So gehen Sie in der Kita mit kritischen Eltern um


25.04.2016
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Ein Beispiel aus dem Alltag: Herr Schneider kommt zu einem Elterngespräch. Er erzählt von der Kita, in der die Kinder der Nachbarn sind und wie viel dort angeboten wird. Schließlich will er von Ihrer Mitarbeiterin wissen, wieso das Angebot bei Ihnen nicht auch so groß ist …
Solche Situationen gibt es tagtäglich in vielen Kitas. Meist fühlen sich die Mitarbeiterinnen dann schnell überfahren und wissen erst gar nicht, wie man mit diesen Forderungen von äußerst kritischen und anspruchsvollen Eltern umgehen soll. Lesen Sie hier, wie Sie und Ihr Team mit solchen Eltern umgehen können.

 

Darum geht es Eltern wenn Sie Kritik an der Kita äußern

Die meisten Eltern werden mit Ihrer Kita sehr zufrieden sein. Es gibt aber auch immer wieder Eltern, die mit überzogenen Ansprüchen zu Ihnen kommen, die alles kritisch bewerten und vieles besser wissen. Diese Eltern dürfen Sie nicht einfach gewähren lassen. Sie laufen dann Gefahr, dass sich durch Gespräche im privaten Freundeskreis oder Treffen vor der Kita ein Lauffeuer entzündet, sodass auf einmal viele Eltern unzufrieden sind und mehr fordern.
Eltern haben immer die Sorge , dass ihr Kind nicht genug geboten bekommt. Wenn es Ihnen gelingt, Eltern diese Sorge zu nehmen, dann haben Sie sie in der Regel wieder auf Ihrer Seite. Lesen Sie nachfolgend, wie Ihnen das gelingt.

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Wie Sie in Ihrer Kita mit kritischen Eltern umgehen

Der im Eingangsbeispiel aufgeführte Konflikt macht das Anspruchsdenken von manchen Eltern deutlich. Es ist wichtig, dass Sie diese Ansprüche ernst nehmen und ihnen schnellstmöglich begegnen, um somit den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie oder Ihre Teammitglieder müssen schnell auf die formulierten Ansprüche der Eltern reagieren. Dazu sollten Sie zunächst analysieren, wo der Ursprung des Konfliktes ist. Versuchen Sie also erst einmal, im Gespräch mit den Eltern zu ergründen, ob dieses Gefühl schon lange besteht oder erst aktuell durch den Vergleich mit der Nachbarfamilie aufgetreten ist.

Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch mit den Eltern vor

Bevor Sie in das direkte Gespräch gehen, für das Sie die Eltern explizit einladen, sollten Sie sich gut vorbereiten. Sammeln Sie Informationen, was der Sohn von Herrn Schneider die letzte Zeit über in der Kita gemacht hat, an welchen Angeboten er teilgenommen hat. Führen Sie sich zudem vor Augen, wie viele Angebote und Aktionen tatsächlich in der Kita laufen.
Verbalisieren Sie in dem Gespräch dann auch, wie Sie konkret jedes Kind beobachten und entsprechend den Ergebnissen fördern und begleiten.

Fragen Sie nach, was die Eltern in Ihrer Kita vermissen

Suchen Sie das Gespräch mit den Eltern, und fragen Sie direkt, was ihnen fehlt und was sie gerne hätten. Fragen Sie aber auch danach, wieso die Eltern gerne noch Ballett oder Musik oder Englisch als Angebot in der Kita hätten. Machen Sie deutlich, dass Sie zunächst einfach nur gerne erfahren möchten, worum es den Eltern konkret geht.

Formulieren Sie Ich-Botschaften beim Elterngespräch

Herr Schneider möchte eine gute Förderung für sein Kind. Das möchten Sie auch. Formulieren Sie also „Mir ist es wichtig, dass wir Ihr Kind individuell fördern. Letzte Woche z. B. …, deswegen haben wir speziell … angeboten.“ Werden Sie so konkret wie möglich, und machen Sie deutlich, dass Sie als Person und Ihr Team auf jedes Kind eingehen.
Und genau deswegen sind die Angebote bei Ihnen vor Ort so, wie sie sind. Statt des Gitarrenunterrichts gibt es eine Musik-AG, bei der die Kinder freiwillig und ohne Zwang teilnehmen. Oder Sie haben statt Ballett eine Ergotherapeutin, die immer wieder Bewegungserlebnisse für die Kinder schafft.

Lassen Sie sich auf keine Rivalität mit den Eltern ein

Vermeiden Sie in dem Gespräch den direkten Konkurrenzkampf mit einer Nachbar-Kita, frei nach dem Motto: „… dafür haben wir aber einen größeren Turnraum als die.“ Das ist weder sachlich noch hilft es, den Vater von Ihrer guten Arbeit zu überzeugen. Punkten Sie lieber damit, indem Sie sagen: „Unsere Philosophie ist es, … deswegen gibt es bei uns …“
Versetzen Sie sich im Gespräch immer wieder in die Situation der Eltern hinein, und argumentieren Sie mit Punkten, die Sie selbst überzeugen würden. Formulieren Sie beispielsweise so: „Ich würde auch Musikunterricht gut finden, aber dafür haben wir frei zugängliche Orff-Instrumente.“ Oder: „Bei uns wird der Bereich Mathematik durch eine Vielzahl an Angeboten abgedeckt, dazu gehören die Lernwerkstatt im Blauen Raum, die Zahlenleiter im Keller etc.“

Veranschaulichen Sie im Gespräch mit den Eltern Ihre Vorgehensweise

Versuchen Sie, in dem Gespräch zu verdeutlichen, wie Sie arbeiten. Geben Sie Herrn Schneider Infomaterial mit. Gehen Sie mit ihm das Portfolio seines Kindes durch. Durch die Bilder und Geschichten wird greifbar, was Sie leisten.
Überlegen Sie dann gemeinsam, welche Förderung das Kind wirklich braucht und wer was dazu beitragen kann.
Fazit: Jeder Unmut und jede Forderung zeigt, dass Eltern mit etwas unzufrieden sind. Dies kann gerechtfertigt oder ungerechtfertigt sein. Sie können die Kita nicht auf jede Familie individuell zu schneiden. Sie können aber jedem Kind individuell gerecht werden. Genau das müssen Sie den Eltern immer wieder transparent machen.
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