Mit diesen Ideen fördern Sie die Selbstständigkeit Ihrer Kleinkinder


28.12.2016
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Der 12 Monate alte Matteo macht seine ersten Schritte. Antonia ist 1 ½ Jahre alt und übt sich darin, ihr Mittagessen allein zu portionieren. Jedes Kind arbeitet auf seine Weise daran, selbstständiger zu werden. Alle Kinder Ihrer Gruppe benötigen daher Ihre individuelle Begleitung. Das ist nicht immer leicht. Jedoch kennen Sie den aktuellen Entwicklungsstand der Kinder ganz genau und können auf dieser Basis ihre Selbstständigkeit fördern.

 

Hier lesen Sie Tipps, wie Sie die Entwicklungsunterschiede der Kleinkinder in Bezug auf ihre Selbstständigkeit im Blick behalten. Sie finden auch Beispiele für die Förderung der Selbstständigkeit im Krippenalltag.

 

 

Entwicklungsunterschiede zur Förderung des Selbstbewusstseins berücksichtigen

Zwischen 1 und 3 Jahren entwickelt sich das Kind vom Säugling zum Kindergartenkind. Wie Sie wissen, sind die Entwicklungsunterschiede in Bezug auf die Selbstständigkeit in den ersten 3 Lebensjahren erheblich. Auf Grundlage der folgenden Punkte können Sie diesen Entwicklungsunterschieden gerecht werden.

Beobachten und dokumentieren Sie: Notieren Sie die Interessen, Vorlieben, und Tätigkeiten, die das Kind erfreuen oder die es ständig wiederholt. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrer Gruppenkollegin, welche Ansprüche das Kind hat und mit welchem Material oder welcher Tätigkeit Sie das Kind im jeweiligen Entwicklungsbereich unterstützen können.

 

Schaffen Sie altersgerechte Angebote: Besprechen Sie, welche Form des Angebots für das Kind besonders geeignet ist. Überlegen Sie beispielsweise, ob neues Spielmaterial als stiller Impuls eingeführt werden soll, ob ein Experiment in einer Kleingruppe das Kind besonders begeistert oder eine 1:1-Situation mit Ihnen oder Ihrer Kollegin. Bieten Sie dem Kind z. B. neue Spielmaterialien an, die das Kind favorisiert und die es gleichzeitig in seiner Feinmotorik fördern. Wichtig ist, dass das Kind diese Angebote freiwillig annimmt und deren Verlauf mitgestaltet. So kann es Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten entwickeln.

 

Gehen Sie auf die Kinder ein: Um den Lern- und Entwicklungsunterschieden jedes Kindes gerecht zu werden, gehen Sie feinfühlig auf es ein. Damit signalisieren Sie ihm den Wirkungszusammenhang zwischen seinem Handeln und Ihrer Reaktion darauf. Das Kind kann sich dann als selbstwirksam erfahren und versucht, mehr und mehr Dinge selbstständig umzusetzen.

 

 

So fördern Sie die Selbstständigkeit der Kleinkinder im Alltag

Das Kind fühlt sich nach einer gelungenen Eingewöhnung bei Ihnen wohl und angenommen. Auf dieser Basis kann es sich in einer von Ihnen entsprechend vorbereiteten Umgebung besonders selbstständig bewegen und Herausforderungen annehmen. Nachfolgend finden Sie organisatorische Tipps für Ihren Alltag.

 

Freie Spielortwahl: In der Freispielzeit lassen Sie die Kinder wählen, in welchem Raum oder in welcher Raumecke sie spielen möchten: im Gruppen- oder Nebenraum, im Bewegungsraum, im Flur, in der Nachbargruppe. Voraussetzung dafür ist, dass in jedem Raum eine Kollegin ist, die dort die Aufsicht übernimmt.

 

Tipp für Ihre Praxis: Damit auch die Kinder, die noch nicht sprechen, eine Raumwahl treffen können, arbeiten Sie mit Fotos. Im Morgenkreis legen Sie ein Foto pro Raum in die Kreismitte. Dann erhält jedes Kind ein kleines Kärtchen, auf dem sein Gruppensymbol (beispielsweise eine Sonne, ein Frosch) abgebildet ist, und legt es auf das Foto von dem Raum, in dem es spielen möchte.

