Konflikte im Team: So reagieren Sie richtig


29.10.2013
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Als Hauptursache für Stress und Burn-out benennen Führungskräfte Konflikte im Team und nicht, wie häufig angenommen, Überlastungen, die durch die eigentliche Arbeit entstehen. Konflikte nehmen die Freude an der Arbeit, weil sie auf Dauer zermürben und kostbare Energien rauben. Und dennoch: Konflikte im Team gibt es überall, in jedem Betrieb und auch in Ihrer Einrichtung. Diese haben sehr viel mit Emotionen zu tun, lösen unterschiedliche Reaktionen wie Angst oder Resignation aus und stören das gesamte Betriebsklima ganz empfindlich.

Ein Irrglaube: Teamkonflikte lösen sich von allein

Ein Beispiel: Sie als Leiterin eines Kindergartens grüßen morgens bei Ihrer Ankunft all Ihre Mitarbeiterinnen freundlich. Eine Kollegin reagiert nicht und antwortet auf Ihre Fragen gereizt. Sie ist übellaunig und begegnet Ihnen aggressiv, wenn Sie sie ansprechen, außerdem reagiert sie auf alle Vorschläge Ihrerseits ausnahmslos mit Kritik. Ein offenes Gespräch tut hier Not.

Sprechen Sie mit der Mitarbeiterin unter 4 Augen. Sagen Sie ihr, dass Sie beobachtet haben, dass Ihr morgendlicher Gruß nicht erwidert wurde und dass Sie den Eindruck hätten, als liege hier ein unausgesprochenes Problem, ein Konflikt vor. Hören Sie sensibel zu, was die Erzieherin äußert, und nehmen Sie ihre Ausführungen sehr ernst. Besprechen Sie mit ihr das weitere Vorgehen und Ihren Vorschlag zur Klärung der Situation. Wenn Sie allein nicht mehr weiterkommen, weil die Situation festgefahren ist, bitten Sie eine außen stehende Person, beispielsweise einen Coach, die Fachberatung oder eine Leiterinnenkollegin aus einer anderen Einrichtung, um Hilfe.

1. Führen Sie Gespräche zu Konflikten im Team immer unter 4 Augen

Handeln Sie stets nach dem Grundsatz „Störungen haben Vorrang“. Wenn Sie schnell intervenieren, erwächst aus der Störung gar kein Konflikt. Sobald Sie Konflikte im Team wahrnehmen, Störungen oder Spannungen bei Ihren Mitarbeiterinnen bemerken, sprechen Sie die Situation an und bitten Sie die Beteiligten zu einem 4-Augen-Gespräch. Bei Konflikten zwischen 2 Kolleginnen sprechen Sie mit jeder Erzieherin zunächst einzeln. Im Einzelgespräch öffnen sich die Betroffenen in der Regel schneller und geben ihr eigenes Urteil zur Ursache und Entstehung des Streites ab, was Ihre Möglichkeiten erhöht, den Teamkonflikt zu lösen.

2. Teamkonflikte lösen Sie am besten mit einer behutsamen Heranführung an das Problem

Leiten Sie das Gespräch beziehungsbildend ein: „Frau Schneider, Sie wissen, dass ich mit Ihrer Arbeit als Gruppenleiterin sehr zufrieden bin. Heute müssen wir jedoch einmal über Ihre Probleme bei der Teamarbeit sprechen.“ Mit dieser Einleitung wird Ihre Gesprächspartnerin behutsam an das heikle Thema herangeführt. Nachdem Sie das Problem benannt haben, belegen Sie es mit einigen Beispielen, um Ihre Beobachtungen in den konkreten Situationen zu stützen.

3. Machen Sie klare Aussagen und kommen Sie auf den Punkt

Auch wenn es Ihnen schwer fällt: Reden Sie bei einem Konflikt im Team nicht lange um den heißen Brei herum. Machen Sie keine Andeutungen, sondern kommen Sie direkt auf den Punkt, um den Teamkonflikt schnell zu lösen: „Ich erlebe Frau Grün im Umgang mit Ihnen meist sehr verunsichert. Mir missfallen Ihr Tonfall und Ihre Wortwahl, wenn Sie mit Frau Grün sprechen. Ein solcher Umgangston wirkt sich nachteilig auf unser Betriebsklima aus und er ist nicht mit unserem Leitbild zu vereinbaren.“

4. Erheben Sie keine Vorwürfe

Vorwürfe sind wenig dienlich, um einen Teamkonflikt zu lösen, denn sie sind wenig konstruktiv und verstärken die ohnehin schon gereizte Stimmung. Versuchen Sie, behutsam im Einzelgespräch zu erforschen, was den Konflikt im Team ausgelöst hat und welche tiefer liegenden Ursachen er hat.

 

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5. Arbeiten Sie gemeinsam Konfliktlösungen aus

Vorgefertigte Lösungen nutzen nur wenig: Streichen Sie Patentlösungen aus Ihrem Kopf. Vorbestimmte Lösungen haben nur wenig mit der eigentlichen Ursache von Konflikten im Team zu tun und werden meist als Bevormundung empfunden. Um einen Teamkonflikt zu lösen, müssen die entsprechenden Antworten aus den Gesprächen wachsen. In dem Besprechen und Ihrem Hinterfragen spiegelt sich für den Betroffenen der Sachverhalt und es gelingt ihm, den Konflikt aus einer gewissen Distanz heraus zu betrachten. Manchmal reicht dieses Spiegeln zur Konfliktlösung aus. Müssen Sie einen größeren oder vielschichtigeren Teamkonflikt zu lösen, sind mehrere Gespräche nötig, um eine passende Lösung zu finden.

6. Vereinbaren Sie realistische und erreichbare Ziele

Formulieren Sie im 4-Augen-Gespräch 1 oder mehrere Zielvereinbarungen, die den betreffenden Erziehern helfen, den Konflikt im Team dauerhaft beizulegen und zu bereinigen.

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