Spaß am Genuss – so gestalten Sie einen Aktionstag in der Kita


07.03.2018

„Gemeinsam dem Genuss auf der Spur“ – das wäre doch ein schönes Motto, um mit Eltern und Kinder gesunde Ernährung unkompliziert zu erleben. Einfach miteinander aussteigen aus all dem „Ich mag das nicht essen!“ und „Iss das, das ist so gesund!“. Und versprochen: Vom erhobenen Zeigefinger – keine Spur!

Diesem Aktionstag über gesunde Ernährung in der Kita liegt die Idee zugrunde, dass Eltern und Kinder gemeinsam und nach Belieben verschiedene Stationen besuchen. Diese bieten unkomplizierte Mitmachaktionen rund um das Thema „gesunde Ernährung in der Kita“. Nutzen Sie dafür z. B. einen Freitagnachmittag, um auch den berufstätigen Eltern eine rege Teilnahme zu ermöglichen. Damit alle Teilnehmer die Stationen besuchen sowie am Buffet gemütlich essen können, sollten Sie etwa 3 Stunden Zeit einplanen. Bereiten Sie zudem einen Lageplan vor, damit sich die Eltern einen Überblick über die Angebote verschaffen und keines versehentlich verpassen.

Station „Essen“: Gesunde Ernährung als Motto

Zu einem Aktionstag rund um das Essen darf natürlich gemeinsames und vor allem gesundes Essen nicht fehlen. Damit sich Ihr Aktions-Buffet von den sonst üblichen Verpflegungen unterscheidet, geben Sie ihm ein besonderes Motto.

Hier gibt es viele kreative Möglichkeiten, z. B. ein Farbenbuffet: Die Speisen werden nach Farben sortiert angeboten, beispielsweise Nudelsalat mit roten Nudeln, Tomaten, mit Joghurttupfen zu Käfern gestaltet, rote Paprika, rotes Brot mit Tomatenmark gebacken usw. Natürlich können Sie auch Ihr Projektmotto wählen oder ein Thema, das bei den Kindern gerade sehr aktuell ist, z. B. Monster-Buffet (Brote mit gruseligen Gesichtern, Dips als Monsterschleim usw.).

Statt Bänke und Tische aufzustellen, legen Sie in Ihrem Garten Decken auf den Boden. Denn die Kinder lieben Picknick und haben so gleich noch mehr Appetit.

Tipp für Ihre Praxis: Übergeben Sie die Organisation und Gestaltung des Buffets in die Hände von Eltern, die ihre Hilfe anbieten. Dann sind Sie entlastet und die Eltern haben eine kreative wie leistbare Aufgabe, bei der sie sich gut einbringen können.

Station „Früchtespieße mit Spaß“ – mit Essen spielen

Für diese Station brauchen Sie 6 verschiedene saisonale Obstsorten, die Sie mit den Kindern zuvor in größere Stücke schneiden. Jede Obstsorte kommt in eine eigene Schüssel und bekommt ein Schild mit den Würfelaugen „1“ bis „6“. Nun brauchen Sie nur noch Schaschlikspieße und mehrere Würfel. Jeder Elternteil und jedes Kind, das an diese Station kommt, bekommt einen Spieß und einen Würfel. Dann geht es los:

Es wird reihum gewürfelt und jeder steckt sich das Obst auf seinen Spieß, das er „erwürfelt“ hat. Gibt es Allergien oder mag jemand ein bestimmtes Obst nicht, darf er mit einem Klebepunkt die dieser Obstsorte zugeordnete Zahl auf dem Würfel zukleben und hat somit einen Joker.

Ist der Spieß voll, dann darf gesund geschlemmt werden. Eventuell kann der Spieß auch noch mit Schokolade überzogen werden.

Station „Ruhe genießen“: Kraft tanken ohne Kalorien

Obst sieht nicht nur lecker, sondern auch kunstvoll aus. Schneiden Sie dazu eine Orange, eine Zitrone, einen Apfel, eine Kiwi oder eine Wassermelone in der Mitte auf und betrachten Sie die Schnittfläche: Mit jeder Obsthälfte halten Sie ein wunderschönes, einzigartiges und perfektes Mandala in der Hand.

