Werden Sie den unterschiedlichen Schlafbedürfnissen von Kleinkindern gerecht


13.11.2017

Die neuen Kleinkinder werden gerade in Ihrer Kita-Gruppe eingewöhnt. Für diese Kinder ist der Alltag mit so vielen anderen Kleinkindern noch sehr anstrengend. Zudem prasseln vielfältige Anregungen und Eindrücke auf sie ein, etwa durch das reichhaltige Spielangebot in Ihrer Einrichtung. Auch das kostet viel Kraft. Zudem brauchen jüngere Kleinkinder mehr Schlaf als Ihre Großen. Das zu gewährleisten stellt in Ihrem pädagogischen Alltag eine Herausforderung dar. Denn auch während der Schlafphasen müssen Sie die Aufsichtspflicht gewährleisten. Wie Sie das meistern, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

 

 

Das müssen Sie wissen

Je nach Alter haben Kleinkinder unter- schiedliche Schlafbedürfnisse, die Sie der Übersicht unten entnehmen.

Alter:

0 – 36 Monate: 14 – 17 Stunden am Tag
4 – 11 Monate: 12 – 15 Stunden am Tag
1 – 2 Jahre: 11 – 14 Stunden
ab 3 Jahren: 10 – 13 Stunden

Babys im Alter von bis zu 6 Monaten schlafen in der Regel nachts noch nicht so lange. Daher haben sie am Tag ein erhöhtes Schlafbedürfnis und schlafen trotz Mittagsschlaf auch noch vormittags. In Ihren Tagesablauf müssen Sie also eine oder mehrere Schlafphasen der Kinder im Kita-Alltag einplanen.

Hinweis: Meist benötigen Kleinkinder ab einem Alter von 1 Jahr keinen Vormittagsschlaf mehr.

Stellen Sie die Bedürfnisse des Kleinkindes in den Mittelpunkt

Insbesondere während der Eingewöhnungszeit sollten Sie das Schlafbedürfnis der neuen Kinder bewusst in Ihre Tagesplanung integrieren. Denn solange Sie ein Kleinkind betreuen, ist es Ihre Pflicht, sich um die Bedürfnisse des Kindes zu kümmern.

Zeigt ein Kleinkind am Vormittag das Bedürfnis, sich auszuruhen oder zu schlafen, sollten Sie diesem nachkommen. Denn Schlafentzug ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern zählt auch zu den Foltermethoden. Oftmals reicht für Kleinkinder schon ein kleines Nickerchen aus, um wieder fit für den anstrengenden Kita-Tag zu werden. Als hilfreich erweist es sich auch, ein Kleinkind schon ein paar Minuten früher hinzulegen. Beispielsweise essen die anderen Kinder noch ihren Nachtisch und Sie legen ein müdes Kind schon mal zum Schlafen.

Bieten Sie im Alltag Ruhe- und Schlafmöglichkeiten an

Manchmal ist es im Alltag nicht möglich, ein Kleinkind in den Schlafraum zu legen, da Sie ansonsten der Aufsichtspflicht nicht nachkommen können. Daher ist es empfehlenswert, im Gruppenraum diverse Ruhe- und Schlafmöglichkeiten zu schaffen. Das geht mit ein paar einfachen Umgestaltungen ganz schnell.

  • Grenzen Sie eine Raumecke durch Regale oder Pflanzen vom Rest der Gruppe ab. Legen Sie eine Matratze in die Ecke. Fügen Sie mehrere Kissen und Decken hinzu. Schon haben Sie einen gemütlichen Ruheort geschaffen.
  • Spezielle Schlafkörbe für Kleinkinder sollten ein fester Bestandteil Ihres Gruppenraums sein. Bei Bedarf können sich die Kleinkinder dort hineinlegen. Diese Körbe lassen sich auch leicht transportieren und mit in die Kita-Räume nehmen, die Sie gerade nutzen. Ja selbst im Garten lassen sich diese problemlos aufstellen.
  • Stellen Sie ein Kinderbett in eine ruhige Ecke im Gruppenraum. Entfernen Sie die losen Stäbe, sodass die Kinder eigenständig rein- und rauskrabbeln können.
  • Schaffen Sie sich einen Stubenwagen an. In diesen können Sie Kleinkinder legen, die schon vor der regulären Schlafenszeit müde werden. Fahren Sie diesen Wagen dann mit in den Schlafraum. So bekommen auch die vor der Zeit müden Kleinkinder ausreichend Schlaf und Sie genügen Ihrer Aufsichtspflicht.

