Elternarbeit ist Vertrauenssache


17.01.2017
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Vertrauensvolle Elternarbeit ist die Grundlage für eine wirkungsvolle Kooperation. Nur in Kitas, in denen dies gelingt, kann von erfolgreicher Erziehungspartnerschaft gesprochen werden.

Die Eltern bauen rasch Vertrauen zum pädagogischen Personal Ihrer Kita auf, wenn Ihnen die einzelnen Mitarbeiter bekannt sind. Nutzen Sie deshalb jede Gelegenheit bei Ihrer Elternarbeit, die Mitarbeiter vorzustellen. Besonders gut gelingt dies im 1. Elternbrief. Dieser sollte immer mit einer Vorstellungsseite aller Mitarbeiter beginnen.

Der 1. Eindruck entscheidet auch in der Elternarbeit darüber, ob wir einem Menschen Sympathie entgegenbringen. Nutzen Sie diese Erkenntnis auch in Ihrer Kita. Sie fördern die Vertrauensbildung zwischen Eltern und Ihre Personal, wenn Sie in den Eingangsbereich Ihrer Einrichtung eine Kennenlerntafel aufhängen. Dies ist in Form eines großen Bilderrahmens besonders wirkungsvoll, der Portraitfotos von allen Mitarbeiterinnen zeigt, die beschriftet sind mit dem Namen der Mitarbeiter, ihrer Funktion in der Kita und der Gruppe oder dem Bereich, in dem sie tätig ist.

Kompetenz schafft Vertrauen in Ihrer Elternarbeit

Die Eltern vertrauen ihre Kinder täglich Ihren Mitarbeiter an. Das sollten sie immer mit einem guten Gefühl tun. Ihre Elternarbeit wirkt besonders professionell, wenn Sie den Eltern einen Einblick über die fachlichen Qualitäten Ihrer Erzieher geben. Dies gelingt besonders gut, wenn Sie in Ihrem Elternbrief eine Rubrik „Fortbildungen unseres Personals“ einrichten.

In dieser Rubrik sollte jede Fortbildung benannt werden, die eine Mitarbeiterin besucht hat. Auch eine Kurzbeschreibung des Seminars ist von Vorteil für die Eltern.

Beispiel:

Fortbildungen unseres Personals

03. bis 05. 01.2017:
Die Fortbildung „Erste Hilfe für Kinder im Kleinkindalter“ wurde von Katherine Zettel absolviert.
Lerninhalte: Rettungsmaßnahmen und erste Hilfe bei kleinkindtypischen Unfällen, z. B. Verschlucken, Fieberkrämpfe oder Sturzverletzungen.

20. bis 22.02.2017:
Regina Winter nahm an der Fortbildung „phonologische Bewusstheit für Vorschulkinder“ teil.
Lerninhalte: Lauterkennung und –unterscheidung für Kinder im vorschulischen Alter; spielerische Übungsmethoden für Kinder; Implementierung eines täglichen kurzen Übungsprogramms

Auch auf Ihrer Homepage können Sie auf der Personal-Seite die Mitarbeiterinnen vorstellen und eine Übersicht über die Fortbildungen des aktuellen und des vergangenen Jahres geben. Denken Sie daran, auch alle Inhouse-Schulungen mit dem Seminartitel und den Teilnehmern zu nennen.

Elternarbeit lebt vom Elterngespräch – So gelingt Ihnen das perfekte Elterngespräch

Elterngespräche gehören zum Kerngeschäft jeder Kita in der Elternarbeit. Als Leitung streben Sie natürlich danach, dass die Elternarbeit und damit auch die Elterngespräche in Ihrer Kita auf einem hohen qualitativen Niveau geführt werden, das von jedem Erzieher eingehalten werden kann.

Ihre Elternarbeit beginnt nicht mit dem Gespräch zwischen Eltern und Erziehern, sondern es fängt weitaus früher an. Bereits die Art und Weise, wie die Eltern eingeladen werden, entscheidet mit darüber, ob das Elterngespräch von Erfolg gekrönt ist. Legen Sie mit Ihren Mitarbeitern fest, wie Sie die Eltern zu einem Gespräch einladen möchten. Je nach Anlass ist das sicher unterschiedlich. Dennoch sollte für alle Erzieher klar sein, dass auch bei der Einladung zu einem anstehenden Problemgespräch die Atmosphäre stimmen muss.

