Unfallverhütung in der Kita: Damit Bücher nicht zur Gefahr für Kleinkinder werden


03.09.2018

Der 1 ½-jährige Lukas sitzt auf dem Boden und blättert ganz versunken in einem Bilderbuch. Dabei tippt er immer wieder auf ein Bild und murmelt „Nana“ und „Muh“.

Solche Szenen sind Ihnen aus dem Alltag in Kita oder Krippe sicherlich sehr vertraut. Bücher mit vielen Bildern sind für Kleinstkinder optimal – und dabei völlig unbedenklich, oder? Im Prinzip ja. Dennoch sollten Sie Kleinstkindern nicht jedes Buch zum selbstständigen Blättern und neugierigen Erkunden überlassen. Wichtig ist, dass Sie eine gute Auswahl treffen, damit Bücher nicht zur Gesundheitsgefahr für Kleinstkinder werden.

So bekommen Sie die Gefahr durch Bücher in den Griff

Buch ist nicht gleich Buch. Sie unterscheiden sich in Material, Verarbeitung und Handhabung. Dadurch können sie für Kleinstkinder durchaus gefährlich werden. Was Sie dafür tun können, damit Bilderbücher von Kleinstkindern sicher gehandhabt werden können?

Eine Möglichkeit ist es, beim Kauf der Bücher auf das Zeichen „GS“ – Geprüfte Sicherheit – zu achten. Noch besser ist es, wenn das Buch mit dem „spiel gut“-Siegel gekennzeichnet ist.

Zudem ist es wichtig, dass Sie Bücher täglich kurz kontrollieren:

  • Gibt es Teile, die sich an den Büchern lösen und verschluckt werden könnten?
  • Haben sich Ecken oder Kanten abgerieben und sind mittlerweile scharfkantig und gefährlich? Sind Laschen oder Klappdeckel eingerissen und könnten eine Verletzungsgefahr für Kleinstkinder darstellen?
  • Sind Bücher beschädigt, müssen Sie diese sofort austauschen oder sicher wieder instand setzen.

In der folgenden Übersicht finden Sie die häufigsten Gefahren, die von Büchern ausgehen können, und Tipps, wie sich diese vermeiden lassen.

GefahrenquellePraxisbeispielSo bekommen Sie die Gefahr in den Griff
Weichmacher und
andere giftige Stoffe
- Weichmacher können z. B. in Bilderbü­ Weichmacher können z. B. in Bilderbüchern
aus weichem biegsamen Plastik enthalten
sein
- Farbige Bilder in den Büchern können gif­ Farbige Bilder in den Büchern können giftige
Farbpigmente enthalten
- Schaffen Sie für die Jüngsten Bilderbücher aus
Holz oder fester Pappe statt aus Plastik an.
- Achten Sie beim Kauf der Bücher auf die Prüfsiegel
„GS“ und „spiel gut“. Diese garantieren Ihnen,
dass die Bücher farbecht sind und keine giftigen
Farben verarbeitet wurden.
Kleinteile- Klappen und Fenster, die man bei Bilder­ Klappen und Fenster, die man bei Bilderbücher
aufziehen, aufklappen oder wegdrehen
kann
- „Zugaben“, die beim Buch enthalten sind,
z. B. kleine Bärchen, die an Lesebändchen
hängen
- Achten Sie darauf, dass Bücher in Reichweite der
Kinder zum selbstständigen Schmökern keine losen
Klappen oder Fenster oder andere Kleinteile,
die sich lösen könnten, haben.
- Überprüfen Sie die Bücher in Ihrer Kita regelmäßig,
ob alle Teile stabil und fest am Buch sind
Batterien- Bei Büchern, die blinken oder Töne von
sich geben, sind Batterien enthalten
- Verzichten Sie am besten ganz auf Bücher mit
„Special Effect“. Falls Sie doch ein Buch mit batteriebetriebenen
Effekten in der Kita oder Krippe
haben, achten Sie darauf, dass sich das Batteriefach
nur von Erwachsenen, z. B. mit einem
Schraubenzieher öffnen lässt.
Krankheitserreger- Kleinstkinder nehmen Bücher nicht nur in
die Hand, sondern auch in den Mund. Dadurch
können Krankheitserreger über den
Speichel auf das Buch gelangen und auf
ein anderes Kind übertragen werden
- Reinigen Sie die Buchdeckel der Bücher, die die
Kinder regelmäßig benutzen, täglich mit einem
feuchten Lappen.
- Sind Buchseiten mit Körperausscheidungen von
Kindern verunreinigt, müssen Sie diese mit einem
virusaktiven Desinfektionsmittel behandeln.

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