Projekte mit Kindern: In der Sommersonne „Licht und Schatten“ untersuchen


01.07.2019

Gerade jetzt an den sonnigen Tagen sind physikalische Phänomene wie Licht und Schatten allzeit präsent. Nutzen Sie die Zeit, um diese Gesetzmäßigkeiten gemeinsam mit den Kindern zu erforschen. Dabei sind viele neue Erfahrungen und Freude garantiert.

Mit den nachfolgenden Forscherfragen wecken Sie den Forschergeist und die Neugierde der Kinder. Dabei lernen sie draußen in der Natur viel über diese physikalischen Gesetzmäßigkeiten.

Richten Sie ein Naturlabor ein

Ein Naturlabor zum Thema „Licht und Schatten“ ist weit weniger aufwendig, als Sie vielleicht denken mögen. Alles, was Sie brauchen, haben Sie sicherlich in der Kita oder lässt sich schnell besorgen.

Nehmen Sie eine Kiste, in der Sie alles verstauen können. Solch eine Kiste können die Kinder ganz leicht in den Garten transportieren und sie haben immer alles Wichtige griffbereit. Diese können die Kinder dann auch ohne Ihre Anleitung zum selbstständigen Experimentieren nutzen.

Wichtig: Erklären Sie den Kindern immer wieder, dass sie keinesfalls in die Sonne schauen dürfen.

Haben Sie an alles gedacht? Diese Materialien brauchen Sie für Ihr Naturlabor

Um mit Schatten zu experimentieren:

  • 1–2 Pakete Straßenkreide
  • 1 Zollstock
  • 5–10 Plastikgläser oder Scheiben
  • Milchglasscheiben
  • unterschiedlich dicke Stoffreste (Gardinenstoff, Baumwollstoff, Seide, Samtstoff)
  • Sperrholzbretter
  • dünnes Papier wie Backpapier oder Butterbrotpapier
  • dicke Pappe
  • farbige Folien
  • Frischhaltefolie
  • Alufolie
  • Plastikgegenstände z. B. Sandspielzeug, 1 Plastikteller
  • jeweils 1 Tuch oder Plakatkarton in den Farben Schwarz, Weiß und Grau

Um mit dem Lichtstrahl zu experimentieren:

  • bruchsichere Spiegel

Forscherfrage 1: Wo gibt es Schatten?

Gehen Sie an einem sonnigen Tag auf Schattensuche. Dabei erforschen die Kinder ihre eigenen Schatten und die Schatten unterschiedlicher Gegenstände.

Regen Sie die Kinder an zu entdecken:

  • Wo gibt es überall Schatten?
  • Wie sieht der eigene Schatten aus?
  • Verändert sich der eigene Schatten, wenn sich die Kinder bewegen?
  • Was passiert, wenn 2 Schatten übereinanderfallen?

Die Kinder werden feststellen, dass für das Entstehen von Schatten immer Licht und lichtblockierende Gegenstände bzw. Personen notwendig sind.

Forscherfrage 2: Wie verändern sich die Schatten?

Hierzu beobachten die Kinder die Schatten während eines ganzen Kita-Tags. Gehen Sie morgens mit den Kindern in den Garten. Suchen Sie verschiedene Gegenstände, die Schatten werfen. Die Kinder malen mit der Kreide den Schatten auf dem Boden nach. Messen Sie mit Kindern ab 4 Jahren ab, wie lang der Schatten ist. Notieren Sie das Ergebnis.

Dann gehen Sie mittags mit den Kindern wieder raus in den Garten und diese zeichnen wiederum den Schatten nach und messen die Länge ab. Bevor die Kinder abgeholt werden, machen sie das Gleiche: Was beobachten die Kinder? Wie ist der Schatten gewandert. Warum ist das so?

Erklären Sie den Kindern: Die Erde dreht sich. Daher ist der Schatten über den Boden gewandert

Forscherfrage 3: Wie groß ist der Schatten der Kinder?

Gehen Sie auch hier wieder morgens mit den Kindern in den Garten. Ein Kind stellt sich in die Sonne. Die anderen Kinder malen mit der Kreide den Schatten nach. Dann messen Sie mit dem Zollstock die Länge des Schattens und die Größe des Kindes. Das Kind legt sich neben seinen Schattenumriss. Die anderen Kinder malen mit der Kreide um das Kind herum.

Dieses wiederholen Sie ebenfalls mittags und kurz vor dem Abholen. Notieren Sie die Daten: Was beobachten die Kinder? Warum ist der Schatten mal größer und mal kleiner als das Kind?

Erklären Sie den Kindern: Obwohl das Kind während des Tages weder gewachsen noch geschrumpft ist, hat sich die Länge des Schattens verändert. Dieser hängt davon ab, wie hoch die Sonne am Himmel steht. Mittags hat sie ihren höchsten Punkt erreicht, dann ist der Schatten am kürzesten. Morgens und abends steht sie tiefer und die Kinder werfen den längsten Schatten.

