Eine selbstgebaute Bewegungsbaustelle sorgt für mehr Bewegung im Kita-Alltag Ihrer Kinder


14.12.2017

Eine regelmäßige Bewegung bildet den Grundstein für eine gesunde Entwicklung Ihrer Kita-Kinder. Baustellen wirken auf Kinder faszinierend. Sie können dort viel beobachten. Früher war es üblich, dass Kinder auf einer Baustelle mit altem Baumaterial wie Paletten, Planen, alten Nägeln etc. selbst aktiv wurden. Heute ist das kaum noch möglich. Sie können diese Faszination der Kinder am Bauen aber in der Kita aufgreifen. Das geht ganz einfach mit einer Bewegungsbaustelle. Bauen Sie diese in der Eingangshalle, im Garten oder im Bewegungsraum auf.

Die Kinder können den Aufbau der Geräte immer wieder variabel ihren Bewegungsund Spielbedürfnissen anpassen. Der Aufbau kann ein Oberthema haben, unter dem die Bewegungsbaustelle gestaltet und bespielt wird, z. B. Zoo. Jedes Gerät hat dann eine eigene Bedeutung. Beispielsweise gibt es im Zoo eine Sprossenwand, an der die Affen klettern, einen Bereich, in dem die Flamingos auf einem Bein stehen, eine Strecke, bei der die Kängurus über Hindernisse hüpfen etc. An diesen einzelnen Stationen bewegen sich die Kinder im Spiel. Dabei wählen die Kinder frei, womit sie sich beschäftigen und welchem Bewegungsbedürfnis sie nachkommen möchten.

Was Kinder auf der Bewegungsbaustelle lernen

Durch die Bewegung auf der Bewegungsbaustelle trainieren die Kinder neben ihren motorischen Fertigkeiten gleichzeitig noch viele weitere Kompetenzen. Während der Spaß und das Spiel im Vordergrund stehen, werden die sozialen, emotionalen, intellektuellen und körperlichen Fähigkeiten der Kinder aufs Intensivste gefördert:

Mathematik: Beim Bauen und Umgestalten der Bewegungsbaustelle wird das logische Denken gefördert. Die Kinder machen zudem wichtige mathematische und statische Grunderfahrungen, wenn sie aus dem zur Verfügung stehenden Material etwas aufbauen. Beispielsweise: Wie nah muss ich 2 Kästen zusammenstellen, damit ich von einem zum anderen springen kann? Wie kann ich etwas aufbauen, damit es auch sicher steht? Wie hoch muss ich das Rutschbrett an der Sprossenwand einhängen, damit ich gut rutschen kann oder ein Ball schnell herunterrollt?

Sprache: Damit die Kinder miteinander spielen und etwas aufbauen, müssen sie miteinander kommunizieren. Sie müssen ihre Vorstellungen von dem Aufbau verbal ausdrücken und den anderen Kindern mitteilen. Die Kinder lernen neue Worte und Bezeichnungen kennen. Das Spiel auf der Bewegungsbaustelle wird durch Sprache begleitet.

Soziale Kompetenzen: Manchmal gibt es unterschiedliche Meinungen, die vielleicht auch im Streit geklärt werden müssen. Die Kinder lernen hierdurch Rücksicht, Kooperation und sich selbst zu behaupten. Ebenso ist ein gemeinsames Handeln notwendig. Denn ein guter Aufbau kann nur gelingen, wenn alle Kinder mithelfen und miteinander kooperieren. Viele Geräte sind so groß und schwer, dass sie nur gemeinsam bewegt werden können. Sich gegenseitig zu helfen ist notwendig und ganz selbstverständlich.

Selbsterfahrung: Durch das Bauen und das Bewegen auf der Bewegungsbaustelle lernen die Kinder, dass sie mit ihrem eigenen Körper etwas bewirken können. Im Miteinander erhalten sie außerdem Bestätigung über das selbst gebaute Produkt. Die Kinder lernen, selbstständig zu handeln. Sie erproben durch die Bewegung ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. So stärken sie ihr Selbstvertrauen.

Kreativität: Es erfordert viel Kreativität, einen Aufbau zu einem bestimmten Thema zu machen und die Geräte und Materialien entsprechend zusammenzubauen. Das Gebaute kann wieder verändert werden. Dabei gibt es fast unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten. Aber auch das Spiel auf der Baustelle lässt viel Raum für Kreativität, da die Kinder neue Spielprozesse und Rollenspiele entwickeln können.

Motorische Entwicklung: Beim Bauen und Bewegen auf der Bewegungsbaustelle werden hohe Ansprüche an die Beweglichkeit und Balance gestellt. So werden die Motorik, das Gleichgewicht und die Muskulatur trainiert. Die Kinder erhalten vielfältige und neue Bewegungsanreize und machen die entsprechenden Bewegungserfahrungen.

Im Spiel werden Ängste schneller vergessen und unbewusst neue Bewegungserfahrungen gemacht, die ängstliche oder vorsichtige Kinder in einer Turnstunde meiden würden. Die Kinder können Bewegungen, die sie gerade für ihre Entwicklung suchen, immer und immer wieder wiederholen und so darin sicher werden. Insgesamt wird die motorische Gesamtentwicklung gefördert.

Materialerfahrung: Die Kinder werden mit unterschiedlichsten Materialien aktiv. Sie erfahren Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten des Materials. Sie kombinieren mehrere Materialien miteinander und machen somit wiederum neue Erfahrungen.

Selbstgesteuertes Lernen: Die Kinder setzen sich selbstständig und aktiv mit dem zur Verfügung stehenden Material auseinander. Sie entwickeln selbstständige Ideen zur Neu- und Umgestaltung.


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