Laden Sie Eltern und Kinder an dieser Station ein, Ruhe zu genießen und Kraft zu tanken. Dazu brauchen Sie neben dem Obst noch DIN-A3-Papier, das Sie im Vorfeld zu Kreisen zugeschnitten haben. Jetzt suchen sich Eltern und Kinder eine Obsthälfte aus und übertragen das Obstmandala auf ihr rundes Papier. Dazu eignen sich Wachsmalkreiden besonders gut.

Wer mag, kann sein Kunstwerk noch laminieren oder mit selbstklebender Folie überziehen und erhält so ein individuelles Platzdeckchen, das in der Familie zum täglichen Begleiter der Mahlzeiten wird.

Tipp für Ihre Praxis: Haben Sie die Möglichkeit, für diese Station einen abgetrennten Raum zu nutzen? Dann können Sie zudem ruhige Musik spielen und Eltern und Kinder bereits an der Tür in Stille empfangen.

Station „Wasser“: Das lebensspendende Element

Wer bewusst darauf achtet, wird feststellen, dass unterschiedliches Mineralwasser auch tatsächlich unterschiedlich schmeckt. Laden Sie Eltern und Kinder an der Wasserstation ein, sich ausreichend mit lebensspendender Flüssigkeit zu versorgen und dabei ganz bewusst den Geschmack des Wassers zu spüren.

Bieten Sie dazu kleine Gläser oder Becher und möglichst viele verschiedene Sorten Mineralwasser an. Dann kann jeder Teilnehmer seine eigene Wasserprobe starten und sich evtl. sogar durch alle Sorten probieren. Mit etwas Ruhe und Konzentration lernen auch „ungeübte“ Zungen, feine Geschmacksunterschiede beim Wasser zu schmecken.

Tipp für Ihre Praxis: Fragen Sie örtliche Getränkemärkte, ob diese das Mineralwasser als Sponsor zur Verfügung stellen. Dann sollten Sie nicht vergessen, diese an der Station auch zu erwähnen und das Sponsoring bekannt zu machen.

Mit diesem Aktionstag laden Sie Eltern und Kinder nicht nur zum gemeinsamen Essen ein. Sie vermitteln Genusserlebnisse, die neugierig machen und neue Zugänge zu gesundem Essen ermöglichen.

Gleichzeitig stärken Sie so auch Ihre Erziehungs-Partnerschaft. Sie treten als starker und überzeugender Partner für die Eltern auf.


Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Ein Herbstprojekt mit Kleinkindern? So fördern Sie in verschiedenen Bildungsbereichen

28. September 2018

Sie kennen begeisterte Kinder beim Kastaniensammeln. Die jahreszeitlichen Veränderungen sind für Kleinkinder im Herbst besonders sicht- und erlebbar: Fallendes Laub, bunte Farben, zu Boden gefallene Herbstfrüchte....

So setzen Sie ein kleinkindgerechtes Projekt zum Thema

Im Zirkus ist was los! – So gelingt Ihr Zirkusprojekt in der Krippe

29. September 2017

Projektarbeit mit Kindern im 2. und 3. Lebensjahr kann lehrreich sein und sogar Spaß machen. Kleinkinder haben einen enormen Wissensdurst. Zwar können Sie sich noch nicht lange auf eine Tätigkeit konzentrieren, sondern wechseln...

So gelingt Ihr Zirkusprojekt in der Krippe

Warum haben Kinder Vorurteile? 5 Schritte zu einer Erziehung ohne Ausgrenzung

30. April 2018

Vorurteile sind lebensnotwendig. Denn sie helfen uns, die Eindrücke und Informationen, denen wir ständig ausgesetzt sind, zu sortieren, zu bewerten und einzuschätzen. Ohne Vorurteile wären wir nicht in der Lage, uns in der...

Mit diesen 5 Schritten gelingt Ihnen eine Erziehung ohne Ausgrenzung und Vorurteile.



© 2017 PRO Verlag, Bonn