Forscherfrage 4: Wie können wir Schattenkunstwerke erschaffen?

Das geht ganz einfach, indem die Kinder gemeinsam faszinierende Schattenkunstwerke schaffen. Hierzu suchen sie im Sandkasten nach verschiedenen Utensilien, wie z. B. einem Eimer, einer Harke, einer Schaufel oder einem Besen. Ein Kind ist eine Figur und die anderen Kinder dekorieren die Figur mit den gefundenen Gegenständen.

Betrachten Sie gemeinsam die Schatten. Wenn die Kinder die Schattenkunstwerke mit Kreide nachzeichnen, werden sie für eine Weile konserviert.

Forscherfrage 5: Machen alle Gegenstände dunkle Schatten?

Nachdem die Kinder sich ausreichend mit den Schatten auseinandergesetzt haben, können sie testen, ob alle Gegenstände einen Schatten werfen und ob der Schatten immer gleich dunkel ist. Arbeiten Sie dabei mit folgenden Begriffen. Sie helfen, physikalische Phänomene zu beschreiben und zu differenzieren.

  • durchsichtig
  • durchscheinend
  • undurchsichtig

Bieten Sie den Kindern zunächst die verschiedene Materialien aus der Checkliste „Um mit Schatten zu experimentieren“ an. Die Kinder stellen das Material in die Sonne und betrachten die Schatten. Fragen Sie die Kinder: Wie sehen die einzelnen Schatten aus? Scheint die Sonne durch den Gegenstand hindurch oder ist er undurchsichtig? Wie sieht der Schatten von den farbigen Folien aus?

Forscherfrage 6: Ist der Gegenstand durchsichtig oder undurchsichtig?

Legen Sie Tücher in den 3 Farben Schwarz, Weiß und Grau aus, auf denen die Materialien den Begriffen entsprechend zugeordnet werden, z. B. Weiß für „durchsichtig“, Grau für „durchscheinend“ und Schwarz für „undurchsichtig“.

Dokumentation: Die Kinder dokumentieren ihre Erfahrungen. Hierzu nimmt sich jedes Kind 3 Malblätter. Auf ein Blatt malt es alle Gegenstände, die durchsichtig sind, auf dem nächsten die, durch die die Sonne durchscheint, und auf dem dritten die, die undurchsichtig sind. So bleiben die Lernerfahrungen noch besser in Erinnerung

Forscherfrage 7: Welche Gegenstände gibt es noch zum Experimentieren?

Sobald die Kinder alle Gegenstände zugeordnet haben, können sie im Garten weitersuchen: Was lässt Licht durch, was nicht? Hierzu sammeln die Kinder im Garten möglichst viele Gegenstände. Können die Kinder schon selbst vorhersagen, was Licht durchlässt und was nicht? Anschließend werden die Aussagen überprüft und der Gegenstand auf das entsprechende Tuch gelegt.

Forscherfrage 8: Wie breitet sich Licht aus?

Licht breitet sich immer geradlinig aus. Deshalb wird vom Lichtstrahl gesprochen. Die Kinder können diese Gesetzmäßigkeit beobachten, wenn

  • Sonnenlicht durch das Fenster einfällt oder
  • wenn Sonnenlicht durch ein Loch in der Wolkendecke scheint.

Dieses Phänomen können die Kinder sehr gut mit Spiegeln ausprobieren.

Forscherfrage 9: Wie wird das Sonnenlicht reflektiert?

Spiegel sind besonders spannend, um mit der Lichtreflexion zu experimentieren. Das Spiegelbild bei ebenen Spiegeln entsteht durch die sogenannte „sehr gerichtete Reflexion“ von Licht. Nun benötigen Sie mehrere verschieden große Spiegel, darunter auch einige Handspiegel.

Die Kinder halten den Spiegel in die Sonne und beobachten, wohin der Lichtstrahl scheint. Lassen Sie die Kinder mit der Lichtreflexion experimentieren:

  • Wie müssen sie den Spiegel bewegen, damit der Lichtpunkt wandert?
  • Können die Kinder den Lichtpunkt zu einer vorher bestimmten Stelle lenken?
  • Können die Kinder alle Stellen mit dem Lichtpunkt erreichen?
  • Wie weit reicht der Lichtpunkt?
  • Was passiert, wenn die Kinder eine farbige Folie auf den Spiegel legen?
  • Was passiert, wenn die Kinder einen durchsichtigen, einen durchscheinenden oder einen undurchsichtigen Gegenstand auf den Spiegel legen?

Forscherfrage 10: Sind unsere Augenlider lichtdurchlässig?

Eine weitere Frage lautet: „Lassen unsere Augenlider Licht durch oder nicht?“ Dabei können die Kinder die Augen schließen und sich anschließend mit verschiedenen Gegenständen die Augen zuhalten. Sie werden entdecken, dass die Augenlider bei starkem Sonnenschein etwas lichtdurchlässig sind.


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