Teamsitzung in der Kita: Lösungen für die 4 häufigsten Schwierigkeiten


12.04.2018

Teamsitzungen in der Kita finden normalerweise regelmäßig statt. Die Erwartungen, die Sie an Ihre Teamsitzungen stellen, sind hoch. Alle teilnehmenden Personen sollen sehr motiviert sein, viele kreative Ideen liefern und gemeinsam Lösungsmodelle entwickeln. Doch sicherlich weichen auch Ihre Teamsitzungen in der Kita von dieser Idealvorstellung ab. Störungen sind keine Seltenheit.

Nutzen Sie die folgenden Anregungen, die Ihnen helfen, Störungen in Zukunft zu vermeiden:

1. Schwierigkeit: Geringe Beteiligung

Problem: Eine Kollegin ist sehr zurückhaltend oder schweigt. Oft steckt hinter Zurückhaltung die Angst vor Ablehnung. Zeigen Sie, dass Sie Interesse an der Meinung dieser Kollegin haben. Auch das Team sollte den Äußerungen von sehr zurückhaltenden Kolleginnen Wertschätzung entgegenbringen, indem es aktiv zuhört und den Vorschlag weiterentwickelt.

Ferner sollten Sie Ihre Teamsitzung in der Kita nicht nur in mündlicher Form gestalten. Integrieren Sie auch schriftliche Elemente in die Besprechungen, beispielsweise die Karten-Abfrage, um für Ihr nächstes Kindergartenfest Ideen zu sammeln. Denn vielleicht hat eine Mitarbeiterin Hemmungen, vor einer großen Gruppe zu sprechen.

2. Schwierigkeit: Übersteigertes Streben nach Einvernehmen

Problem: Bei mehreren Kolleginnen besteht ein übertriebenes Harmoniebedürfnis. Es wird selten Kritik geübt, Diskussionen werden vermieden und Spannungen ignoriert.

Für das Streben der Mitarbeiterinnen nach Harmonie sollten Sie Ihren Kolleginnen zunächst Wertschätzung entgegenbringen. Loben Sie ihr Verhalten. Klären Sie Ihre Kolleginnen dennoch darüber auf, dass Kritik und Meinungsverschiedenheiten zu einer Gruppe dazugehören und positiv sein können: „Nur wenn wir als Team fähig sind, Konflikte offenzulegen und an ihnen zu arbeiten, können wir Kinder zur Konfliktfähigkeit erziehen!“

Häufiger Hintergrund für ein übertriebenes Harmoniebedürfnis ist die Angst, andere zu verletzen oder verletzt zu werden. Deshalb sollten Ihre Mitarbeiterinnen von Ihnen motiviert werden, Kritik zu üben.

3. Schwierigkeit: Rechthaberisches Verhalten

Problem: Eine Mitarbeiterin weiß immer alles besser und belehrt ständig andere Kolleginnen oder sie redet endlos. Teilen Sie dieser Kollegin unter 4 Augen mit, wie ihr Verhalten auf andere Teammitglieder wirkt und welche Folgen es langfristig für sie hat. Oft werden Besserwisser zu Außenseitern einer Gruppe!

Hilfreich ist, wenn Sie diese Mitarbeiterin auf die Kommunikationsregeln Ihres Teams verweisen. Falls das Problem dennoch bestehen bleibt, sollten Sie die Rolle der Moderatorin einnehmen.

Lenken Sie das Verhalten Ihrer Kollegin in geregelte Bahnen. Übertragen Sie ihr innerhalb von Teamsitzungen Teilaufgaben, wie die Rolle der Protokollantin Fragen Sie sie in Diskussionen gezielt zu bestimmten Punkten: „Welche Vorschläge haben Sie für die Umgestaltung des Außengeländes?“

4. Schwierigkeit: Erhöhte Aggressivität

Problem: Eine Kollegin nimmt die Rolle des Störenfrieds ein. Sie kritisiert ständig, wertet andere Mitarbeiterinnen ab, hetzt auf und reagiert sehr aggressiv. Bleiben Sie sachlich, indem Sie nur die reinen Fakten ihrer Äußerung in einer Hauptaussage zusammenfassen.

Stört diese Kollegin die positive Atmosphäre der Sitzung weiterhin, sollten Sie die Sitzung in nächster Zeit unterbrechen und sich unter 4 Augen mit dieser Kollegin unterhalten. Spiegeln Sie ihr Verhalten und forschen Sie nach den Ursachen. Verschärft sich das Verhalten dieser Kollegin dennoch, sollten Sie ihr klare Grenzen setzen und ihr deutlich zeigen, dass Sie ihr Verhalten nicht dulden: „Ich akzeptiere so ein Verhalten nicht in unserem Kindergarten.“

Wenn Sie viele der Störungen reduzieren oder vielleicht sogar beseitigen können, wirkt sich das positiv auf die Teamatmosphäre. Davon profitiert nicht nur Ihr Team, sondern die gesamte Kita-Arbeit.

Lösungen für die häufigsten Schwierigkeiten in Teamsitzungen

  • Geringe Beteiligung an der Teamsitzung: Bringen Sie einer Kollegin Wertschätzung entgegen, wenn diese eine Äußerung tätigt, sonst jedoch eher zurückhaltend ist. Integrieren Sie schriftliche Elemente in die Besprechung. Sprechen Sie das Problem der „geringen Beteiligung“ offen an!
  • Übersteigertes Streben nach Einvernehmen: Bringen Sie allen Kolleginnen Wertschätzung entgegen. Motivieren Sie Ihre Mitarbeiterinnen, Kritik zu üben!
  • Rechthaberisches Verhalten Einzelner: Führen Sie ein 4-Augen-Gespräch mit der entsprechenden Mitarbeiterin. Verweisen Sie sie auf die Kommunikationsregeln. Übertragen Sie der Kollegin Aufgaben, wie zum Beispiel die Protokollführung. Fragen Sie gezielt nach Vorschlägen!
  • Erhöhte Aggressivität: Bleiben Sie sachlich. Führen Sie auch hier ein 4-Augen-Gespräch mit der entsprechenden Mitarbeiterin und setzen Sie ihr klare Grenzen!

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