4 Tipps für ein spannendes Projekt rund um die Zeit


21.09.2016
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Man kann sie nicht sehen, nicht hören, nicht fühlen, und anfassen kann man sie auch nicht. Aber man kann sie suchen und finden – die Zeit. Machen Sie sich gemeinsam mit den Kindern auf eine spannende Suche nach der Zeit –  und verlieren Sie keine Zeit für dieses Projekt! Im Folgenden finden Sie kreative Tipps, die die Zeit Ihres Projektes wertvoll machen – und zwar nicht nur für die Kinder.

 

1. Tipp für ein spannendes Projekt: So viel Zeit – verschiedene Zeiten entdecken

Welche verschiedene Zeit kennen Sie? Fällt Ihnen auch zuerst die „Urlaubszeit“ ein? Sammeln Sie mit den Kindern alle Zeiten, die ihnen einfallen, wie „Mittagszeit“, „Zeitlupe“, Nachtzeit“, „Zeitbombe“ usw. Dazu wird jeweils ein Bild immer in derselben Größe gemalt und auf einer Leine aufgehängt. Es ist wunderbar, zu beobachten, auf welche Weise die Kinder verschiedene Zeiten darstellen. Planen Sie für Ihre Leine von Anfang an viel Platz ein, z. B. im Flur. Ich selbst bin mit Schulkindern bereits auf 73 verschiedene Zeiten gekommen!

 

 

2. Tipp für ein spannendes Projekt: Sich der Zeit nähern – philosophieren über die Zeit

Während sich die Kinder mit der Zeit beschäftigen, nähern sie sich auch gedanklich diesem abstrakten Thema. Das merken Sie an wunderbaren Sätzen wie: „Die Zeit ist in der Uhr eingesperrt.“ Oder: „Zeit ist das, was rumgeht!“ Schreiben Sie sich diese Zitate auf, sie sind eine wertvolle Erinnerung an Ihr Projekt! Stoßen Sie solche Gedanken bei den Kindern bewusst an, und kommen Sie miteinander ins Philosophieren. Einen besonders geeigneten Impuls für ein solches Gespräch mit Kindern habe ich beim Kinderbuchautor Erich Kästner gefunden:

„Mein Reich ist klein und unbeschreitbar weit. Ich bin die Zeit. Ich bin die Zeit, die schleicht und eilt, die Wunden schlägt und heilt. Hab weder Herz noch Augenlicht.  Ich trenn die Gut´ und Bösen nicht.  Ich hasse keinen, keiner tut mir leid.  Ich bin die Zeit.“ 

Lesen Sie dieses Gedicht langsam vor, und wiederholen Sie es nach einer kurzen Stille ein weiteres Mal. Jetzt fehlt nur noch eine Frage wie z. B.: „Was denkst du über die Zeit?“, und schon sind Sie mit den Kindern mitten in einem philosophischen Gespräch.

Sie selbst übernehmen dabei die Rolle der Moderatorin. Tiefe geben Sie dem philosophischen Gespräch, indem Sie die Aussagen der Kinder aufeinander beziehen und voneinander abgrenzen, ebenso durch Nachfragen wie:

  • „Was sagst du zum Gedanken von Tim?“
  • „Warum könnte das so sein?“
  • „Was genau könnte damit gemeint sein?“

Versuchen Sie, möglichst viele Aussagen der Kinder zu notieren.

 

3. Tipp für ein spannendes Projekt: Vom Gestern, Heute und Morgen

„Morgen bin ich beim Papa gewesen!“ Vor allem jüngere Kinder nutzen die Zeitbegriffe „gestern“, „heute“ und „morgen“ sehr frei und kreativ. Denn diese Worte haben noch keinen Bezug zu ihrem Leben, sie sind abstrakt. Mit einem Tagebuch in Form einer Zeitschiene machen Sie den Kindern die Bedeutung dieser Zeitangaben deutlich. Dazu brauchen Sie Tonpapierbögen in 3 verschiedenen Farben, z. B. Grün für die Vergangenheit, Gelb für die Gegenwart und Blau für die Zukunft. Halten Sie mehrere Bögen in der Farbe für die Vergangenheit bereit und jeweils einen Bogen für die anderen Zeiten. Nun beginnen Sie mit den Kindern, im Morgenkreis den Tag zu besprechen. Die verschiedenen Abschnitte und Fakten des Tages stellen die Kinder nun in Bildern dar. Anschließend wird alles auf den Tonpapierbogen von „Heute“ gepinnt. Am nächsten Tag überprüfen Sie die Bilder: Ist alles so eingetreten wie besprochen? Dann wechseln die Bilder auf den Tonpapierbogen für „Gestern“, und Sie besprechen und gestalten wieder neu den aktuellen Tag. Nach einigen Tagen ist bereits eine Zeitschiene entstanden. Betrachten Sie diese mit den Kindern immer wieder: Was war gestern, was gab es vor 2 Tagen zu essen? Dann führen Sie zusätzlich den Papierbogen für „Morgen“ ein. Wer von den Kindern weiß schon, was morgen passieren könnte? Auch diese Bilder wandern ins „Heute“ und „Gestern“, wenn sie wirklich zugetroffen haben.

 

4. Tipp für ein spannendes Projekt: „Wenn ich groß bin“ … – der Blick in die Zukunft

„Wenn ich groß bin, will ich Polizist werden!“ Über ihre Berufswünsche setzen sich Kinder mit der Zukunft auseinander. Regen Sie diese Gedanken über die Zukunft an, indem Sie den Kindern Fragen stellen wie:

  • „Wie alt wirst du, wenn du Geburtstag hast?“
  • „Welchen Ausflug würdet ihr gerne unternehmen?“
  • „Was wünschst du dir zu Weihnachten?“
  • „Wie wirst du aussehen, wenn du groß bist?“

Den Blick in die Zukunft können Sie auch gestalterisch umsetzen, indem Sie ein Foto von jedem Kind ausdrucken, das die Kinder dann mit Filzstiften in ihr „Erwachsenengesicht“ umwandeln. Bestücken Sie Ihre Verkleidungsecke mit verschiedenen „Erwachsenenaccessoires“ wie Schuhen mit Absatz, Schlipsen, Sakkos … Dann kann eine wunderbare Modenschau entstehen, in der sich Herr Müller und Frau Schwarz präsentieren. So füllen Sie mit den Kindern das abstrakte Thema „Zeit“ mit einer Menge konkreter Erlebnisse – sicher eine spannende Forschungsreise!

 

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