Legen Sie fest, welche neue Erzieherin zu Ihnen passt


13.02.2017
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Bei der Neueinstellung von Erzieherinnen lassen sich grundsätzlich 2 unterschiedliche Vorgehensweisen unterscheiden. Ich bezeichne sie als „aktiv“ und „reaktiv“. Was der Unterschied ist und welche Vorgehensweise für Sie die richtige ist, erfahren Sie hier.

„Reaktiv“ bedeutet, dass Sie eine Stelle ausschreiben, abwarten, welche Personen sich bewerben, und dann aus den Bewerbungen diejenige auswählen, von der das Bewerbungskomitee denkt, dass sie am besten zur Kita passt.

 

 

Bei einer aktiven Personalauswahl legen Sie im Vorfeld fest, auf welche Eigenschaten Sie besonderen Wert legen, und schreiben die Stelle entsprechend aus. Das Bewerbungskomitee entscheidet dann auf der Basis Ihres Anforderungsprofils, welche Bewerberin am besten zur Kita passt.

 

Nutzen Sie eine aktive Personalauswahl

Die im vorherigen Beitrag beschriebene Veränderung der Situation auf dem Arbeitsmarkt darf nicht dazu führen, dass Sie bei der Neueinstellung von Mitarbeiterinnen Abstriche bei der Qualität machen. Wenn die Auswahl gering wird, wechseln manche Träger und Leitungen von der aktiven zur reaktiven Vorgehensweise. Weil sie der Meinung sind, sowieso keine Wahl zu haben, finden sie sich damit ab, diejenigen einzustellen, die sie bekommen können. Aber das ist der falsche Weg. Auch wenn es mehr Aufwand bedeutet, rate ich Ihnen: Gehen Sie aktiv vor.

 

Erstellen Sie Anforderungsprofile

Für eine aktive Personalauswahl ist es notwendig, dass Sie sich mit Ihrem Träger und Ihrem Team einigen, welche Eigenschaften Ihre Mitarbeiterinnen mitbringen sollten. Bei der Arbeit mit einem Qualitätsmanagementsystem bedeutet das, dass Sie Anforderungsprofile erstellen. Dort ist schriftlich festgelegt, auf welche Qualifikationen Sie bei der Personalauswahl Wert legen. Erarbeiten Sie für jede Stelle in Ihrer Kita ein Anforderungsprofil. Neben der Leitung und den pädagogischen Fachkräften betrifft das auch die Hauswirtschaftskräfte – insbesondere dann, wenn in Ihrer Kita frisch gekocht wird.

 

Unterscheiden Sie zwischen fachlichen und persönlichen Qualifikationen

Unterscheiden Sie bei der Erarbeitung der Anforderungsprofile zwischen fachlichen und persönlichen Qualifikationen. Unter den fachlichen Qualifikationen fassen Sie die Aus- und Weiterbildungsanforderungen zusammen, die Sie erwarten. Orientieren Sie sich hinsichtlich der beruflichen Qualifikation am Fachkräftekatalog des Bundeslandes, in dem Ihre Kita eine Betriebserlaubnis hat. Dort sind die Mindestanforderungen des Gesetzgebers hin- sichtlich der fachlichen Qualifikation des Personals definiert. Unter den persönlichen Qualifikationen fassen Sie Eigenschaften wie beispielsweise Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit und Offenheit zusammen.

 

Berücksichtigen Sie konzeptionelle und trägerspezifische Profile

Neben den Anforderungen an die berufliche Qualifikation gibt es eventuell weitere fachliche Qualifikationen, die Sie aufgrund Ihrer konzeptionellen Ausrichtung oder Ihres trägerspezifischen Profils für erforderlich halten. So wird beispielsweise eine Montessori-Einrichtung eine Weiterbildung in Montessori-Pädagogik als Einstellungsvoraussetzung wünschen.

 

Binden Sie Ihren Träger und Ihr Team ein

Das Anforderungsprofil für die pädagogischen Fachkräfte muss letztlich von Ihrem Träger genehmigt werden. Hier ist es jedoch sinnvoll, wenn Sie mit dem Träger vereinbaren, dass Sie und Ihr Team einen Entwurf erstellen und der Träger diesen ergänzt. Das folgende Muster gibt Ihnen ein Beispiel, wie ein solches Anforderungsprofil aussehen kann. Ergänzen und bearbeiten Sie es entsprechend Ihren Vorstellungen.

 

Muster-Anforderungsprofil: Leitung der Kita „Kunterbunt“

Fachliche Mindestvorbildung

  • Ausbildung als staatlich anerkannte Erzieherin oder Dipl.-Soz. Päd. (FH) oder Abschluss eines anerkannten Bachelor- oder Master-Studiengangs
  • Berufserfahrung (mindestens 3 Jahre);
  • Qualifikation in der Anleitung von Praktikantinnen und Praktikanten
  • Fort- oder Weiterbildungen zum Thema Personalführung
  • Einwandfreies erweitertes polizeiliches Führungszeugnis
  • Immunstatus
  • Gute EDV-Kenntnisse

Persönliche Eignung

  • Kompetenz in Mitarbeiterführung
  • Identifikation mit den Grundsätzen und Werthaltungen des Trägers
  • Identifikation mit der Konzeption der Kita
  • Zuverlässigkeit
  • Ist freundlich, zuvorkommend und wertschätzend im Umgang mit Eltern
  • Ist konfliktfähig
  • Ist bereit, Verantwortung zu übernehmen
  • Ist bereit, sich, das Team und die pädagogische Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln
  • Organisationstalent
  • Gute Kenntnisse des Bildungsplans
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