Das sollten Sie beim Getränkeangebot in der Krippe beachten


04.04.2016
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Nico ist gerade 4 Monate alt geworden und ernährt sich ausschließlich von Milch. Sina ist 1 Jahr alt und trinkt zu Hause immer Limonade. Die 3 Jahre alte Jana findet Kohlensäure im Wasser eklig. Jedes Kind hat seine eigenen Trinkvorlieben – beeinflusst davon, was ihm angeboten wird. Dies bezieht sich sowohl auf die Art der Getränke als auch auf die empfohlene Trinkmenge. Sie als Erzieherin haben die Aufgabe, die Jüngsten in der Krippe vollwertig zu verpflegen und ihnen gesunde Getränke schmackhaft zu machen. Im Folgenden wird erklärt, worauf Sie bei dem Getränkeangebot in der Krippe achten müssen.

 

Was sollten Kinder in der Krippe trinken?

Grundsätzlich ist Wasser der gesundeste Durstlöscher. Es eignet sich am besten dazu, den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu regulieren. Trinkwasser oder Mineralwasser ohne Kohlensäure sind besonders geeignet. Daneben können Sie den Krippenkindern ungesüßte Tees in verschiedenen Geschmacksrichtungen anbieten. Ab und zu können Sie das Getränkeangebot auch durch eine Saftschorle ergänzen. Achten Sie dabei darauf, dass die verwendeten Säfte nicht aus Konzentrat bestehen und keinen zusätzlichen Zucker enthalten. Kleinstkindern, die noch Muttermilch oder Flaschenmilch trinken und außerdem von Beikost ernährt werden, benötigen zusätzlich stilles Wasser, um ausreichend Flüssigkeit zu haben. Sprechen Sie sich darüber täglich mit den Eltern ab, um das Kind in der Krippe entsprechend versorgen zu können.

 

 

 

Wie viel sollten Kleinstkinder trinken?

Da der Wasseranteil bei Kindern 75 % des Körpergewichtes beträgt, ist es besonders wichtig, dass sie ausreichend trinken. An Tagen, an denen das Kind viel schwitzt, sich viel bewegt oder Fieber hat, ist der Bedarf an Flüssigkeit höher. Bestimmte Nahrungsmittel, beispielsweise Äpfel oder andere Obstsorten, enthalten viel Wasser. Wenn Sie viel und regelmäßig Obst anbieten, können Sie somit einen Teil des Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrungsaufnahme regeln.

 

Wann sollten Kleinstkinder in der Krippe trinken?

Kinder, die gestillt bzw. von Ihnen ausschließlich mit abgepumpter Milch versorgt werden, benötigen kein zusätzliches Getränk. Alle Kinder, die bereits feste Nahrung zu sich nehmen, sollten regelmäßig Wasser angeboten bekommen. Grundsätzlich gilt, dass alle Kinder den ganzen Tag lang die Möglichkeit haben, so viel zu trinken, wie sie möchten. Wenn Sie mit den Kindern den Gruppenraum verlassen und beispielsweise in den Bewegungsraum gehen oder einen Ausflug unternehmen, sollten Sie immer ausreichend Getränke dabeihaben. Die Kinder sollten trinken, um ihren Durst zu stillen. Das Trinken zu bestimmten Uhrzeiten ist nicht hilfreich für die Kinder und kann leicht zum Zwang werden.

 

So machen Sie das Trinken für die Krippenkinder attraktiv

Damit die Jüngsten gerne und viel trinken, können Sie deren Trinkverhalten mit folgenden einfachen Tipps für den Krippenalltag positiv beeinflussen:

