„Lies-ein-Buch Tag“! Wie Sie mit Bilderbüchern die Sprechfreude und das Interesse eines Kindes ermitteln


06.09.2017

Nutzen Sie Bilderbücher insbesondere bei ruhigen und zurückhaltenden Kindern, um einen intensiveren Kontakt aufzubauen. Die Kinder beginnen dann oftmals von sich aus von ihren Erlebnissen, ihrer Familie oder über sich selbst zu erzählen. Wie Sie solche Momente nutzen, um die Sprachentwicklung der Kinder zu beobachten, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Durch die Bilderbuchbetrachtung fördern Sie die Sprachentwicklung der Kinder. Bilderbücher sind ein wichtiges Mittel, um Kinder zum Sprechen anzuregen. Außerdem eignen sich die Bücher sehr gut dazu, die Kinder beim Sprechen zu beobachten. Mit unserer Beobachtungshilfe können Sie das ganz leicht umsetzen.

Ihr Umgang mit der Beobachtungshilfe

Drucken Sie die Beobachtungshilfe aus. Tragen Sie den Namen der Kinder in die linke Spalte der Tabelle ein. Nutzen Sie die Beobachtungshilfe, wenn Sie mit einem Kind oder einer Kleingruppe von maximal vier Kindern ein Bilderbuch betrachten.

Ihr Beobachtungsziel: Sprechfreude und Interesse an Bilderbüchern erheben

Das Ziel der Beobachtung ist, die Sprechfreude und das Interesse der Kinder an Bilderbüchern zu erheben. Ebenfalls beobachten Sie sehr leicht, ob die Kinder Verbindungen zwischen ihren eigenen Erfahrungen und den einzelnen Figuren und Bildern herstellen. Bei dieser Beobachtung geht es jedoch nicht um die Fähigkeiten des Kindes in Grammatik, Artikulation und Wortschatz.

So beobachten Sie

Betrachten Sie gemeinsam mit nur einem Kind oder mit einer Kleingruppe ein Bilderbuch. Zeigen Sie den Kindern die Bilder und regen Sie sie zu einem Dialog an. Stellen Sie den Kindern viele Fragen zu den Bildern. Nehmen Sie sich selbst zurück, wenn die Kinder erzählen oder zwischen den Kindern ein Dialog entstanden ist. Beobachten Sie dabei das Interesse der Kinder an dem Bilderbuch.

Notieren Sie in den einzelnen Spalten der Beobachtungshilfe für jedes Kind, wie oft es das jeweilige Verhalten zeigt:

  • nie
  • sehr selten
  • selten
  • gelegentlich
  • häufig
  • immer oder fast immer

Falls Ihnen besondere Stärken oder Schwächen eines Kindes in der Grammatik, Artikulation und im Wortschatz auffallen, dann notieren Sie diese in der Spalte „Sonstiges“.

So reagieren Sie, wenn ein Kind wenig Interesse zeigt

In der Regel zeigen Kinder ein sehr gro­ßes Interesse an Büchern, sodass Sie oftmals „immer“ oder „häufig“ in die Tabelle eintragen werden. Falls ein Kind nur manchmal oder sogar nie Interesse
an einem Bilderbuch zeigt, dann überlegen Sie, was dahintersteckt. Suchen Sie gemeinsam mit dem Kind Bilderbücher aus, die es thematisch vielleicht mehr anspricht. Bitten Sie das Kind, Bücher
von zu Hause mitzubringen, die es interessant findet. Laden Sie das Kind immer wieder ein, gemeinsam mit Ihnen Bilderbücher zu betrachten.

Regen Sie das Kind durch Fragen an, die Bilder und die Geschichte zu entdecken. So wird das Kind bestimmt bald auch Interesse an Büchern zeigen.

Beobachtungshilfe zum Umgang mit Bilderbüchern

 Name des Kindes Das Kind lässt sich von dem Buch fesseln Es stellt Fragen zu den Bildern und der Geschichte Es wird zum „Erzähler“ Es versucht, einen
Zusammenhang
zwischen den Bildern
oder Figuren
herzustellen
Es zeigt
Interesse
an dem
Text
Sonstiges

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