Den Elternabend gestalten für Eltern ohne Deutschkenntnisse und Flüchtlingseltern


07.05.2018

Sie müssen den Elternabend gestalten und dabei auch Eltern mit und ohne Deutschkenntnisse willkommen heißen? Hier finden Sie zündende Ideen, mit denen garantiert kein hilfloses Schweigen entsteht. Sie bauen Brücken ohne Sprache und sorgen so für eine entspannte und herzliche Stimmung. Und damit wirklich alle miteinander warm werden können, bringen Sie die Eltern miteinander in Kontakt. Deutsch oder nicht – das ist hier keine Frage! Hier erfahren Sie, wie Sie einen richtigen Multikulti Elternabend gestalten können:

1. Warm-Up-Idee: Süße Begrüßung

Sicher kennen Sie die Sprachen, die die Eltern Ihrer Kita sprechen. In der folgenden Übersicht finden Sie „Herzlich willkommen!“ in verschiedenen Sprachen. Unter www. festtagsgedichte.de finden Sie es zusätzlich in fast allen weiteren Sprachen, falls Ihnen hier die Sprache fehlt, die Sie noch brauchen. Gestalten Sie mit den Kindern gemeinsam kleine Zettel, die die Kinder bunt gestalten und mit denen Sie Bonbons für die Eltern einwickeln.

  • Arabisch: Merhaba/Salaam/Marhaban
  • Chinesisch: Huan Ying
  • Englisch: Welcome
  • Farsi: Harrsch mikonnen
  • Französisch: Bienvenue
  • Hebräisch: Shalom
  • Iranisch: Salam ale kom
  • Italienisch: Benvenuto
  • Japanisch: Konnichiwa
  • Polnisch: Dobrze Dzien
  • Rumänisch: Bun Zi
  • Russisch:Sprivetom
  • Spanisch: Bienvenidos
  • Vietnamesisch: Chao

Bereiten Sie mit dem Computer Ausdrucke vor, auf denen „Herzlich willkommen“ in allen Sprachen steht, die die Familien Ihrer Einrichtung sprechen. Teilen Sie das Dokument am Computer in 2 Spalten und 3 Zeilen. Dann erhalten Sie ausgeschnitten mit jedem Zettel etwa die Größe, mit dem ein Bonbon eingepackt werden kann. Drucken Sie das Blatt entsprechend der Anzahl der Eltern aus und teilen Sie es mit der Schneidemaschine in 6 Zettelchen.

Gehen Sie mit den Kindern durch, welches Willkommen auf den Zetteln steht. Hier bekommen Sie bestimmt Unterstützung in der Aussprache. Dann darf jedes Kind einen oder mehrere Zettel gestalten und anschließend ein Bonbon darin einwickeln und an den Enden eindrehen. So bleibt die Bonbonoptik erhalten. Geben Sie alle Bonbons in eine schöne Dose oder Schale und teilen Sie diese den Eltern beim Eintreten aus. Indem Sie die Eltern fragen, wie der jeweilige Willkommensgruß ausgesprochen wird, kommen Sie zwanglos in Kontakt. Und wenn Sie sich dann in der Aussprache versuchen, sorgen Sie mit Schmunzeln für eine entspannte und zwanglose Atmosphäre.

2. Warm-Up-Idee: Kindergesichter gehen auf Reise

Fotografieren Sie die Gesichter der Kinder oder lassen Sie die Kinder sich gegenseitig fotografieren. Drucken Sie die Portraits dann aus. Die Kinder kleben ihr Gesicht dann auf einen stabilen Karton, vielleicht in ihrer Lieblingsfarbe. Dann gestalten sie die Rückseite oder auch den entstandenen Rahmen auf der Vorderseite als Gruß an ihre Eltern.

Für den Elternabend mischen Sie die Bilder durch und legen sie mit dem Gesicht nach unten in einen Korb. Diesen geben Sie durch die Reihe der Eltern. Ein Elternteil nimmt sich ein Bild und zeigt es. Ist es das eigene Kind? Dann nennt er seinen eigenen und den Namen des Kindes. Wahrscheinlich ist es aber nicht das eigene Kind. Dann zeigt er das Bild und Mutter und/oder Vater melden sich, nehmen das Foto entgegen und stellen sich und ihr Kind vor. Die Fotos dürfen die Eltern natürlich behalten. Vor allem Eltern, die sich fremd fühlen, gibt es Sicherheit, etwas in den Händen zu halten – noch dazu, wenn es ein vertrautes Foto ist!

3. Warm-Up-Idee: Gemeinsam die Suppe auslöffeln

Bei diesem Aufwärmspiel muss gar nicht gesprochen werden und dennoch kommen alle Eltern miteinander in Kontakt. Sie bewältigen eine Aufgabe miteinander, die nicht ganz ernst gemeint ist und bei der deshalb sicher schnell entspannt gelacht wird.

Dazu brauchen Sie ganz verschiedene Behältnisse oder Geräte, mit denen Wasser transportiert werden kann, z.B.

  • Becher
  • Kännchen
  • Löffel
  • Schwamm
  • Spritze
  • Luftballon
  • Teller
  • Reagenzgläser
  • Schüssel
  • Flasche usw.

Natürlich können Sie Behältnisse jeweils auch in größerer Anzahl verwenden. Legen Sie alle in eine große Tüte, die möglichst nicht durchsichtig ist. Jedes Elternteil nimmt sich dann ein Behältnis heraus.

Sind alle gerüstet, verdeutlichen Sie die Aufgabe: Aus Ihrer Wasserschüssel soll möglichst viel Wasser herumgegeben werden, bis es wieder bei Ihnen ankommt – Gelächter garantiert. Regen Sie zudem an, die Plätze zu tauschen, falls notwendig, z. B. um mit einer Spritze Wasser in den Luftballon zu füllen. Schnell entsteht ein entspanntes Miteinander.

Es ist nicht nur für die Kinder wichtig, sich angenommen und als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen – alle Eltern haben das gleiche Bedürfnis. Mit diesen Ideen überwinden Sie ganz einfach jede Sprachbarriere und schaffen eine entspannte Atmosphäre für alle Eltern – ob deutsch oder nicht. So gelingt Ihnen ganz praktisch eine echte Willkommenskultur in Ihrer Kita.


Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Partizipation im Kindergarten – So informieren Sie in einem Elternabend

11. Juli 2016

Partizipation ist die Kinderstube der Demokratie. Auch Sie sind dazu verpflichtet, Kinder altersangemessen bei Entscheidungen zu beteiligen. Die Partizipation vermittelt den Kindern demokratische Strukturen und stärkt...

Die wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Partizipation

Tag des positiven Denkens: Mit diesen 3 Fragen denken Sie kreativ statt kritisch

13. September 2017

Das Elternfest, eine Dankesfeier für die Elternbeiräte oder die Gartenaktion mit den Eltern steht an und muss geplant und vorbereitet werden. Und Sie denken vielleicht: „Alle Jahre wieder, bringen wir es hinter uns!“ oder:...

Passend zum Tag des positiven Denkens: Mit diesen 3 Fragen denken Sie künftig kreativ statt kritisch

Kinderarmut – so setzen Sie neue Impulse in der Elternarbeit

20. Februar 2018

Arme Kinder – in einem reichen Land? Das Thema betrifft nicht nur Kinder aus Asylanten- oder Migranten-Familien. „Klaus hat keine Fahrkarte, bei Ulli fehlen die Schulhefte seit einer Woche, die Mutter von Eva verspricht seit...

Mit diesen Tipps unterstützen Sie sozial schwache Familien in Ihrer Kita.



© 2017 PRO Verlag, Bonn