Erstellen Sie eine Arbeitsanweisung für Ihre Mitarbeitern, damit die Gespräche in der Elternarbeit gelingen. Legen Sie die Art und Weise der Einladung in der Arbeitsanweisung fest, in denen der Ablauf und die Durchführung von Elterngesprächen festgeschrieben sind. Die Arbeitsanweisung sollte von allen Erziehern unterzeichnet werden.

 

 

Folgende Arten der Einladungen bieten sich für Elterngespräche in Ihrer Elternarbeit an:

  • Eingewöhnungsgespräch: Telefonische Einladung oder persönliche Ansprache der Eltern mit direkter Terminvereinbarung
  • Entwicklungsgespräche: Persönliche schriftliche Einladung für alle Eltern mit individueller Terminvergabe
  • Problemgespräche, B. bei Auffälligkeiten des Kindes: Persönliche Ansprache der Eltern mit kurzer Schilderung des Grundes und anschließender Terminvereinbarung. Die Ansprache darf auf keinen Fall vor anderen Eltern oder vor dem betroffenen Kind erfolgen.
  • Übergabegespräche oder Abschlussgespräche, z. B. bei Umzug, Wechsel in eine andere Kita oder beim Übergang an die Schule: Persönliches Ansprechen der Eltern beim Bringen oder Abholen des Kindes und anschließendem Angebot, einen Termin auszumachen

Ein perfektes Elterngespräch wird nicht ohne Vorbereitung gelingen. Ermutigen Sie Ihr Personal, eine möglichst gute Vorbereitung für jedes Elterngespräch zu treffen. Auch routinierte Erzieherinnen sollten jedes Gespräch mit großer Sorgfalt schriftlich vorbereiten. Hilfreiche Fragen zur Vorbereitung sind folgende:

  • Wie sieht mein Gesprächsziel aus?
  • Wie kann ich den Eltern die Situation verdeutlichen?
  • Was möchte ich von den Eltern wissen?
  • Wie kann ich mich in die Situation der Eltern hineinversetzen?
  • Was würde ich mir an Stelle der Eltern wünschen oder was würde mir helfen?
  • Welche Lösungswege können dem Kind nützen?

Schildern Sie Ihr Anliegen klar und deutlich

Nach einer Begrüßung und kurzem Smalltalk sollten Sie direkt zum Punkt kommen. Schildern Sie den Eltern das Anliegen Ihres Elterngespräches. Beschreiben Sie die Situation klar und deutlich. Sagen Sie z. B.: „Tobias macht zwar Fortschritte in der Aussprache der verschiedenen Laute. Allerdings ist die Kluft zu gleichaltrigen Kindern noch sehr groß. Besonders bei den T und S-Lauten tut sich Tobias noch sehr schwer. Mein Anliegen ist es, heute gemeinsam mit Ihnen zu überlegen, wie unser Kindergarten und Sie als Eltern Tobias dabei helfen können, flüssiger und deutlicher zu sprechen. Tobias ist ein sehr kluger Junge. Ich möchte ihm dabei helfen, dass er das auch zeigen kann.“

Die Eltern können Sie besser verstehen, wenn Sie Beispiele aus Ihrer Einrichtung schildern. Gefühle wie Sorge oder Freude über den Fortschritt des Kindes sollten Sie nicht verbergen. Dies baut Vertrauen auf und zeigt den Eltern, dass es Ihnen wirklich um ihr eigenes Kind geht. Fragen Sie die Eltern danach, ob sie zu Hause auch Fortschritte oder ähnliches beobachtet haben oder welche Erfahrungen sie mit ihrem Kind gemacht haben.

