Verabschiedung von Schulkindern: Gestalten Sie einen spannenden Elternabend


18.05.2018

Die Verabschiedung von Schulkindern fällt nicht nur Ihnen als Kita-Leitung schwer, auch für die Eltern beginnt ein neuer Abschnitt. Für Ihre großen Kinder stehen die letzten Wochen vor den Ferien an. Nach den Ferien werden sie Schulkinder sein. Dieser Abschied und Neubeginn ist ein viel beachtetes Thema bei Eltern und Kindern. Die Eltern haben Fragen, Sorgen und auch Ängste, wenn sie an den mutmaßlichen Ernst des Lebens für ihre Kinder denken. Wie Sie die Erwartungen und Sorgen bei einem Elternabend aufgreifen, erfahren Sie nachfolgend.

Ihre Vorbereitungen für die Verabschiedung von Schulkindern

Ihr Ziel ist es, dass die Eltern sich über ihre Erwartungen und Sorgen offen austauschen. Hierzu soll zwischen den Eltern ein offener Dialog entstehen. Dabei nutzen Sie die Kompetenzen der Eltern als Experten für ihr Kind. Eltern, die schon ein Kind in der Schule haben, können ihre Erfahrungen an andere Eltern weitergeben. So beraten sich die Eltern gegenseitig. Selbstverständlich stehen auch Sie mit Ihren Kompetenzen für alle offenen Fragen zur Verfügung.

Voraussetzung für einen gewinnbringenden Austausch ist, dass die Gruppe der Eltern nicht zu groß ist. Legen Sie die Teilnehmerzahl auf 10–15 Elternpaare fest. Wenn sich mehr Eltern anmelden, teilen Sie diese in 2 oder mehrere Gruppen ein. Stellen Sie vor dem Elternabend einen Stuhlkreis. So sorgen Sie schon durch die Sitzordnung für eine offene, zum Dialog anregende Atmosphäre.

Beziehen Sie die Schulkinder mit ein

Besorgen Sie sich Bilder in Postkartengröße mit Abbildungen von Kindern, Blumen, Landschaften. Die Abbildungen sollten Stimmungen ausdrücken bzw. symbolträchtig sein. Diese finden Sie im Internet, in Zeitschriften oder Katalogen. Beziehen Sie die Kinder bei dieser Tätigkeit mit ein. Sie können die Bilder mit auswählen, ausschneiden und einlaminieren.

Diese Bilder werden vor dem Elternabend in die Mitte des Stuhlkreises gelegt. Darüber hinaus malen die Kinder auf einem DIN-A3-Blatt eine große Schultüte und schreiben ihren Namen auf das Bild. Am Elternabend bekommen die Eltern dieses Bild ausgehändigt.

So gestalten Sie den Einstieg in den Elternabend

Nach der Begrüßung erklären Sie den Eltern ihre Aufgabe. Jedes Elternpaar sucht sich ein Bild heraus, das symbolisiert, was es mit der Einschulung seines Kindes verbindet. Nacheinander stellen die Eltern sich vor und erzählen, warum sie das Bild ausgewählt haben. Dies kann beispielsweise eine Sonnenblume sein, die sich biegsam im Wind wiegt. Sie kann dafür stehen, dass die Eltern sich wünschen, dass ihr Kind nicht an der neuen Herausforderung zerbricht, sondern sich flexibel auf die neue Situation einstellt.

Die anderen Eltern dürfen hierzu Rückfragen stellen. So entsteht schnell ein offener Dialog. Lenken Sie diesen Prozess als Moderatorin. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Eltern sich freiwillig äußern und sich nicht genötigt fühlen. Zurückhaltende Eltern werden sich sicherlich im Laufe des Abends von selbst öffnen und beteiligen.

Ermutigen Sie Eltern, Wünsche auszusprechen

Verteilen Sie die Bilder mit den Schultüten. Die Eltern sollen diese Tüten nun mit guten Wünschen „füllen“. Hierzu schreiben sie alles in der Schultüte hinein, was sie ihrem Kind zur Einschulung wünschen.

Das können sein:

  • Heiterkeit
  • Neugier
  • eine gute Zeit
  • Spaß
  • Freunde
  • eine/n tolle/n Lehrer/in
  • Wurzeln
  • Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Vorstellung der Wünsche-Schultüten

Anschließend stellt jedes Elternpaar seine Schultüte vor. Die Eltern tauschen sich über ihre Wünsche aus. Sprechen Sie auch Sorgen der Eltern an. Sicherlich haben einige Familien schon ältere Schulkinder. Sie können von ihren Erfahrungen berichten. Solche Berichte von anderen Familien haben für Eltern eine viel größere Bedeutung, als wenn sie von Ihnen kommen. Moderieren Sie auch hier wieder den Prozess.

Abschluss des Elternabends

Wenn der Austausch der Eltern sich erschöpft, läuten Sie das Ende des Abends ein. Geben Sie zum Abschluss eine Schultüte herum. Sicherlich haben Sie in Ihrem Fundus noch eine Musterschultüte von einem Bastelabend. Der Elternteil, der die Schultüte in der Hand hält, erzählt, was er von diesem Abend mit nach Hause nimmt. Wenn alle Eltern sich geäußert haben, beenden Sie den Abend und sammeln die Bilder ein.

Am nächsten Tag: Lesen Sie den Kindern die Wünsche vor

Sicherlich werden Sie beobachten können, wie stolz die Kinder sind und wie sehr sie sich über die Nachricht freuen. Überreichen Sie den Kindern diese Schultüte beim Abschiedsfest. An diesem Elternabend bieten Sie den Eltern die Möglichkeit, sich mit ihren Ängsten, Sorgen und Erwartungen zur Einschulung auseinanderzusetzen. Sie regen einen Austausch zwischen den Eltern an.

Wenn Sie erfahren, dass andere Eltern die gleichen Emotionen hegen, fällt es Eltern oftmals leichter, sich zu öffnen. Auch die Kinder profitieren von dem Abend. Denn mit solch einer liebevoll gefüllten Schultüte steht einem erfolgreichen Schulstart nichts mehr im Weg. Falls Eltern nicht an dem Elternabend teilnehmen können, geben Sie das Bild von der Schultüte mit nach Hause.


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