Smartphones und Tablets in der Medienpädagogik


09.06.2017
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Smartphones, Tablets, Computer, Internet, Spielekonsolen und Fernseher sind aus dem Alltag der Kita-Kinder längst nicht mehr wegzudenken. Lesen Sie hier, wie Sie diese Medien in Ihre Medienpädagogik der Kita gewinnbringend einbeziehen können.

 

Praxisbeispiel

Beim Montagsgespräch in der Kita berichten drei Kinder von ihrem Wochenende: Sie haben DVDs geschaut und auf der Spielekonsole mit ihren Eltern verschiedene Computerspiele gespielt. Über das Smartphone der Eltern haben sich die Kinder auch noch auf YouTube die MädchenWG angeschaut. In der Teambesprechung überlegen die Erzieher, ob es bei diesem Medienkonsum noch nötig ist, Medienpädagogik in der Kita zu betreiben.

So gehen Sie vor

Verbannen Sie Medien nicht aus Ihrer Kita. Wenn Ihnen bekannt und bewusst ist, dass die Kinder zu Hause übermäßigen Medienkonsum betreiben, ist das umso wichtiger: Zeigen Sie den Kindern in der Kita einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien.

Einen intensiven Eindruck von den Medien, mit denen sich die Kinder beschäftigen, erhalten Sie bei einem Spielzeugtag in Ihrer Kita. Erlauben Sie den Kindern, auch Smartphones, Spielekonsolen und Tablets mit den dazugehörigen Spielen mitzubringen. Das verschafft Ihnen einen differenzierten Überblick über alle Spiele, die derzeit im Trend liegen und mit denen sich die Kinder beschäftigen.

Unterstützen Sie die Eltern

Eltern sollten auch eigene Vorbehalte den elektronischen Medien gegenüber abbauen oder gemeinsam mit ihrem Kind den richtigen Umgang mit Spielkonsolen lernen. Veranstalten Sie mindestens alle 2 Jahre einen Elternabend zum Thema Medienpädagogik. Dabei lernen die Eltern

  • wie sie zu Hause gemeinsam mit ihrem Kind mit den vorhandenen Medien umgehen,
  • wie sie Regeln aufstellen,
  • welche Regeln sinnvoll sind,
  • wie sie die Regeln durchsetzen können,
  • welche Spiele für welches Alter sinnvoll sind.

Auch der Erfahrungsaustausch der Eltern untereinander ist bei diesem Elternabend sehr hilfreich.

Stärken Sie die Erzieher

Erzieher Ihrer Kita sind beim Thema Kinder und Medien und Spielekonsolen gelegentlich unsicher. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter auf, am Spielzeugtag mit den Kindern ins Gespräch zu kommen und sich ihre Konsolen mit den Lieblingsspielen zeigen zu lassen. Auch eine Fortbildung zum Thema „Medienkompetenz“ kann Ihren Mitarbeitern helfen, den eigenen Horizont zu erweitern und die nötige Sicherheit zu gewinnen.

Es ist wichtig, dass Sie und Ihre Mitarbeiter in der Kita Medienkompetenz zeigen und als Vorbild auftreten. Überprüfen Sie dahingehend das eigene Verhalten im Umgang mit den Medien.

Es ist nicht alltäglich, aber durchaus denkbar, dass Sie eine Spielekonsole für Ihre Kita anschaffen. Gemeinsam sollten Sie mit den Kindern Erfahrungen mit dieser Konsole sammeln. Stellen Sie Regeln auf, die den Kindern beim medialen Lernen helfen.

Stellen Sie Regeln auf

Regeln müssen sein. Auch und vor allem in der Medienpädagogik. Stellen Sie deshalb gemeinsam mit den Kindern Regeln für den Umgang mit PC und Internet auf. Stellen Sie zu den folgende Punkten Regeln auf:

  • die Nutzungsdauer,
  • die Nutzungshäufigkeit,
  • die Spiele, die gespielt werden dürfen,
  • die Festlegung, ob Kinder von zu Hause eigene Spiele mitbringen dürfen,
  • die Entscheidung, ob Kinder auch alleine oder nur in Gruppen den PC nutzen dürfen.

Kita-Regeln für PC-Spiele

  • Erlaubnis: Jeder, der PC oder Spielekonsole benutzen möchte, muss den Erzieher um Erlaubnis fragen.
  • Nutzungsdauer: Jedes Kind darf sich die Sanduhr selbst einstellen. Insgesamt darf ein Kind 15 Minuten den PC oder die Konsole benutzen.
  • Nutzungshäufigkeit: Jedes Kind darf den PC höchstens einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag nutzen.
  • Spiele, die gespielt werden dürfen: Die Spiele, die in der Kita sind, dürfen ausgewählt und gespielt werden. Von zu Hause können die Spiele nur am Spielzeugtag mitgebracht werden. Der Erzieher überprüft diese Spiele.
  • Alleine oder in Gruppen spielen? PC, Spielekonsolen und Tablets dürfen nur in Gruppen von minimal 2 Kindern gespielt werden.

Fazit

Smartphone, Tablet und Co. können die Entwicklung der Kinder in verschiedenen Bildungsbereichen gezielt unterstützen. Es kommt darauf an, sie geschickt auszuwählen. Besonders in den Naturwissenschaften und der Mathematik, aber auch in punkto Sprache, Kreativität und Bewegung können die neuen Medien viel zur kindlichen Förderung beitragen. Setzen Sie die Medien in sinnvollen und bereichsübergreifenden Zusammenhängen ein und lassen Sie die Kinder dabei auch in Gruppen arbeiten. Hochwertiger kann Lernen kaum sein.

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