Gekonnt kommunizieren über Aushänge? – Das sollten Sie beachten


13.05.2015
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Es ist schon lange mein „Lieblings-Missverständnis“. Den Aushang mit folgenden Worten habe ich am Schwarzen Brett einer Kita gesehen: „Wir haben Läuse! Das Team.“ Ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht das Team dieser Kita von Läusen befallen war, sondern einzelne Kinder.

Auch wenn Aushänge wie dieser wahrscheinlich Seltenheitswert besitzen, so zeigt das Beispiel doch, dass gerade da, wo eine Botschaft mit wenigen Worten transportiert werden soll, einiges schiefgehen kann. Damit Ihre Information klar und unmissverständlich bei den Eltern – noch dazu möglichst bei allen – ankommt, überprüfen Sie Ihre Aushänge anhand folgender 5 Fragen:

 

1. Wer wird angesprochen?

Die Eltern müssen sowohl zum Lesen ermuntert werden als sich auch von der Information zum Handeln aufgefordert fühlen. Im oben zitierten Beispiel ist z. B. völlig unklar, an wen sich dieser Aushang richtet. Schreiben Sie also immer auf den Aushang, wer sich angesprochen fühlen soll, z. B. „Liebe Eltern“, „Liebe Eltern unserer Waldkinder“, „Liebe Großeltern“ oder auch „Liebe Gäste unserer Kita“.

Auch die Form der Anrede hat eine bestimmte Wirkung auf die Leser. So klingt „Sehr geehrte Eltern“ eher distanziert und förmlich, „Werte Eltern“ wirkt altmodisch und leicht unterwürfig. „Liebe Eltern“ bringt das persönliche und vertrauliche Verhältnis zwischen den Eltern und Ihnen wohl am besten zum Ausdruck. Zudem sollten Sie vermeiden, die Anrede in der Information „zu verstecken“ wie z. B. „Die Eltern werden gebeten …“ Sie werden selbst feststellen: Diese Form der Anrede wirkt sehr unpersönlich und hölzern.

Praxistipp: Legen Sie in Ihrer Kita verbindliche die äußere Form Ihrer Aushänge feste, z.B. nur computergeschrieben und auf neongelbes Papier gedruckt.

 

2. Was soll vermittelt werden?

Da sich der Inhalt eines Aushangs nur auf 2 bis 3 Sätze beschränkt, muss er klar und griffig formuliert sein. Mit der Information „Wir haben Windpocken.“ bleibt vieles unklar:

  • Wie viele Kinder sind betroffen?
  • Was sollen die Eltern tun?
  • Müssen sie etwas besonders beachten?

Also nicht zu knapp und damit unklar formulieren, sondern: „3 Kinder haben derzeit Windpocken. Bitte achten Sie auch bei Ihrem Kind auf die entsprechenden Symptome.“ So wird auch klar, was die Eltern aufgrund der Information tun sollen. Bedenken Sie also immer: Wird deutlich, was Sie erwarten oder welche Handlung die Eltern vornehmen sollen?

 

3. Ist der Aushang aktuell?

Wie bei jedem Elternbrief sollte auch bei Aushängen das Datum notiert sein. So können sich gerade Eltern, die nicht täglich im Haus sind, von der Aktualität überzeugen. Zudem erhöht das Datum die Verbindlichkeit. Die Eltern fühlen sich viel deutlicher angesprochen, wenn sie sehen, dass die Information erst seit gestern aushängt, als wenn nicht klar ist, ob der Aushang überhaupt noch aktuell ist.

Achten Sie generell darauf, dass Sie Ihre Info-Wand oder das Eltern-Brett regelmäßig auf Aktualität überprüfen. Alte Aushänge machen den Platz unübersichtlich und vermitteln einen schlampigen Eindruck. Wenn Sie den Aushängen keine Beachtung schenken, werden es die Eltern auch nicht tun.

 

4. Wer ist Ansprechpartner?

Unterschreiben Sie jeden Aushang möglichst persönlich. „Ihr Kita-Team“ klingt sehr allgemein. Wenn Sie ein Anliegen haben und einen Aushang schreiben, dann notieren Sie Ihren Namen darunter. So wird auch deutlich, wen die Eltern ansprechen können, wenn sie Fragen haben: „Wir sammeln leere Schachteln. Helfen Sie mit? Vielen Dank, Marion Schneider.“

Vorsicht auch bei Kürzeln! Die meisten wissen zwar, dass mit „MfG“ freundliche Grüße gemeint sind, dennoch klingt es nicht wirklich freundlich. Zudem wirken verschiedene Formulierungen lebendiger, z. B.:

  • „Viele Grüße“
  • „Danke für Ihre Mithilfe“
  • „Ich freue mich auf Sie“
  • „Bunte Grüße aus der Regenbogengruppe“

 

5. Sind die Aushänge am richtigen Platz?

Kennen Sie das? Ein Aushang hängt an der Eingangstür, eine weitere Notiz finden die Eltern im Abstellraum für die Kinderwagen, und eine Dritte hängt an der Tür zum Turnraum. Dann können Sie sich sicher sein, dass zumindest die eine oder andere Information in der Materialvielfalt Ihrer Kita einfach untergeht.

Besser eignet sich ein fester Platz im Eingangsbereich, wo alle Eltern vorbeikommen. Hängen Sie alle Informationen dort auf, auch wenn sie andere Bereiche oder Räume Ihrer Kita betreffen, z. B.: „Bitte betreten Sie den Ruheraum nicht mit Straßenschuhen. Hier liegen die Kinder häufig auf dem Fußboden.“ So sehen die Eltern mit einem Blick, was im Moment wichtig ist. Zudem erleichtert diese Handhabung, die Informationen stets auf dem neuesten Stand zu halten.

Praxistipp: Wenn Sie einen Aushang geschrieben haben, lassen Sie ihn von einer Kollegin kurz gegenlesen. Denn Sie wissen bereits, was gemeint ist, während Ihre Kollegin evtl. Unklarheiten entdecken kann.

Widmen Sie den Aushängen in Ihrer Kita immer die nötige Sorgfalt. Denn gerade solch kurze Botschaften bleiben im Gedächtnis haften. Es ist wirklich schon lange her, dass ich „Wir haben Läuse. Das Team“ gelesen habe.

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