Achtung, aufgepasst! So schützen Sie die Kinder vor Zecken!


15.07.2016
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Die Sommersonne lacht, und Sie zieht es mit den Kindern nach draußen in die Natur. Vielleicht möchten Sie ein Picknick auf einer Sommerwiese veranstalten oder die Kinder mit einem Besuch im kühlen Baumschatten des Waldes erfrischen. Beides sind attraktive Möglichkeiten. Beachten müssen Sie jedoch den richtigen Schutz vor Zecken. Die kleinen Krabbler leben mit Vorliebe in hohem Gras, in zu Boden gefallenem Laub oder in Büschen.

Erfahren Sie, wie Sie die Kinder vor den Zecken schützen können.

 

So schützen Sie die Kinder vor Zecken

Wenn Sie mit den Kindern einen Ausflug in die Natur unternehmen, ist die richtige Kleidung das A und O. Achten Sie darauf, dass der Körper der Kinder komplett mit Kleidung bedeckt ist. Leichte Baumwollstoffe bieten sich im Sommer dazu an. Sie sind nicht zu warm und können gleichzeitig als Sonnenschutz fungieren. Stecken Sie die Hosenbeine der Kinder in die Socken, und schützen Sie ihren Nacken mit einem Sonnenhut. So sind sie bei kleinen Wanderungen und Spaziergängen vor den Zecken in Gräsern und Gebüschen gut geschützt. Vor allem wenn die Kinder durch das Gras krabbeln, ist die Kleidung ein entscheidender Schutz. Insbesondere helle Kleidungsstücke machen es leichter, die dunklen Spinnentiere zu erkennen, die trotz aller Schutzmaßnahmen unter die Kleidung gelangt sein können.

Informieren Sie in jedem Fall die Eltern über den Ausflug in die Natur, damit die Kinder die entsprechende Kleidung tragen und die Eltern auch zu Hause noch mal verstärkt darauf achten müssen, ob sich auf dem Körper ihres Kindes eine Zecke befindet.

Vom Ausflug zurück in der Kita, ist es wichtig, den Körper der Kinder ganz gezielt nach Zecken abzusuchen. Seien Sie dabei sehr behutsam, und erklären Sie, dass Sie nachschauen, ob sich eine Zecke auf seinem Körper verirrt hat. Insbesondere sollten Sie die Haare, Hautfalten und Achselhöhlen absuchen. Der Genitalbereich ist ebenfalls ein bevorzugter Ort für die Tierchen.

Grundsätzlich gilt: Je schneller Sie den Körper auf Zecken kontrollieren und diese ausfindig machen, desto geringer ist die Gefahr, dass die Zecke das Kind schon mit Borrelien infiziert hat. Die Borrelien-Bakterien sitzen im Darm der Zecke. Im Gegensatz zu den FSME-Viren, die in den Speicheldrüsen sitzen, dauert es entsprechend länger, bis sie in den menschlichen Körper gelangen können. Die kleinen Tierchen krabbeln, nachdem sie auf dem Körper gelandet sind, oft noch für einige Stunden darauf herum, um die geeignete Stelle für den Biss zu finden.

 

 

Dürfen Sie die Zecken entfernen?

Ja, Sie dürfen. Hier steht der Schutz der Gesundheit des Kindes im Vordergrund, und Sie müssen sofort handeln, wenn Sie eine Zecke entdeckt haben. Damit Sie auf jeden Fall rechtlich abgesichert sind, bietet es sich jedoch an, dass die Eltern zum Eintritt des Kindes in die Krippe eine schriftliche Erklärung abgeben, die Ihnen erlaubt, Zecken zu entfernen. Informieren Sie die Eltern in jedem Fall darüber, wenn Sie eine Zecke auf dem Körper des Kindes gefunden bzw. entfernt haben.

 

Wie entfernen Sie die Zecken von den Kindern?

Mit einer sogenannten Zeckenzange oder Zeckenkarte, die in der Apotheke erhältlich sind, lassen sich die Zecken entfernen. Lassen Sie sich die Handhabung beim Kauf noch mal in der Apotheke erklären. Versuchen Sie, das Tier möglichst direkt an der Einstichstelle zu fassen und es dann vorsichtig herauszuziehen. Sie können den Vorgang des Herausziehens mit einer leichten Drehbewegung unterstützen. Unbedingt vermeiden sollten Sie jedoch, die Zecke zu quetschen. Wichtig ist, dass Sie die komplette Zecke vom Körper entfernen und beispielsweise nicht die dünnen Beinchen übersehen. Die Eltern des Kindes und Sie müssen das Kind in den Tagen und Wochen nach dem Biss gut beobachten, um mögliche Anzeichen auf eine Infektion zu entdecken.

 

Woran erkennen Sie die Anzeichen für eine Infektion?

  • An einer ringförmigen Rötung um die Einstichstelle herum. Achtung: die Rötung kann auch an anderen Körperstellen auftreten!
  • An möglichen Grippesymptomen
  • Schmerzen an möglichen Körperteilen und sonstige Auffälligkeiten.

Zeigt das Kind solche Anzeichen, verständigen Sie sofort die Eltern, damit sie das Kind zum Arzt bringen. Bei FSME- Erkrankungen ist es nur möglich, das Fieber mit Medikamenten zu behandeln. Die Borreliose lässt sich mit Antibiotika bekämpfen.

Auch wenn mit einer Infektion von FSME oder Borreliose nicht zu spaßen ist, sollten Sie bedenken, dass die meisten Zeckenbisse harmloser Natur sind. Keinesfalls sollten Sie aus „Zeckengründen“ auf Ausflüge in die Natur verzichten. Denn ein Ausflug in die Natur ist ein großartiges Erlebnis für die Kinder und wichtig für ihre Entwicklung.

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Das sagen unsere Leser

Ich bin von „Praxisgestaltung in der Kita“ begeistert. Der Dienst ist für mich eine riesen Arbeitserleichterung.

Frauke Schmidt, Flensburg


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