Sprechen Sie in Ich-Botschaften

Üben Sie mit den Erziehern Ihres Teams ganz gezielt, Ich-Botschaften im Elterngespräch zu senden. Mit der Ich-Perspektive schaffen Sie Verständnis bei den Eltern. Sie können ein und den selben Sachverhalt positiver und viel stärkenorientierter ausdrücken.

Versuchen Sie die Situation der Eltern zu verstehen

Vorwürfe sind ein Tabu im Elterngespräch. Sie zerstören Ihre bisherige erfolgreiche Elternarbeit. Bringen Sie für die Eltern Verständnis auf. Nur so können Sie gemeinsam mit den Eltern eine tragfähige Lösung im Sinne des Kindes entwickeln. Wenn Eltern vorschnell auf einen Vorschlag eingehen, den sie im häuslichen Umfeld dann doch nicht durchhalten können, bleibt das ganze Elterngespräch wirkungslos. Wenn Sie wissen, dass die Mutter berufstätig ist und 3 Kinder hat, ist es besser, wenn sie kleine Schritte macht, die sie in ihrer familiären Situation wirklich umsetzen kann. Macht sich ein Erfolg bemerkbar, kann die Mutter ein weiteres Ziel angehen.

Signalisieren Sie den Eltern im Gespräch Verständnis: „Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie täglich alle Hände voll zu tun haben mit der Betreuung Ihrer 3 Kinder. Eine gezielte Förderung der Aussprache wäre jedoch für Tobias sehr wichtig. Gibt es einen bestimmten Wochentag, an dem Sie mit Tobias eine logopädische Praxis aufsuchen können? Ich bin Ihnen gerne bei der Suche nach einer geeigneten Logopädin behilflich.“

Machen Sie nur realistische Zusagen

Ein Elterngespräch wird dann zum perfekten Elterngespräch, wenn Ihre Mitarbeiterinnen bei der Wahrheit bleiben. Machen Sie den Eltern keine falschen Versprechungen. „In 4 Wochen hat Tobias die sprachlichen Rückstände aufgeholt,“ dies enttäuscht die Eltern, wenn Sie sich gemeinsam mit Ihnen Mühe geben und der versprochene Erfolg ausbleibt.

Sagen Sie den Eltern lieber realistisch, wie lange es Ihrer Erfahrung nach dauern wird, bis sich z. B. eine Verbesserung einstellt. Ermutigen Sie die Eltern aber auch, sich an kleinen Fortschritten und Erfolgen zu freuen. Machen Sie die Eltern im täglichen Kontakt immer wieder auf solche Erfolge aufmerksam und loben Sie sie, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Eltern ihren Part zu Hause gut erfüllen.

Gehen Sie mit konkreten Vereinbarungen auseinander

Fassen Sie am Ende des Gesprächs noch einmal zusammen, was die Eltern übernehmen und wie Sie mit dem Kind in Zukunft arbeiten möchten. Halten Sie diese Beschlüsse oder Vereinbarungen schriftlich in Ihrer Elterngesprächsvorlage fest. Fragen Sie die Eltern, ob sie einen Folgetermin vereinbaren möchten.

Eltern zur Beteiligung motivieren – So gelingt die Elternarbeit in Ihrer Kita

Vielredner unter den Eltern sind bei Elternabenden manchmal schwer zu kontrollieren. Personen, die einen hohen Redebedarf haben, weil sie z. B. erzählen möchten, wie Sie ein Thema zu Hause angehen, langweilen jedoch nach kurzer Zeit die anderen Eltern. In Ihrer Elternarbeit gehört es auch zu Ihren Aufgaben, mit solchen Vielrednern erfolgreich umzugehen.

Wenn Sie wissen, dass Sie Ihr Elternabend ein Thema mit hohem Redebedarf behandelt, können Sie mehrmals 5 Minuten als Murmelgruppen anbieten. Stellen Sie beispielsweise eine Frage und bitten Sie die Eltern, sich über diese Frage, mit dem Sitznachbarn im Flüsterton auszutauschen. Nach 3 bis 5 Minuten ist der Austausch erfahrungsgemäß beendet und Sie können mit Ihrem Thema fortfahren.

