Wie Sie das Wohl der Kinder in der Kita thematisieren


17.03.2017
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Der Begriff Kindeswohlgefährdung ist in jeder Kita ein klar definierter Begriff. Jeder Mitarbeiter weiß, was im Falle einer potenziellen Gefährdung durch Eltern oder Dritte zu tun ist. Unklar hingegen ist die Antwort auf die Frage, welches erzieherische Verhalten ebenfalls eine Kindeswohlgefährdung darstellen könnte. Gehören Regeln und Grenzen auch dazu oder ist es nur eine Gefährdung, wenn das Kind geschlagen wird? Sie sehen, als Leitung kommt Ihnen im Bereich der Kindeswohlgefährdung eine immense Verantwortung zu. Nehmen Sie diese wahr und machen Sie das Kindeswohl regelmäßig zum Thema. Damit ist der wichtigste Schritt zur Prävention schon getan!

 

 

Wichtiger Hinweis: Machen Sie das Kindeswohl immer wieder zum Thema. Sie werden erstaunt sein, wie unterschiedlich die Sichtweise zu den einzelnen Maßnahmen in Ihrem Team sein wird. Als Leitung machen Sie den wichtigsten Schritt, wenn Sie immer wieder über das Thema diskutieren. Nur weil man früher immer seinen Teller leer essen musste, bedeutet das nicht, dass das auch heute noch eine akzeptable Vorgehensweise ist. Es gibt mittlerweile genug andere Möglichkeiten, wie Kinder Ausdauer o.Ä. üben können. Sprechen Sie mit dem Team über die verschiedensten Alltagssituationen und decken Sie gemeinsam auf, wo eventuelle Gefährdungen und ungute erzieherische Maßnahmen lauern.

Kindeswohlgefährdung hat im Kita Alltag viele Gesichter

Ist es eine Kindeswohlgefährdung, wenn ein Kind am Esstisch sitzen bleiben muss, obwohl es zu Ende gegessen und keinen Hunger mehr hat? Oder ist es eine Gefährdung, wenn ein Kind nur mit den Straßenschuhen hinaus in den Garten darf und ansonsten im Zimmer bleiben muss, wenn es die Schuhe nicht anzieht? Sie sehen, der Alltag in der Kita hat viele Gesichter und Aspekte, die Sie und Ihr Team händeln müssen. Dabei ist es oft nicht so leicht zu sagen, wann das Kindeswohl durch die Kita gefährdet ist. Es gibt aber einige Punkte, die eindeutig eine Verletzung darstellen und die Sie und Ihr Team vermeiden können.

Im Folgenden finden Sie eine beispielhafte Auflistung, welche Maßnahmen in der Kita als Kindeswohlgefährdung eingestuft werden. Als Leitung gehört es zu Ihren Aufgaben, genau hinzuschauen und darauf zu achten, dass solche Verhaltensweisen nicht bei Ihnen praktiziert werden. Zu diesen unangebrachten Maßnahmen gehören u.a. folgende Punkte:

Kein Kind

  • wird geschlagen oder grob angefasst.
  • muss als Strafe allein in einem Raum sitzen.
  • wird vor anderen Kindern erniedrigt, bloßgestellt oder gedemütigt.
  • wird verspottet oder ausgelacht.
  • wird mit Missachtung oder Liebesentzug bestraft.
  • wird von der Gruppe abgesondert – als Form der Bestrafung.
  • wird so behandelt, wie es allgemein in der Gesellschaft als Bestrafung oder Gefährdung eingestuft wird. (Ein Beispiel: Früher wurden Schläge gesellschaftlich akzeptiert, heute nicht mehr.)

Falls Ihnen solche Verhaltensweisen begegnen oder auffallen, müssen Sie mit dem Team umgehend nach Alternativen suchen. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie den Kindern das Leben in einer Gemeinschaft nahebringen können, ohne die achtsame und wertschätzende Haltung zu verlieren. Begleiten Sie Ihr Team dabei.

Das können Sie tun, um Kindeswohlgefährdungen in der Kita vorzubeugen

Als Leitung ist es Ihre Aufgabe, immer das Kindeswohl im Blick zu haben. Auch wenn es darum geht, ob das Kindeswohl durch die eigenen Mitarbeiter gefährdet sein könnte. Um das zu vermeiden, sollten Sie mit dem Team die folgenden Punkte umgehend angehen, besprechen, schriftlich verankern und regelmäßig thematisieren:

  1. Die Umsetzung der Grundrechte ist in der Konzeption schriftlich verankert und an gelebten realen Beispielen aus der Kita belegbar.
  2. Es gibt ein schriftliches und gelebtes Konzept, wie sich die Kinder in der Kita beschweren können.
  3. Es gibt viele gelebte Beispiele, wie sich die Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten an den Angeboten und Entwicklungen der Kita beteiligen können.
  4. Den Kindern wird in Gesprächen auf Augenhöhe begegnet.
  5. Die Mitarbeiter haben regelmäßig die Möglichkeit, sich mit Stress oder Überforderung an Sie oder an eine ausgebildete Supervisionskraft zu wenden.

Mit der Bearbeitung der hier aufgeführten Punkte gelingt es Ihnen sehr gut, das Kindeswohl stetig präsent zu haben und die Wichtigkeit der Wertschätzung und des achtsamen Umgangs deutlich zu machen.

Fazit

Das Kindeswohl hat in der Kita immer die oberste Priorität. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Regeln und Grenzen mehr geben darf. Es bedeutet vielmehr einen achtsamen und umsichtigen Umgang damit und eine Haltung, bei der die Erzieher wertschätzend UND klar sind. Wenn Sie das immer wieder mit dem Team zum Thema machen, dann sind Sie auf dem besten Weg, um in der Praxis das Kindeswohl in Ihrer Kita zu fördern.

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