Diese kleinen Umgestaltungen erlauben es den Kleinkindern, sich eigenständig zurückzuziehen, wenn sie müde sind. Sie werden vor Reizen geschützt, machen ein Nickerchen und tanken neue Kraft. Lassen Sie die Ruhephase aber nicht zu lang sein. Sonst kann das Kleinkind während der regulären Schlafenszeit nicht schlafen. Das führt in den meisten Einrichtungen zu einem großen Organisationsproblem, da der Personalschlüssel für eine individuellere Betreuung nicht ausreicht.

Passen Sie den Schlafrhythmus immer wieder an

Gerade bei Kleinkindern ändert sich der Schlafrhythmus immer wieder. Meistens verliert sich mit einem Jahr das kindliche Bedürfnis, vormittags noch ein Schläfchen zu halten. Gerade dann, wenn die Kinder eine Kita besuchen, in der es viel Aufregendes zu entdecken gibt.

Ist dies nicht der Fall und das Schlafbedürfnis ist am Vormittag noch sehr ausgeprägt, während das Kind zur üblichen Ruhezeit topfit ist, versuchen Sie, es behutsam an einen anderen Rhythmus zu gewöhnen. Wecken Sie das Kind sanft nach kurzer Zeit wieder. Dies geht am besten, wenn die Tiefschlafphase vorbei ist. Dass die Tiefschlafphase des Kleinkinds vorbei ist, erkennen Sie so:

  • Das Kind bewegt den Mund, als würde es saugen, kauen oder kräftig am Schnuller nuckeln.
zzEs bewegt seine Arme und Beine oder wälzt sich im Bett hin und her.
  • Es lächelt oder brabbelt im Schlaf.

Gehen Sie sanft und behutsam vor und wecken Sie Kleinkinder nicht ruckartig. Reißen Sie sie nicht gewaltsam aus dem Schlaf. Berühren Sie das Kind sanft mit Ihren warmen Händen. Durch die Berührung der Haut und der Haare beruhigen Sie die Kleinkinder. Sprechen Sie mit sanfter ruhiger Stimme mit dem Kleinkind und nehmen Sie es auf den Arm.

Sie werden sehen, mit einfachen Änderungen in der Raumgestaltung und pädagogisch durchdachtem Handeln werden Sie dem Schlafbedürfnis aller Kleinkinder gerecht.

Share Button

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

3 Punkte, wie Sie das Kamishibai-Erzähltheater interaktiv einsetzen

25. Oktober 2017

Ein Kamishibai-Erzähltheater ist ein stehender Rahmen aus Holz mit 2 Flügeltüren. Wenn Sie die Flügeltüren öffnen, erscheint auf der schwarz gerahmten Bühne das 1. Bild einer Geschichte. Die Kinder entdecken das Bild und...

So nutzen Sie das Kamishibai-Erzähltheater

Vorschulkinder: „Sag beim Abschied deutlich ,Servus!‘“

28. September 2017

Das Gefühl, jetzt bald nicht mehr zur Kita zu gehören, liegt so manchem Vorschulkind derzeit auf der Seele. Ambivalente Gefühle kommen bei den Kindern auf: Einerseits freuen sie sich unbändig auf die nahende Schulzeit....

Lesen Sie hier Anregungen und Tipps zur Gestaltung einer abwechslungsreichen Abschiedszeit.

So helfen Sie den Schulkindern, Stress zu reduzieren

10. November 2017

Stress kann motivieren und anspornen. Er kann aber auch belasten und krank machen. Der „gute“ Stress – Eustress genannt – stellt sich ein, wenn Sie Freude an einer Sache haben und sie als Herausforderung betrachten...

So reduzieren Sie den Stress bei Schulkindern



© 2017 PRO Verlag, Bonn