Diese Methode ist in der Elternarbeit sehr wirkungsvoll, denn si beteiligt alle Eltern. Die Eltern haben durch die Murmelgruppen das Gefühl, dass Sie aktiv am Elternabend mitgewirkt haben. Die Murmelgruppen lassen sich 2 bis 3 mal bei einem Elternabend mit unterschiedlichen Fragen einsetzen.

Geben Sie bei Diskussionen die Gesprächsführung nicht aus der Hand

Bereiten Sie sich auf eine Diskussion im Anschluss an den Elternabend besonders intensiv vor. Greifen Sie jedoch niemals inhaltlich in die Diskussion ein. Ihre Aufgabe als Moderatorin der Diskussion ist es lediglich,

  • mit Fragen zu aktivieren,
  • auf Redeverteilung zu achten,
  • Vielredner zu stoppen und
  • die allgemein üblichen Gesprächsregeln einzufordern.

Eine Beteiligung der Eltern beim Elternabend ist gar nicht so schwer. Wählen Sie gleich eine Methode für Ihren nächsten Elternabend aus, dann gewinnt Ihre gesamte Elternarbeit.

 

Überblick: Beteiligungsmethoden für Elternabende und ihre praktische Umsetzung

MethodePraktische Umsetzung in Ihrer Kita
Fragenspeicher
    1. Erklären Sie den Eltern: Verständnisfragen werden gleich beantwortet.
    2. Beschriften Sie ein Flipchart mit „Fragenspeicher“
    3. Schreiben Sie alle inhaltlichen Fragen, die während des Vortrags gestellt werden, in den Fragenspeicher.
    4. Beantworten Sie diese Fragen der Reihe nach im Anschluss an Ihren Vortrag.
Murmelgruppen
    1. Formulieren Sie während des Elternabends eine Frage, die zum Inhalt passt und zu der die Eltern Austauschbedarf haben.
    2. Unterbrechen Sie Ihren Vortrag.
    3. Bitten Sie die Eltern, sich mit ihrem Sitznachbarn flüsternd auszutauschen.
    4. Fahren Sie mit Ihrem Vortrag fort, wenn das Murmeln fast verstummt ist.
Diskussion
    1. Bereiten Sie sich gründlich auf die Diskussion vor.
    2. Legen Sie sich aktivierende Fragen zurecht, falls die Diskussion nicht in Schwung kommt.
    3. Nehmen Sie inhaltlich nicht Stellung.
    4. Bremsen Sie Vielredner, indem Sie die anderen Eltern nach ihrer Meinung fragen.

Der Profi-Elternabend in der Elternarbeit– So kann er aussehen

Elternabende sind ein äußerst wichtiger Bestandteil Ihrer Elternarbeit. Besonders die Einführungselternabende für die neuen Eltern bieten diesen den 1. Eindruck, den sie von der Kita gewinnen.

Begrüßungszeremonie mit Eisbrecherfunktion

Gehen Sie davon aus, dass die wenigsten neuen Eltern sich untereinander kennen. Deshalb sollten Sie persönlich auf alle neuen Eltern zugehen und diese namentlich herzlich willkommen heißen. Damit die Eltern sich untereinander kennenlernen, richten Sie einen kleinen Stehempfang mit Getränken und Häppchen für die Eltern her. Durch dieses zwanglose Ankommen, finden viele Eltern schon miteinander ins Gespräch.

Vorstellen der Eltern

Stellen Sie eine Moderationstafel in den Eingangsbereich des Raumes, in dem der Elternabend stattfinden soll. Bitten Sie die Eltern bereits beim Eintreten, sich kurz stichpunktartig auf Moderationskärtchen vorzustellen und die Karten anschließend an der Wand aufzuhängen. Hängen Sie folgende Karten als „Richtschnur“ für die Vorstellung nebeneinander auf Ihrer Moderationswand auf:

  • Name der Eltern
  • Name des Kindes
  • Spiel-Vorlieben des Kindes
  • Erwartungen an den Kindergarten

Wenn alle Eltern eingetroffen sind, ist ihre Vorstellungstafel komplett. Bei einer Elterngruppe bis zu 20 Eltern können Sie die Eltern bitten, sich anhand der Richtschnur kurz für alle Anwesenden vorzustellen. Bei größeren Gruppen ist es besser, auf die persönliche Vorstellung zu verzichten, da sie zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde.

