Die 7 nervigsten Elternsprüche und wie Sie ihnen gelassen begegnen


20.01.2019

Schreiben Sie sich auch die witzigsten Sprüche der Kinder auf? Da kommt so einiges zum Schmunzeln zusammen! Mit den Sprüchen der Eltern ist das irgendwie anders – die würden Sie am liebsten sofort wieder vergessen.

Denn meistens ist es nicht lustig, was so von den Eltern kommt. Und Sie hören sich diese Sprüche wieder und wieder an, versuchen, freundlich zu bleiben und möglichst professionell zu reagieren. Hier bekommen Sie ein wenig Hilfe bei dieser nervenzehrenden Aufgabe:

1. „Zu Hause benimmt er sich immer!“

Mit diesem Argument stehlen sich die Eltern sofort und wirkungsvoll aus ihrer Verantwortung. Denn das Problem liegt ganz offensichtlich an Ihnen. Bleiben Sie also bei Ihren Beobachtungen in der Kita und holen Sie die Eltern wieder zurück in die Verantwortung: „Ich mache mir Sorgen um Ihr Kind. Lassen Sie uns gemeinsam das Problem angehen und überlegen, was wir in der Kita und was Sie zu Hause für Ihr Kind tun können.“

2. „Ich bezahle schließlich dafür!“

Eltern sehen Ihre Arbeit tatsächlich immer mehr als Dienstleistung – und durch ihren Kita-Beitrag zu einer bestimmten Anspruchshaltung berechtigt. Dem begegnen Sie nur, wenn Sie Planungsänderungen oder Ausfälle immer aus Sicht der Kinder begründen, und nicht damit, dass es für Sie nicht anders leistbar wäre. Sonst laufen Sie Gefahr, den Eindruck zu erwecken, Sie bemühten sich nicht ausreichend. Argumentieren Sie also vielmehr: „Weil Frau Schmitt ausfällt, wäre die Sportgruppe viel zu groß. Damit würden wir die Kinder deutlich überfordern.“

3. „Kita geschlossen? Was glauben Sie denn, wie viel Urlaub wir haben?“

Natürlich bleiben Sie im gesetzlichen Rahmen von höchstens 30 Schließtagen. Dennoch wird es immer Eltern geben, denen das zu viel ist oder die ihren eigenen Urlaub gerne anders legen würden. Lassen Sie sich deshalb nicht in Erklärungsnöte bringen. Falls Sie hören, dass tatsächlich mehr Eltern Probleme haben, Ihre Schließtage abzudecken, können Sie dies ganz sachlich in Ihrer nächsten Elternbefragung aufnehmen.

4. „Achten Sie darauf, dass sie sich nicht schmutzig macht!“

Das leidige Thema schmutziger Kleidung kennen Sie zur Genüge. Und da hilft es bei manchen Eltern nicht, den Wert aktiven Spiels in der Konzeption, im Anmeldegespräch und zusätzlich auch noch in anderen Elterngesprächen zu erwähnen.

Wenn das alles nichts bringt, begegnen Sie den Eltern mit dem rechtlichen Hinweis: „Wie Sie im Vertrag unterschrieben haben, übernehmen wir für die Kleidung Ihres Kindes keine Haftung.“ Guten Willen zeigen Sie, indem Sie der Mutter vorschlagen, „Arbeitskleidung“ für ihr Kind zu deponieren, die diese dann morgens beim Bringen ihrem Kind anziehen kann.

5. „Bleiben Sie sitzen, Sie haben ja ein tolles Leben!“

Stimmt – und deshalb sollten Sie sich dafür keinesfalls rechtfertigen! Schlagfertig begegnen Sie Eltern mit solchen Sprüchen so: „Da haben Sie recht! Was kann ich für Sie tun?“ Was Ihre Arbeit ausmacht und Sie als Erzieherin tagtäglich leisten, können die Eltern jederzeit beobachten und erfahren, wenn sie das wollen. Und wenn nicht, dann werden Sie diese Eltern auch nicht mit einer überhasteten Rechtfertigung überzeugen.

6. „Das mag mein Paule nicht, können Sie ihm nicht was anderes geben?“

Die Mutter liest den Speiseplan und möchte, dass Sie für Paule Extra-Essen bereitstellen. Dass das Ihren kompletten Ablauf sprengen würde, zählt für die Mutter nicht als Argument. Lassen Sie sich aber auch nicht auf „Flur-Diskussionen“ über das Essen ein, denn dieses Thema ist für viele Eltern und Kinder tatsächlich heikel.

Und Sie wissen auch, dass Paule in Ihrer Kita viel mehr isst, als die Mutter vermutet. Geben Sie deshalb die Verantwortung wieder an die Mutter zurück: „Dann geben Sie Paule bitte etwas anderes zu essen mit, und ihr Sohn entscheidet, was er essen möchte.“ Das Thema können Sie dann in aller Ruhe und gut vorbereitet im nächsten Elterngespräch mit der Mutter besprechen.

7. „Ob mein Kind krank ist, entscheide ich selbst!“

Richtig, die Mutter entscheidet für ihr Kind – und Sie müssen für die Kita entscheiden. Lassen Sie sich mit solchen Sprüchen keinesfalls unter Druck setzen: Ein krankes Kind entgegenzunehmen in der Hoffnung, dass es irgendwie geht, ist jedenfalls weder für das Kind noch für Ihre Kita eine Lösung.

Äußern Sie klar und unmissverständlich, dass Sie keine kranken Kinder übernehmen. Damit weder bei Ihnen, noch Ihren Kollegen Unklarheiten darüber bestehen, wann ein Kind zuhause bleiben muss, finden Sie diese hier aufgelistet:

  • Fieber,
  • schwere Erkältungen,
  • Atemwegsinfekte,
  • Hautausschläge, ohne dass eine Allergie besteht,
  • Erbrechen und Durchfall,
  • Infektionskrankheiten, geregelt im Infektionsschutzgesetz.

Indem Sie darauf achten, dass alle Kollegen im Krankheitsfalle eines Kindes gleich reagieren, machen Sie sich in diesem ohnehin schwierigen Gespräch mit den Eltern nicht weiter angreifbar. Egal, welchen nervigen Spruch Sie sich als Nächstes von den Eltern anhören müssen – lassen Sie sich von ihnen nicht aufs Glatteis führen.

Denn fast immer steckt dahinter ein Problem der Eltern, das diese versuchen, geschickt auf Sie abzuwälzen. Bleiben Sie also gelassen, denn Sie wissen: Nur in den seltensten Fällen sind tatsächlich Sie damit gemeint.


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