 

Regale auf Kinderhöhe: Aus den Regalen in den verschiedenen Spielbereichen können die Kleinkinder sich eigenständig bedienen und somit frei wählen, womit sie spielen möchten. Um Ihnen eine gute Übersicht für die Jüngsten zu ermöglichen, ist es sinnvoll, für jedes Material einen eigenen Korb oder eine eigene Kist bereitzustellen. Durchsichtige Kisten ermöglichen es auch den kleineren Kindern, zu sehen, was sich darin verbirgt.

 

Neues Spielmaterial: Indem Sie neues Spielmaterial gemeinsam mit den Kindern erkunden und einräumen, wissen die Kinder, wo es ist, wie sie es benutzen können und wie sie damit hantieren können. So können sie es bei nächster Gelegenheit selbstständig nutzen.

 

Das richtige Geschirr beim Mittagessen: Glasschüsseln haben den Vorteil, dass die Kinder von ihrem Sitzplatz aus sehen können, was darin ist. Bei verschiedenen Herstellern für den Kita-Bedarf finden Sie Schüsseln und Trinkgläser aus gehärtetem Glas.

Bieten Sie den Kindern Suppenkellen in unterschiedlichen Größen an. Diese erleichtern das selbstständige Auffüllen der Teller. Für Gemüse, Kartoffeln oder Nudeln sind Schaumkellen/Schaumlöffel besonders geeignet. Für Suppen, Soßen und andere flüssige Speisen eignen sich Schöpfkellen. Mit einem Eiskugelportionierer können die Kleinkinder sich im Portionieren von Nachspeisen wie Joghurt und Pudding besonders gut üben. Aber auch für das Auffüllen von Reis und Püree sind die Eisportionierer eine Hilfe für die Kinder. Suppenteller haben den Vorteil, dass die Kinder das Essen durch den erhöhten Rand nicht so leicht hinunterschieben können.

 

Tipp für Ihre Praxis: Wenn jedes Kind sein eigenes Tischset hat, können die Kinder über ihr Essbesteck und ihr Geschirr einen guten Überblick behalten. Solche Tischsets können beispielsweise während einer Eltern-Kind-Aktion gestaltet werden.

 

Mehr Selbstständigkeit im Wickelbereich:

Schubladen oder Eigentumsfächer im Wickelbereich sollten für die Kleinkinder unter Ihrer Aufsicht erreichbar sein. Wenn Sie die Kinder wickeln, können sie mit ein bisschen Übung selbstständig eine neue Windel, ihre Creme, Feuchttücher und Waschlappen entnehmen. Eine Wickelkommode, die über eine Treppe verfügt, ermöglicht es den Kindern, dort selbstständig hinaufzuklettern. Achtung! Lassen Sie das Kind dabei nie ohne Aufsicht.

Während des Wickelprozesses kann das Kind aktiv teilnehmen, indem Sie es z. B. bitten, seine Beine zu heben oder sich etwas auf die Seite zu drehen. Je nach Alter müssen Sie das Kind dabei natürlich unterstützen – je öfter das Kind jedoch diese Bewegungen macht, desto schneller kann es sie selbstständig ausführen.

 

 

Hände waschen leicht gemacht:

Eine Waschrinne auf Kinderhöhe ermöglicht es den Kindern, selbstständig die Hände zu waschen. Wasserhähne mit langem Griff ermöglichen es den Jüngsten, das Wasser selbstständig zu bedienen. Damit die Kinder sich dabei nicht mit zu warmem Wasser die Hände waschen, regulieren Sie die maximale Temperatur.

 

Fazit: Indem Sie den Kindern ihre individuelle Entwicklungszeit zugestehen und ihnen die dazu notwendige Sicherheit vermitteln, kann jedes Kind auf seine Weise an Selbstständigkeit dazugewinnen. In Ihrem Alltag mit den Kleinkindern haben Sie als vertraute und begleitende Bezugsperson sowie durch eine räumlich und materiell gut vorbereitete Umgebung viel Potenzial zur Förderung der Selbstständigkeit.

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