann seine Milch jeden Tag an eine Molkerei verkaufen und bekommt dafür Geld. Dieses kann er so lange aufbewahren (sparen), bis er es braucht. Das Geld wird nicht schlecht. Es behält immer seinen Wert. Das Thema „Inflation“ sollten Sie noch ausklammern.

2. Tipp: Über Geld redet man nicht doch!

Es wird viel zu wenig über Geld gesprochen. Geld ist aber ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt unserer Gesellschaft. Kinder können den Umgang mit Geld nur lernen, wenn sie mit Geld umgehen dürfen und Sie mit den Kindern über Geld, die Einnahmen und Ausgaben sprechen.

Beziehen Sie die Kinder ein, wenn Sie eine Anschaffung für die Gruppe oder ein Fest planen. Erklären Sie den Kindern, wie hoch das Budget ist, und über die geplante Anschaffung. Überlegen Sie gemeinsam, was Sie für das zur Verfügung stehende Geld bekommen. Welche Dinge brauchen Sie unbedingt? Welche Anschaffungen können zurückgestellt werden? Worauf sollte verzichtet werden? Gibt es Möglichkeiten, das Budget zu erhöhen?

3. Tipp: Üben Sie den praktischen Umgang mit Geld

Den richtigen Umgang mit Geld können Kinder nur lernen, wenn sie auch mit Geld umgehen dürfen. Das können die (angehenden) Schulkinder gut beim Einkaufen lernen. Teilen Sie die Kinder in Klein-gruppen von ca. 6 Kindern ein. Jede Gruppe hat eine bestimmte Menge Geld – z. B. 10 € – zur Verfügung. Die Kinder bekommen nun den Auftrag, für einen Elternabend einzukaufen. Sie sollen überlegen, was ihre Eltern gerne essen und trinken, und diese Dinge kaufen. Dabei müssen sie sich absprechen, rechnen, Lösungen finden. Dieser Ausflug fördert nicht nur den Umgang mit Geld, sondern auch die Teamfähigkeit der Kinder. Kinder, die noch nicht rechnen können, müssen Sie dabei unterstützen.

4. Tipp: Geld ist nicht alles

„Ohne Moos nix los!“ Aber Geld ist auch nicht alles im Leben. Freundschaften, Liebe, Zuneigung und Gesundheit lassen sich nicht kaufen. Ein sinnvoller Umgang mit Geld beinhaltet auch ein gesundes Selbstbewusstsein. Ob ein Kind beliebt ist oder der Wert eines Menschen hängt nicht davon ab was er besitzt. Viel wichtiger ist es, wie ein Kind sich verhält. Fördern Sie sein Selbstbewusstsein und seine sozialen Fähigkeiten. Ermutigen Sie die Kinder, ihre eigene Meinung zu sagen und zu vertreten. Jedes Kind soll seinen ganz eigenen Lebensweg finden und sein persönliches Wohlbefinden leben, unabhängig von seinen finanziellen Möglichkeiten.

Kinder haben es heute in unserer „Ich will alles haben“-Konsumgesellschaft schwer. Daher ist es wichtig, ihnen eine gute finanzielle Bildung zu vermitteln. Eine gute Konsumerziehung fängt zu Hause an – beim Vorbild der Eltern.


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