3 Schritte, mit denen Sie aggressive Kinder in den Griff bekommen


12.07.2017
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Kinder, die in ihrer sozialen Kompetenz Defizite haben und darum gestärkt werden müssen, gehören zum Kita-Alltag. Gelegentlich zeigen Kinder sogar ein ausgeprägt aggressives Verhalten oder leiden sogar an einer sozialen Störung. Solche Kinder verhalten sich auffällig, gehen ständig an ihre Grenzen (und darüber hinaus) und machen Ihnen das Leben schwer. Lesen Sie hier, wie Sie schrittweise vorgehen, um dem aggressiven Verhalten von Kindern entgegenzuwirken.

 

Praxisbeispiel

Santos und Nico spielen Fußball. Nach kurzer Zeit prügeln die beiden auf dem Boden mit Fäusten aufeinander ein. Als die Erzieherin Renate Kleinhenz dazukommt, muss sie die beiden trennen, damit sie sich nicht ernsthaft verletzten. Sie wartet, bis die Jungen sich beruhigt haben und anschließend sucht sie das Gespräch mit den beiden. Sie möchte wissen, was der Grund dafür war, dass beide so aus der Fassung geraten sind. „Wir haben uns gestritten, ob es ein Tor war oder ob es kein Tor war,“ sagen beide übereinstimmend.

So gehen Sie vor

Stellen Sie Verhaltensregeln auf, die für alle Kinder gleichermaßen gelten, und achten Sie streng auf deren Einhaltung. Das hilft besonders solchen Kindern, die Defizite im Sozialverhalten haben. Anregungen dazu finden Sie in den Verhaltensregeln am Ende dieses Beitrags.

1. Schritt: Holen Sie das Kind aus der Situation heraus

Gehen Sie ruhig auf das aggressive Kind zu und holen Sie es aus der belastenden Situation heraus. Ein ruhiges Zimmer oder ein leerer Nebenraum sind dafür genau richtig.

Bleiben Sie unbedingt bei dem Kind, bis es sich beruhigt hat. Lassen Sie es jedoch in Ruhe und reden Sie auf keinesfalls permanent auf das Kind ein. Allein Ihre Gegenwart wirkt bereits beruhigend auf das Kind.

Kinder, die sehr aggressiv handeln oder ausgeprägte Wutanfälle bekommen, richten dabei im Affekt schon mal großen Schaden an. Wenn Sie Kinder in Ihrer Gruppe haben, die sich aggressiv verhalten, sollten Sie nicht allein in der Gruppe sein, sondern Kollegen zur Unterstützung hinzuziehen.

2. Schritt: Thematisieren Sie das Verhalten


Warten Sie ab, bis das Kind sich wieder vollständig beruhigt hat. Manchmal dauert dies nur wenige Minuten, gelegentlich bis zum nächsten Tag. Sprechen Sie mit dem Kind altersangemessen über sein Verhalten. Fragen Sie nach dem Grund seines Verhaltens und überlegen Sie mit dem Kind gemeinsam, wie es anders hätte reagieren können. Geben Sie dabei jedoch keine Impulse vor, sondern achten Sie genau auf die Ideen und Vorschläge des Kindes. Versuchen Sie , eine seiner Ideen zeitnah umzusetzen.

Beispiel: „Du hast in der Bauecke mit Bausteinen geworfen. Dabei haben 2 Kinder die Steine an den Kopf bekommen. Das hat den Kindern sehr weh getan. Was hättest du anders machen können?“ „Hast du eine Idee?“ „Könntest du dich zurückziehen, wenn du merkst, dass deine Wut zu groß wird?“

3. Schritt: Bieten Sie Hilfen an 

Manchmal helfen weder Gespräche noch eine Begleitung des Kindes. Dann ist professionelle Hilfe vonnöten.

Sprechen Sie mit den Eltern und formulieren Sie deutlich, dass das Kind (und eventuell sie selbst) therapeutische Hilfe benötigen, damit es seine Entwicklungsrückstände im sozialen Verhalten aufholen kann.

Verhaltensregeln für die Kinder der Kita Sonnenschein 

  1. Ich frage das andere Kind, ob ich mitspielen darf.
  2. Ich akzeptiere, wenn andere Kinder Nein sagen.
  3. Ich versuche, Probleme oder Streit zuerst allein zu klären.
  4. Schaffe ich das nicht, hole ich mir Hilfe beim Erzieher.
  5. Ich schlage nicht und beleidige keinen.
  6. Ich darf frustriert sein und schlechte Laune haben.
  7. Ich kann mit dem Erzieher oder mit Kindern darüber sprechen.
  8. Ich darf meine Laune nicht an anderen Kindern auslassen, indem ich sie schlage oder bedrohe.
  9. Es ist normal, dass es mir einmal nicht gut geht.
  10. Wenn es mir nicht gut geht, versuche ich, mit dem Erzieher darüber zu sprechen.
  11. Ich darf mich auch zurückziehen, wenn ich nicht darüber sprechen will.

Fazit

Zunächst sollten die Ursachen des aggressiven Verhaltens ergründet werden. Im Anschluss daran konfrontieren Sie das Kind mit seinen Gefühlen und mit seinem Verhalten. Wenn das Kind trotz dieser Interventionen langfristig keine Verhaltensänderung zeigt, sollten Sie therapeutische Hilfsangebote andenken. Spielen Sie den Eltern gegenüber von Anfang an mit offenen Karten und empfehlen Sie z. B. zusätzlich ein soziales Kompetenztraining für das Kind.

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