Wie Sie bei einem Kind das Selbstbewusstsein stärken – 7 Tipps


14.05.2018

Glauben Sie, dass es angebracht wäre, bei manchen Kindern das Selbstbewusstsein zu stärken? Tina ist 6 Jahre alt und ein sehr ruhiges und schüchternes Mädchen. Sie wird in ein paar Monaten in die Schule kommen. Sie hat nur ein geringes Selbstvertrauen und meidet daher viele Angebote und auch den Kontakt zu anderen Kindern. Obwohl sie ein großes Allgemeinwissen hat, sehr schnell laufen kann und über eine gute Feinmotorik verfügt, zeigt sie selten ihre Fähigkeiten. Mit den nachfolgenden 7 Ideen bieten Sie Kindern mit wenig Selbstbewusstsein kompetente Unterstützung, um mehr Selbstvertrauen zu erlangen.

1. Idee: Achten Sie auf die Beziehungen

Indem Sie gezielt auf das Kind zugehen und sich um eine gute Beziehung bemühen, vermitteln Sie ihm, dass es

  • wertgeschätzt, respektiert und verstanden wird,
  • bei Ihnen Unterstützung erfährt, um selbstständig handeln zu lernen,
  • in Ihnen ein Vorbild findet, von dem es lernen kann,
  • bei Ihnen Hilfe erhält, wenn es sich nicht gut fühlt oder in Gefahr ist.

Dieser Schutzraum ist für das Kind elementar, um sich selbst als kompetent und wertvoll zu erleben – vor allem dann, wenn es über wenig Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein verfügt.

2. Idee: Unterstützen Sie Freundschaften

Neben einem schützenden und stärkenden Umfeld sind auch Freunde für Kinder sehr wichtig. Doch nicht allen Kindern gelingt es, Freundschaften selbstständig zu schließen. Unterstützen Sie die Kinder dabei, indem Sie ein gemeinsames Spiel anbahnen. Sprechen Sie mit den Kindern über Gemeinsamkeiten: „Tina hat auch schon mal so einen hohen Turm gebaut wie du. Sicher macht es viel Spaß, mit ihr gemeinsam zu bauen!“ Denn Gemeinsamkeiten schaffen Verbindungen.

3. Idee: Fordern Sie ohne zu überfordern

Kinder mit einem starken Selbstvertrauen kennen ihre Fähigkeiten und können sich selbst gut einschätzen. Doch gerade Kinder mit wenig Selbstvertrauen haben es oft schwer, sich positiv und kompetent zu erleben. Schenken Sie ihnen besonders viel Aufmerksamkeit und loben Sie jedes Kind, wo immer es echtes Lob verdient hat. Besonders wirkungsvoll ist dieses Lob, wenn es

  • vor anderen ausgesprochen wird, z. B. indem Sie zu Ihrer Kollegin sagen: „Du glaubst nicht, wer seine Sportkleider so ordentlich aufgeräumt hat!“
  • die Wichtigkeit des Kindes unterstreicht, z. B.: „Tina, du kannst deine Jacke schon so gut anziehen. Du wärst mir eine große Hilfe, wenn du auch den Jüngeren beim Anziehen hilfst!“
  • die Besonderheit verdeutlicht, z. B.: „Tina, deine Muster gefallen mir ganz besonders gut, du hast ein echtes Talent dafür!“

4. Idee: Fordern Sie das Kind im Rahmen seiner Fähigkeiten

Wenn Sie das Kind fordern, aber nicht überfordern, wird es stolz auf seine Leistungen sein. Beauftragen Sie ein Kind, den Tisch zu schmücken oder eine Notiz zu einer Kollegin zu bringen. Nichts macht Kinder stärker als Stolz auf etwas selbst Geleistetes!

5. Idee: Vermeiden Sie eine Überforderung

Genau andersherum wirkt die Überforderung. Schüchterne Kinder fühlen sich durch bestimmte Herausforderungen überfordert und eingeschüchtert. Sie reagieren schnell mit Rückzug, wenn Erwartungen an sie herangetragen werden, bei denen sie ein Unwohlsein verspüren. Achten Sie deshalb darauf, die Kinder dort zu schützen, wo sie Ängste oder Schwierigkeiten haben.

6. Idee: Machen Sie Erfolge bewusst

Den Kindern ihre Lernerfolge sichtbar zu machen ist wichtig, um ihr Selbstvertrauen zu stärken. Denn diese positive Beobachtung und Bestätigung fehlen vielen Kindern. Bringen Sie deshalb die Leistungen des Kindes möglichst oft in einen größeren Bezug, z. B.: „Tina, weißt du noch, wie fleißig du geübt hast, bis du gelernt hast, die Schuhe zu binden?“ oder „Ich habe dir deinen Namen nur 3-mal vorgeschrieben und dann konntest du ihn schon allein schreiben!“

7. Idee: Setzen Sie Lerngeschichten ein

Auch Lerngeschichten sind zur Stärkung des Selbstvertrauens eine gute Methode, weil die Kinder dadurch nicht nur ihre Lernerfolge, sondern auch große Wertschätzung erfahren. Zudem sind Lerngeschichten positiv formuliert und orientieren sich an den Stärken des Kindes. So vermitteln Sie dem Kind: „Ich habe Fähigkeiten, mit denen ich mein Leben selbstständig verändern kann!“

Mein Fazit

Das Selbstbewusstsein bei Kindern zu fördern ist sicherlich eine der herausforderndsten pädagogischen Tätigkeiten. Hierzu sind viele kleine Schritte notwendig. Sie sind auch kein einmaliges Projekt, sondern eine durchgängige pädagogische Haltung. Mit viel Geduld und Zuspruch werden Sie sehen, dass schüchterne Kinder so Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen erlangen.


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