3 Tipps zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern


10.08.2016
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Kinder lieben Fernsehen. Aber auch das Internet und Apps gehören mittlerweile zu den beliebtesten Medien von Kindern. Sie ziehen Kinder magisch an, entführen sie in Fantasiewelten, vertreiben Langeweile und können unterhaltsam, lehrreich und witzig sein. Sie können den Kindern aber auch schaden, sie überfordern, träge und ängstlich machen. Damit Kinder lernen, bewusst mit Medien umzugehen, brauchen sie eine gute Medienkompetenz.

 

1. Tipp zur Förderung der Medienkompetenz: Sprechen Sie mit den Kindern über Werbung

Kinder können oftmals die Werbung noch nicht vom Programm unterscheiden. Sprechen Sie mit den Kindern über die Werbung: Welche Werbung kennen die Kinder? Wo sehen sie überall Werbung? Was möchte die Werbung bewirken? Stimmt alles, was in der Werbung gesagt wird? Erklärende Gespräche helfen den Kindern, sich der Wirkung von Werbung bewusst zu werden.

 

2. Tipp zur Förderung der Medienkompetenz: Beobachten Sie die Kinder

Die Nutzung von Medien ist oftmals eine emotional anstrengende Tätigkeit. Möglicherweise zeigt sich eine Überforderung in einem größeren zeitlichen Abstand, z. B. durch Albträume oder wenn das Kind immer wieder über Filmszenen, Computerspiele etc. spricht oder diese nachspielt. Greifen Sie die Inhalte
auf, und sprechen Sie mit dem Kind darüber: Was ist passiert? Hatte das Kind Angst? Bieten Sie den Kindern an, ihre Erlebnisse im Rollenspiel, durch Malen, Phantasiereisen oder durch Bewegung zu verarbeiten. Sprechen Sie mit den Eltern über Ihre Beobachtungen. Geben Sie den Eltern möglichst konkrete Tipps, wie sie das Medienverhalten der Kinder altersgerecht verändern können. Zahlreiche Anregungen finden Sie in der folgenden Checkliste.

 

 

Checkliste: So überprüfen Eltern den Medienkonsum in ihrer Familie

  • Im Kinderzimmer steht kein Fernseher oder PC.
  • In unserer Familie gibt es klare Regeln, wann, wie lange und was das Kind sehen oder am PC spielen, im Internet anschauen darf.
  • Wir haben einen Stopp für kindergefährdende Seiten im Internet eingerichtet.
  • Wir achten auf die Einhaltung dieser Regeln, Regelübertritte haben Konsequenzen.
  • Wir schauen gemeinsam fern oder ins Internet.
  • Wir nutzen den Fernseher, den PC oder das Smartphone nur in Ausnahmefällen als „Babysitter“.
  • Wir versuchen, möglichst oft Gespräche über Fernsehsendungen oder Computerspiele zu führen, die das Kind gesehen/gespielt hat.
  • Das Kindergartenkind sollte nicht länger als 30 Minuten am Tag fernsehen oder am PC spielen, das Schulkind nicht länger als 5 Stunden pro Woche.
  • Wir helfen dem Kind, Fernsehsendungen kritisch zu hinterfragen, z. B. indem wir darüber sprechen, was das Kind davon glaubt und was nicht.
  • Wir interessieren uns dafür, was das Kind sich im Fernsehen anschaut, welche Computerspiele es spielt, auf welchen Seiten es surft.
  • Wir helfen dem Kind, Werbung und Programm zu unterscheiden, indem wir auf die Unterschiede hinweisen.
  • Wir sind uns als Eltern unserer Vorbildfunktion bewusst und nutzen die Medien selbst gezielt und bewusst.
  • Das Fernsehprogramm bestimmt nicht unseren Tagesablauf.
  • Wir achten darauf, dass das Fernsehen nicht unsere einzige gemeinsame Tätigkeit ist.
  • Das Kind sieht verschiedene Arten von Fernsehprogrammen, z. B. Wissenssendungen, Märchenfilme, Kindergeschichten usw.
  • Das Kind hat weitere Freizeitinteressen wie Sport und gemeinsames Spiel mit Freunden.
  • Die Zeit, die das Kind mit den elektronischen Medien verbringt ist, nicht länger als die Zeit anderer Aktivitäten.
  • Hat das Kind Freunde zu Besuch, läuft nur in Ausnahmefällen der Fernseher oder der PC.

3. Tipp zur Förderung der Medienkompetenz: Beziehen Sie die Eltern mit ein

Die Kindheit heute ist mediengeprägt. Die meisten elektronischen Medien werden zu Hause genutzt. Die Eltern haben den größten Einfluss. Wichtig
ist es, dass sie den Kindern einen bewussten Umgang mit dem Fernsehen, Internet & Co. vorleben. In Beratungsgesprächen oder auch bei Elternabenden können Sie die Eltern darin kompetent und vertrauensvoll unterstützen. So erreichen Sie bei den Eltern die Bereitschaft, über das Medienverhalten in der Familie nachzudenken und einen bewussteren Umgang mit dem Medienangebot anzuregen.

Arbeiten Sie an einer vertrauensvollen Erziehungspartnerschaft. Nur gemeinsam können Sie die Medienkompetenz der Kinder stärken. Nutzen Sie Ihre gute Beziehung zu den Eltern!

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Das sagen unsere Leser

Ich bin von „Praxisgestaltung in der Kita“ begeistert. Der Dienst ist für mich eine riesen Arbeitserleichterung.

Frauke Schmidt, Flensburg


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