 

 

Inhaltlicher Teil

Gliedern Sie Ihren Vortrag in unterschiedliche Teile, die Sie für die Eltern durch Fotos, Beispiele und z. B. eine Hausführung veranschaulichen. Folgende Teile bieten sich für Ihren Einführungselternabend für die neuen Eltern an:

  • Tagesablauf
  • Lernen in der Kita – die Umsetzung des Bildungsplanes
  • Gegenseitiger Austausch der Eltern
  • Fragen der Eltern

Schluss

Runden Sie den Einführungselternabend für die Eltern eindrucksvoll ab. Lassen Sie z. B. einige fotografische Impressionen aus der Kita zum Ausklang als Diashow über Ihren Beamer laufen, führen Sie die Eltern durch den Kindergarten oder zeigen Sie einen Videoclip, der Kindergartenkinder interviewt zu der Frage: „Warum gehst du gerne in den Kindergarten?“

Jetzt kann der 1. Elternabend kommen! Denn mit diesem Ablauf sind Sie optimal vorbereitet und können sofort loslegen.
Ablauf: Einführungsabend für neue Eltern

SchwerpunktInhaltMedien und MaterialZeit
BegrüßungPersönliches Ansprechen und namentliche Begrüßung der eintreffenden Eltern15 Minuten
Kurzer StehempfangStehtische, Häppchen, Wasser, Säfte
VorstellungKennenlerntafelModerationstafel, Moderationskarten, Stifte, Nadeln, Rubriken zum Vorstellen – bereits an der Tafel angebracht10 Minuten
Eltern stellen sich der Gruppe vorStuhlkreis oder Halbkreis10 Minuten
Inhaltlicher TeilTagesablaufPower-Point-Präsentation mit aussagekräftigen Fotos und Videoeinspielungen20 Miunten
Lernen im Kindergarten mit dem BildungsplanPower-Point-Präsentation mit Text-Beispielen und besonders aussagekräftigen Fotos für jeden Bildungsbereich10 Minuten
ElternbeteiligungMurmelgruppen: Eltern dürfen mit Platznachbarn ihre Fragen erörtern5 Minuten
Fragerunde – Klärung der restlichen Elternfragen15 Minuten
SchlussFührung durch die Kita15 Minuten

Elternfeste mit Pfiff – Der ganz besondere Stellenwert in Ihrer Elternarbeit

Erntedank, Sankt Martin, Weihnachten, Fastnacht. Die traditionellen Feste in der Kita wiederholen sich Jahr für Jahr. Dennoch müssen diese Feste nicht langweilig oder immer gleich sein. Gestalten Sie diese Feste, die Sie für Eltern und Kinder anbieten mit Phantasie und einer Überraschungsnote.Geben Sie dem Fest einen Namen, der neugierig macht. Es muss nicht immer die Weihnachtsfeier sein. Wie wäre es einmal mit einem Winterfest im Januar oder mit einer Schneeparty? Häufig hängen die Feste eng mit dem Jahreskreislauf der Kita zusammen, wie etwa das Herbst- oder das Sommerfest. Oft sind die Feierlichkeiten auch mit einem religiösen Hintergrund verankert, den Sie den Eltern und Kindern durch das gemeinsame Fest nahebringen möchten. Denken Sie dabei beispielsweise an das Erntedankfest, den St. Martinsumzug, die Weihnachtsfeier oder das Osterfest. Jetzt einmal ehrlich: Wären Sie als Eltern wirklich gespannt, was beim Osterfest oder beim Martinsumzug auf Sie zukommt? Bringen Sie Spannung in Ihre Elternarbeit und versuchen Sie doch einmal, dem Fest, das Sie feiern möchten, einen klangvollen Namen zu geben. Anhand der folgenden Aufzählung erhalten Sie einige Anregungen für klangvolle Feste, die Sie mit Eltern und Kindern gemeinsam feiern können.

