Mit diesen 7 Tipps sind Problemgespräche für Sie ein voller Erfolg


20.03.2017
Share Button

Kennen Sie auch solche oder ähnliche Situationen? Ein Junge im Alter von 2 Jahren macht Ihnen Sorgen. Er hat noch große Schwierigkeiten, den Löffel zielgerichtet zum Mund zu führen. Auch andere feinmotorische Tätigkeiten stellen für ihn eine Herausforderung dar. Wenn Sie in kurzen Gesprächen diese Themen angedeutet haben, hat die Mutter salopp abgewunken: „Das wird schon.“

 

 

Allerdings haben sich die motorischen Fähigkeiten in den letzten Monaten auch nicht merklich weiterentwickelt. Die Spanne zur altersgemäßen Entwicklung hat sich dadurch noch weiter vergrößert. Sie sehen es als sehr wichtig an, dass dieses Defizit von Fachleuten abgeklärt wird. Hierzu müssen Sie ein Gespräch mit den Eltern führen. Aufgrund der Erfahrung mit der Mutter bereitet Ihnen das Sorge. Nachfolgend finden Sie 7 hilfreiche Tipps, um Problemgespräche erfolgreich zu führen.

1. Tipp: Laden Sie beide Eltern ein

Gerade wenn es um problematische Themen geht, sollten Sie unbedingt beide Eltern zu dem Gespräch einladen. Oftmals ist ein Elternteil zugänglicher für das Problem. Zudem erfahren Sie so beide Sichtweisen bzw. haben auch die Möglichkeit, beiden Eltern gleichzeitig Ihren Standpunkt darzulegen.

2. Tipp: Bereiten Sie sich gut vor

Sie sollten vorab unbedingt Ihr Gesprächsziel festlegen. Überlegen Sie sich genau: „Was möchte ich erreichen?“ Bezogen auf das Beispiel in der Einleitung könnten Ihre Gesprächsziele lauten:

Ich möchte, dass die Eltern

  • über den Entwicklungsstand ihres Kindes informiert sind.
  • mich informieren, wie sich der Sohn zu Hause verhält.
  • zu Hause die Feinmotorik des Jungen trainieren.
  • ihr Kind bei einem Kinderarzt vorstellen, um den Entwicklungsstand überprüfen und ggf. eine Therapie einleiten zu lassen.

Hierzu ist es wichtig, dass Sie Ihre Meinung mit Fakten untermauern können. Beobachten Sie vorab den Jungen genau und notieren Sie diese Beobachtungen.

Verwenden Sie auch einen standardisierten Beobachtungsbogen für die Entwicklung von Kleinkindern. Hiermit können Sie Abweichungen von der altersgemäßen Entwicklung deutlich machen. So haben Sie eine gute Gesprächsgrundlage.

3. Tipp: Führen Sie das Gespräch wertschätzend

Für Eltern ist es nicht einfach, wenn ihr Kind Schwächen hat. Es ist verständlich, dass sie sich schützend vor ihr Kind stellen. Das kann sich durch Abwehr Ihnen gegenüber, z. B. durch Verleugnen des Problems, Schuldzuweisungen etc., äußern. Um die Eltern zu erreichen, müssen Sie das Gespräch wertschätzend führen. Dies funktioniert, wenn Sie:

  • fragen,
  • loben,
  • spiegeln,
  • die Eltern als Experten für ihr eigenes Kind akzeptieren und
  • die Erziehungsarbeit der Eltern anerkennen.

Hierdurch zeigen Sie, dass Sie das Kind mögen und Ihnen eine positiv verlaufende Entwicklung wichtig ist.

4. Tipp: Fragen Sie die Eltern nach ihren Beobachtungen

Wenn Eltern das Gefühl haben, dass sie nicht als Experten für ihr Kind anerkannt werden, reagieren sie mit Rückzug oder Widerstand. Das macht ein Problemgespräch noch schwieriger. Durch Fragen können Sie diesem vorbeugen. Fragen Sie die Eltern nach:

  • ihren Beobachtungen
  • ihrer Meinung
  • ihren Lösungsmöglichkeiten

5. Tipp: Fassen Sie Ergebnisse zusammen

Fassen Sie die Aussagen der Eltern immer wieder zusammen. Beispielsweise: „Habe ich Sie richtig verstanden, dass Ihr Sohn zu Hause gern Perlen auf einer Schnur auffädelt? Allerdings fällt es ihm schwer, mit dem Löffel zu essen. Daher füttern Sie ihn.“ Auch wenn es Ihnen schwerfällt: Werten Sie solche Aussagen nicht und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Eltern sich verschließen.

6. Tipp: Leiten Sie zu einer Entscheidung über

Wenn Sie sich mit den Eltern über mögliche Lösungen ausgetauscht haben, sollten Sie eine mögliche Lösung oder einen nächsten Schritt festlegen. Bezogen auf das Eingangsbeispiel, kann Ihre Formulierung lauten: „Ich weiß, dass Sie das Beste für Ihren Sohn möchten. Können Sie sich vorstellen, unsere Beobachtungen mit Ihrem Kinderarzt durchzusprechen? Dann wissen wir genau, wie der Entwicklungsstand seiner Feinmotorik ist. Darauf aufbauend können wir überlegen, wie wir Ihren Sohn gemeinsam fördern können.“

7. Tipp: Vereinbaren Sie einen Folgetermin

Durch ein Gespräch ist das Problem meistens noch nicht gelöst. Es ist nur der 1. Schritt hin zu einer Lösung. Vereinbaren Sie mit den Eltern einen Folgetermin, um sich erneut auszutauschen.

Share Button

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Das perfekte Elterngespräch

8. Oktober 2014

Elterngespräche gehören zum Kerngeschäft jeder Kita. Als Leiterin streben Sie natürlich danach, dass die Elterngespräche in Ihrer Einrichtung auf einem hohen qualitativen Niveau geführt werden, das von jeder Erzieherin... Mehr erfahren

Wie Sie in 3 Schritten erfahren, was Eltern möchten

17. Juli 2017

Eltern haben verschiedene Bedürfnisse, wenn es um die Betreuung ihres Kindes in der Kita geht. Die einen sind zufrieden, wenn sich ihr Kind wohlfühlt und viele Freunde hat. Andere möchten, dass das eigene Kind bestens... Mehr erfahren

Schwierige Gespräche mit Eltern und Kollegen: So setzen Sie Grenzen

30. September 2015

Klarheit schaffen ohne Waffen! Das könnte Ihr Slogan werden, wenn sich das nächste schwierige Gespräch anbahnt: mit den Eltern, die nicht lockerlassen und immer mehr Forderungen stellen, oder mit Ihrer Kollegin, von der Sie... Mehr erfahren



© 2017 PRO Verlag, Bonn