  • Richten Sie einen Getränketisch im Gruppenraum ein, an dem sich die Kinder, die schon laufen können, selbstständig mit Getränken bedienen können. Geben Sie dem Tisch einen Namen, der die Kinder anspricht, beispielsweise „Getränkeinsel“. Diesen Tisch können Sie beispielsweise mit Fotos von trinkenden Kindern aus Ihrer Gruppe oder trinkenden Tierenm dekorieren. Das motiviert die Kinder und bietet gleichzeitig Gesprächsanlässe während des Trinkens. Sie können den Tisch auch angelehnt an das jeweilige Projekt in Ihrer Gruppe  dekorieren. Beispielsweise können Sie das Farbprojekt thematisieren, indem Sie an einem Tag gelbe Getränke (OSaft-Schorlen), am nächsten Tag rote Getränke (Erdbeertee) anbieten.
  • Sorgen Sie für Abwechslung beim Getränkeangebot, damit das Trinken für die Kinder interessant bleibt. Neben stillem Wasser können Sie ungesüßte Tees in verschiedenen Geschmacksrichtungen / Farben anbieten. Mit Strohhalmen, Zitronenund Orangenscheiben können Sie die Kinder bestimmt zum Durstlöschen und Probieren begeistern.
  • Für die älteren Kinder der Gruppe können Sie „Trinkkärtchen“ anfertigen. Dazu machen Sie von jedem Kind mindestens 6 Fotos, auf denen es trinkend abgebildet ist. Diese Fotos werden laminiert, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Jedes Mal, wenn das Kind ein Glas leer getrunken hat, darf es ein Foto in einen dafür vorgesehenen Behälter stecken. Am Ende des Kita-Tages kann es gemeinsam mit Ihnen und den Eltern besprechen, wie viel / wenig es heute getrunken hat. Die Übung mit den „Trinkkärtchen“ ist etwas zeitintensiver und daher besonders für ein Projekt zum Thema „Trinken“ geeignet.
  • Bieten Sie zu jeder Mahlzeit Getränke an. Nutzen Sie durchsichtige Kannen, damit die Kinder die Getränke erkennen können und wissen, was sie sich eingießen bzw. von Ihnen angeboten bekommen.
  • Lassen Sie die Kinder so früh wie möglich aus Gläsern trinken. Die Kinder können somit lernen, selbst zu kontrollieren, wie viel sie sich eingießen und welches Getränk sich im Glas befindet. Gläser mit Griffen bieten zusätzliche Trinkhilfe. Darüber hinaus finden Sie im Handel Gläser aus sogenanntem „Hartglas“, die nicht so leicht zerbrechen und weniger auseinandersplittern, wenn sie fallen.
  • Sie selbst sollten ebenfalls regelmäßig trinken, um den Kindern ein positives Vorbild zu sein. Wenn die Kinder gern und viel trinken, tragen Sie bereits viel zu deren Gesundheit bei. Also: „Wasser marsch!“

 

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Das sagen unsere Leser

Für „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ habe ich mich entschieden, weil es zu diesem Thema kaum professionelle, verlässliche Literatur gab. Ganz toll finde ich neben den langfristig erprobten Tipps und Liedern für die Kleinsten die entwicklungspsychologischen Beiträge. Unterstützt wird das Ganze durch praxisnahe Hilfe wie z. B. Beobachtungsbögen. Dadurch bin ich auch auf schwierige Elterngespräche optimal vorbereitet. Und zu den relevanten Themen wie beispielsweise Trotz und Sauberkeit bekomme ich immer die neuesten Erkenntnisse geliefert: So kopiere ich dann auch manchmal etwas für unsere Eltern-Infowand. „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ ist für mich eine tolle Unterstützung in meinem Arbeitsalltag!

Sonja Großmann-Bott, Kindergarten unterm Regenbogen, Höfen

Unsere AWO Kita-Einrichtung ist schwerpunktmäßig auf 0- bis 3-Jährige ausgerichtet, und für uns ist „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ die perfekte Unterstützung: Obwohl wir seit über 30 Jahren mit Kindern unter 3 arbeiten, sind wir dankbar für all die neuen Anregungen und die praxisorientierten Angebote aus „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“. Gerade im Bereich Entwicklungspsychologie hat sich so viel getan, dass es wunderbar passt, hier immer topaktuell informiert zu sein. „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ ist eine tolle Sache!

Christel Kamprath, AWO Kita Rotkäppchen, Allstedt


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