Medienerziehung für Kinder: So lernen Kinder einen kritischen Umgang mit Werbung, Konsum und Geld


30.10.2013
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Werbung suggeriert den Kindern und Jugendlichen, welche Statussymbole sie besitzen müssen, um von Gleichaltrigen anerkannt zu werden. Kinder kennen keine Welt ohne Werbung, sie wurden in diese Gesellschaft, die sich am Konsum orientiert, hineingeboren und müssen eine kritische Haltung dazu entwickeln. Lesen Sie hier, wie Sie Medienerziehung im Hort zum Thema Konsum und Werbung angehen und den Umgang mit Geld mit den Kindern üben.

„Ich wünsche mir zu Weihnachten die neueste Playstation!“ „Ich will ein Notebook!“ „Meine Eltern kaufen mir ein neues Zimmer, das krieg ich schon 3 Wochen vor Weihnachten!“ „Meine Oma schenkt mir das coole Handy aus der Werbung“: Solche Gespräche sind gerade in der Vorweihnachtszeit im Hort an der Tagesordnung. Kinder und Jugendliche achten sehr auf Konsum und Werbung – die sie vielfach aus der TV-Werbung kennen – und lassen sich von ihr beeinflussen.

Wie gehen Sie persönlich mit Werbung um?

Nun einmal Hand aufs Herz: Was fällt Ihnen schneller ein? 3 Slogans aus der Werbung oder 3 Buchtitel aus der deutschen Literatur? Kurz gesagt: Wer Konsumverhalten und die Werteorientierung von Kindern beklagt, muss sich die Frage stellen, wie er persönlich damit umgeht. Werbung gibt den Kindern unterschwellig Wertvorstellungen vor.

Sie suggeriert den Kindern und Jugendlichen, welche Statussymbole sie besitzen müssen, um von Gleichaltrigen anerkannt zu werden. Kinder kennen keine Welt ohne Werbung, sie wurden in diese Gesellschaft, die sich am Konsum orientiert, hineingeboren und müssen eine kritische Haltung dazu entwickeln.

Machen Sie Konsum und Werbung im Hort zum Thema

Bieten Sie möglichst viele Gesprächsanlässe, die sich um Konsum und Werbung im Hort drehen. Hören Sie genau auf die Gespräche der Kinder untereinander und knüpfen Sie daran an. Zeigen Sie den Kindern Ihre kritische Meinung der Werbung gegenüber und belegen Sie sie mit möglichst anschaulichen Beispielen. Mögliche Fragen, die Sie mit Hortkindern diskutieren können:

  • Glaubt ihr, dass alles stimmt, was die Werbung verspricht?
  • Ist euch schon einmal etwas aufgefallen, was nicht stimmte?
  • Was ist eure Lieblingswerbung?
  • Was glaubt ihr, warum es Werbung überhaupt gibt?

Spielerische Medienerziehung im Hort – Spielen Sie mit Werbung

Werbung pauschal zu verurteilen, würden die Hortkinder ablehnen. Die Kinder können jedoch lernen, sich kreativ mit Werbung und kritisch mit deren Wirkung auseinander zu setzen. Das klappt am besten, indem die Kinder und Jugendlichen dies selbst ausprobieren und in verschiedene Rollen schlüpfen. Damit Sie diese Erfahrungen machen können, bieten sich folgende Spiel-Ideen an:

  • Hängen Sie attraktive Zeitschriftenwerbung auf und verdecken oder überkleben Sie den Werbeträger oder das Produkt. Lassen Sie die Jugendlichen die Werbung betrachten, raten und begründen, für welches Produkt geworben wird.
  • Schauen Sie mit den Kindern und Jugendlichen ein spezielles „Werbungsvideo“ (etwa die lustigsten Werbespots der Welt, die Cannes-Rolle) an. Tauschen Sie sich mit den Jugendlichen aus, welche Spots ihnen besonders gut und welche überhaupt nicht gefallen. Überlegen Sie zusammen die Gründe dafür.
  • Machen Sie Kinder zu Werberegisseuren: Sie entwerfen ihren eigenen Werbespot und spielen ihn vor.

Üben Sie im Hort den realistischen Umgang mit Geld

Überzogene Weihnachtswünsche unserer Jugendlichen rühren häufig daher, dass das Thema „Geld“ und „Familieneinkommen“ in vielen Familien tabuisiert wird. Gerade auch in ärmeren Familien wird darüber nur ungern mit Kindern gesprochen. Geld wird – wohl auch durch die Möglichkeiten von Ratenkäufen und Sofortkrediten – von den Kindern deshalb nicht als knappe Ressource erlebt. Grundlegende lebenspraktische Kompetenzen, wie das Haushalten mit Geld, das Sparen für größere Anschaffungen und das Verzichten lernen Kinder häufig nicht mehr in der Familie. Versuchen Sie im Hort immer wieder, mit den Kindern einen Bezug zum Geld aufzubauen:

  • Stellen Sie mit den Kindern immer wieder fest, was ihre Wünsche in etwa kosten. Finden Sie dann mit den Kindern möglichst viele Analogien, wie der Preis sich aufrechnet: 3 Jahre und 4 Monate Taschengeld, 200 Brote, 300 Flaschen Cola …
  • Planen Sie mit den Kindern in Konferenzen Neuanschaffungen, die vom Spielgeld getätigt werden. Vergleichen Sie mit den Kindern Preise, führen Sie Bestellungen und Einkäufe zusammen durch.

Ältere Kinder und Jugendliche können für Feste im Hort eigenständig einkaufen. Besprechen Sie mit ihnen, welche Geschäfte besonders preiswert sind und wo die günstigsten Artikel in den Regalen liegen. Schätzen Sie vor dem Einkauf immer mit den Kindern zusammen, wie viel Geld sie benötigen

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