Prüfen Sie Ihr Außengelände auf gefährliche Wasserstellen


09.03.2017
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Schon Kleinkinder spielen leidenschaftlich gerne mit Wasser. Sie können Ihnen kaum eine größere Freude machen, als sie mit Wasser und Sand nach Herzenslust matschen zu lassen. Leider ist das Spiel mit Wasser für U3-Kinder nicht ungefährlich. Denn die Gefahr, zu ertrinken oder nach einem Wasserunfall schwere Beeinträchtigungen zurückzubehalten, ist groß.

Beachten Sie den Körperschwerpunkt Ihrer U3-Kinder

Berücksichtigen Sie, dass der schwerste Punkt bei Kleinkindern bis zu einem Alter von ca. 4 Jahren der Kopf ist. Daher können Kinder, wenn diese z. B. mit dem Gesicht in eine Wasserpfütze fallen, sich nicht mehr aus eigener Kraft aufrichten. Sie können daher schon in niedrigen Wasserlaachen ertrinken. Das bezeichnet man als „trockenes Ertrinken“.

Teiche auf dem Kita-Außengelände müssen gesichert sein

Ob in Kitas, in denen Kinder unter 3 Jahren betreut werden, ein Teich eine vertretbare Einrichtung ist, erscheint fraglich. Zwingend ist aber, dass ein vorhandener Teich mit einem mindestens 1 m hohen Zaun zuverlässig gesichert ist. Außerdem empfiehlt es sich, den Teich, z. B. mit Stahlbaumatten, gegen ein Hineinfallen zu sichern.

Die Unfallkassen empfehlen allerdings grundsätzlich auf Teiche und offene Wasserflächen im Rahmen der U3-Betreuung zu verzichten.

Achten Sie auf „unscheinbare“ Gefahrenquellen in der Kita

Vor ca. einem Jahr ist ein 18 Monate altes Kind bei einer Tagesmutter in einem vergessenen Betonmischkübel ertrunken. Es war in einem unbeobachteten Moment
im Garten kopfüber hineingestürzt und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Es ertrank, obwohl sich in dem Kübel nur wenige Zentimeter Regenwasser gesammelt hatten.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie Ihr Außengelände kritisch unter die Lupe nehmen. Das gilt gerade jetzt im Frühling, wo die Kinder wieder mehr Zeit im Freien verbringen. Denken Sie hierbei nicht nur an offensichtliche Gefahrenstellen, wie Teiche und Wasserstellen, sondern auch an weniger offensichtliche. Sehen Sie sich also nach Behältnissen um, in denen sich im Winter Wasser gesammelt hat, und Pfützen, die während des Winters entstanden sind. Auch diese können zu gefährlichen Fallen für Ihre U3-Kinder werden. Behalten Sie im Hinterkopf, dass Kleinkinder auch in einer Pfütze oder einem Eimer ertrinken können. Es kommt bei der Gefahr, die von einer Wasserstelle ausgeht, nicht auf deren Tiefe, sondern auf deren Erreichbarkeit an.

Vorsicht auch bei Regenwassertonnen!

Nicht vergessen dürfen Sie Behältnisse, die Sie oder vielleicht Ihr Hausmeister zum Sammeln von Regenwasser aufstellen. Diese müssen fest verschlossen werden. Der Verschluss muss so sein, dass die Kinder Ihrer Einrichtung diesen nicht allein aufbekommen. Wichtig ist, dass Regentonnen immer festverschlossen werden, auch wenn diese z. B. zum Bewässern Ihrer Hochbeete verwandt werden.

Vorsicht beim Spielen mit „Matschbaustellen“

Bei Matschbaustellen bzw. -plätzen ist Ihre besondere Aufmerksamkeit gefragt. Achten Sie darauf, dass sich hier keine Wasserlaachen und tiefe Pfützen bilden, die Ihren Kleinsten zur Gefahr werden können.
Selbstverständlich ist, dass Sie Kinder, die im Planschbecken spielen keinen Moment aus den Augen lassen. Denn die Gefahr, dass hier etwas passiert ist offensichtlich.

Unser Rat

Sprechen Sie das Thema „Wasser“ auf dem Außengelände im Gesamtteam an. Sensibilisieren Sie Ihre Kolleginnen, z. B. indem Sie von dem oben geschilderten tragischen Fall berichten. Denn viele Erzieherinnen sind sich der Problematik „Wasser“ nicht bewusst. Das gilt insbesondere für Kolleginnen, die überwiegend mit älteren Kindern arbeiten, die nicht mehr so gefährdet sind wie Ihre Kleinen.

Test: Gibt es auf dem Außengelände für U3-Kinder gefährliche Wasserstellen?

 

  1. Gibt es auf unserem Außengelände einen Teich?
  2. Ist der Teich nicht mit einem mindestens 1 m hohen Zaun und zusätzlich gegen Hineinfallen von Kindern gesichert?
  3. Gibt es auf unserem Außengelände tiefe Pfützen?
  4. Gibt es auf unserem Außengelände offene Gefäße, in denen sich Wasser sammeln und die Kinder mit dem Kopf hineinkommen?
  5. Gibt es auf unserem Außengelände Regentonnen und andere Gefäße zum Auffangen von Regenwasser, die nicht kindersicher verschlossen sind?

Auswertung:
Wenn Sie alle Fragen mit „Nein“ beantworten konnten, können Sie sicher sein, dass es auf Ihrem Außengelände grundsätzlich keine unerkannten Gefahren
durch Wasser lauern. Wichtig ist dann noch, dass Sie Ihr gesamtes Team für diese Problematik sensibilisieren. Denn gerade in der Frühlings- und Sommerzeit schleichen sich schnell Nachlässigkeiten ein, die mitunter gefährlich werden können. Beziehen Sie hierbei auch Reinigungskräfte, Hausmeister und sonstige Firmen, die auf Ihrem Außengelände arbeiten mit ein. Mussten Sie an manchen Stellen mit „Ja“ antworten, sollten Sie sich die Frage noch einmal genau anschauen und dafür sorgen, dass die Gefahrenquelle zeitnah beseitigt wird.

 

 

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