 

Übersicht: Klangvolle Namensgebung für Kita-Feste

Phantasievoller TitelArt des Festes
Buntes DrachenfestHerbstfest
KartoffelfeuerErntedank
LichterglanzWeihnachtsfeier
SternenfestWeihnachtsfeier
GänseblümchenfestFrühlingsfest
BeachpartySommerfest
Hinter den KulissenTag der offenen Tür
DetektivtagSchnupperfest für neue Eltern und Kinder

 

Ein spannender Name für das Fest ist bereits die halbe Miete. Allerdings sollten Sie die Inhalte Ihres Festes mindestens so interessant gestalten, wie es der Titel verspricht.

Gehen Sie also nicht dazu über, die Feste in Ihrer Elternarbeit nur umzubenennen, jedoch genau so wie früher anzubieten. Binden Sie die neuen Eltern mit ihren Kindern vielmehr gleich in den „Detektivtag für Neue“ ein, um Ihre Kita gründlich kennenzulernen und einen positiven 1. Eindruck zu gewinnen. Bereiten Sie z. B. einen Erkundungsgang als Schatzsuche oder Schnitzeljagd durch Ihre Kindertageseinrichtung vor, auf dem die neuen Eltern mit ihren Kindern zusammen die gesamte Einrichtung durchlaufen. Dabei gilt es, an verschiedenen Stationen spielerisch Aufgaben zu erledigen, wie beispielsweise „Findet heraus, was es morgen bei uns zum Mittagessen gibt“ oder „In der Spatzengruppe haben die Kinder ein großes Gemeinschaftsbild gemalt – Welche Tiere seht ihr darauf?“ oder „Im Sandkasten ist ein Schatz vergraben, findet ihn!“

Oder streuen Sie beim Gänseblümchenfest z. B. eine Spur aus Gänseblümchen aus, die die geladenen Gäste verfolgen müssen. Die Gänseblümchen können durch Ihre Kita hindurch bis in den Garten führen, wo eine „Frühlingstafel“ für Eltern und Kinder gedeckt ist und zum gemütlichen Beisammensein einlädt.

Elternentlastung gehört mit zur Elternarbeit

Weniger bekannt sind Feste oder Veranstaltungen, die sich ausschließlich an die Eltern richten und nicht, wie sonst so oft üblich, die Kinder mit einbeziehen. Solche Veranstaltungen können – je nach Zielsetzung – einen intensiveren Charakter in der Elternarbeit haben. Wenn Sie sich beispielsweise für Ihre Veranstaltung eine Feier als Ziel setzen, die die Eltern für ihre regelmäßige Teilnahme an einem Erziehungskurs belohnt, werden Sie sicherlich vielen Eltern rechnen können.

Rechnen Sie immer den Anteil Ihrer Alleinerziehenden aus. Liegt die Quote über 20 %, würde ich Ihnen empfehlen, generell bei jeder Elternaktion eine Kinderbetreuung anzubieten. Arbeiten Sie hier eng mit Ihrem Elternbeirat zusammen, dieser kann auch die Betreuung der Kinder übernehmen.

Wenn Sie sich als Ziel setzen, mit der Elternarbeit möglichst viele Eltern zu erreichen, sollten Sie sich dafür entscheiden, parallel zu Ihrer Elternaktion auch eine Kinderbetreuung anzubieten. Dabei können Sie neben den Kindern, die Ihre Kita besuchen, auch die Geschwisterkinder beaufsichtigen. Sie erhöhen durch ein solch außergewöhnliches Angebot vor allem die Teilnahme von alleinerziehenden Eltern, die der Veranstaltung sonst fernbleiben würden. Beachten Sie, dass Sie die Kinderbetreuung räumlich getrennt von der Elternveranstaltung anbieten, damit die Eltern sich in aller Ruhe auf die Veranstaltung konzentrieren können.

Sie geben Ihrer Elternarbeit mehr Würze und erhöhen deren Qualität durch professionell geführte Elterngespräch, spannende Elternabende und Elternfeste, die sich nach ganz besonderen Ideen richten.

 

 

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