Projektideen zum Thema Zeit: Kindern die Zeit erklären – 4 Tipps


21.04.2023

Man kann sie nicht sehen, nicht hören, nicht fühlen, und anfassen kann man sie auch nicht. Aber man kann sie suchen und finden – die Zeit. Machen Sie sich gemeinsam mit den Kindern auf eine spannende Suche nach der Zeit –  und verlieren Sie keine Zeit für dieses Projekt! Im Folgenden finden Sie kreative Tipps, die die Zeit Ihres Projektes wertvoll machen – und zwar nicht nur für die Kinder.

Warum ist es wichtig, Kindern das Thema Zeit zu vermitteln?

Die Zeit ist ein grundlegendes Konzept, das Kinder von klein auf lernen sollten, da es ihnen hilft, ihre täglichen Aktivitäten zu planen und zu organisieren und ihnen auch hilft, ihre Umgebung besser zu verstehen. Indem Sie den Kindern beibringen, wie man die Zeit liest und wie man sie nutzt, können Sie ihnen helfen, ihre Aufgaben und Aktivitäten besser zu organisieren und ihre Zeit effektiver zu nutzen. Sie können ihnen auch beibringen, wie man sich an einem Zeitplan hält und wie man pünktlich zu Terminen kommt, was wichtige Fähigkeiten für das spätere Leben sind.

Die Wichtigkeit des Zeitverständnisses zeigt sich auch in der Entwicklung von Routinen. Kinder, die eine regelmäßige Routine haben, entwickeln ein besseres Verständnis für die Zeit und lernen, wie man die Zeit effektiv nutzt. Eine klare Tagesstruktur gibt den Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Orientierung und hilft ihnen, ihr Verhalten und ihre Emotionen besser zu regulieren.

Insgesamt ist es wichtig, Kindern das Konzept der Zeit frühzeitig beizubringen, um ihnen zu helfen, sich besser in ihrer Umgebung zurechtzufinden und ihre täglichen Aktivitäten und Aufgaben zu organisieren. Durch das Erlernen von Zeitmanagement-Fähigkeiten können sie ein besseres Verständnis für die Bedeutung von Pünktlichkeit und Organisation im späteren Leben entwickeln.

1. Tipp: So viel Zeit – verschiedene Zeiten entdecken

Welche verschiedene Zeit kennen Sie? Fällt Ihnen auch zuerst die „Urlaubszeit“ ein? Sammeln Sie mit den Kindern alle Zeiten, die ihnen einfallen, wie „Mittagszeit“, „Zeitlupe“, Nachtzeit“, „Zeitbombe“ usw. Dazu wird jeweils ein Bild immer in derselben Größe gemalt und auf einer Leine aufgehängt. Es ist wunderbar, zu beobachten, auf welche Weise die Kinder verschiedene Zeiten darstellen. Planen Sie für Ihre Leine von Anfang an viel Platz ein, z. B. im Flur. Ich selbst bin mit Schulkindern bereits auf 73 verschiedene Zeiten gekommen!

2. Tipp: Sich der Zeit nähern – philosophieren über die Zeit

Während sich die Kinder mit der Zeit beschäftigen, nähern sie sich auch gedanklich diesem abstrakten Thema. Das merken Sie an wunderbaren Sätzen wie: „Die Zeit ist in der Uhr eingesperrt.“ Oder: „Zeit ist das, was rumgeht!“ Schreiben Sie sich diese Zitate auf, sie sind eine wertvolle Erinnerung an Ihr Projekt! Stoßen Sie solche Gedanken bei den Kindern bewusst an, und kommen Sie miteinander ins Philosophieren. Einen besonders geeigneten Impuls für ein solches Gespräch mit Kindern habe ich beim Kinderbuchautor Erich Kästner gefunden:

„Mein Reich ist klein und unbeschreitbar weit. Ich bin die Zeit. Ich bin die Zeit, die schleicht und eilt, die Wunden schlägt und heilt. Hab weder Herz noch Augenlicht.  Ich trenn die Gut´ und Bösen nicht.  Ich hasse keinen, keiner tut mir leid.  Ich bin die Zeit.“ 

Lesen Sie dieses Gedicht langsam vor, und wiederholen Sie es nach einer kurzen Stille ein weiteres Mal. Jetzt fehlt nur noch eine Frage wie z. B.: „Was denkst du über die Zeit?“, und schon sind Sie mit den Kindern mitten in einem philosophischen Gespräch.

Sie selbst übernehmen dabei die Rolle der Moderatorin. Tiefe geben Sie dem philosophischen Gespräch, indem Sie die Aussagen der Kinder aufeinander beziehen und voneinander abgrenzen, ebenso durch Nachfragen wie:

  • „Was sagst du zum Gedanken von Tim?“
  • „Warum könnte das so sein?“
  • „Was genau könnte damit gemeint sein?“

Versuchen Sie, möglichst viele Aussagen der Kinder zu notieren.

3. Tipp: Vom Gestern, Heute und Morgen

„Morgen bin ich beim Papa gewesen!“ Vor allem jüngere Kinder nutzen die Zeitbegriffe „gestern“, „heute“ und „morgen“ sehr frei und kreativ. Denn diese Worte haben noch keinen Bezug zu ihrem Leben, sie sind abstrakt. Mit einem Tagebuch in Form einer Zeitschiene machen Sie den Kindern die Bedeutung dieser Zeitangaben deutlich. Dazu brauchen Sie Tonpapierbögen in 3 verschiedenen Farben, z. B. Grün für die Vergangenheit, Gelb für die Gegenwart und Blau für die Zukunft. Halten Sie mehrere Bögen in der Farbe für die Vergangenheit bereit und jeweils einen Bogen für die anderen Zeiten. Nun beginnen Sie mit den Kindern, im Morgenkreis den Tag zu besprechen. Die verschiedenen Abschnitte und Fakten des Tages stellen die Kinder nun in Bildern dar. Anschließend wird alles auf den Tonpapierbogen von „Heute“ gepinnt. Am nächsten Tag überprüfen Sie die Bilder: Ist alles so eingetreten wie besprochen? Dann wechseln die Bilder auf den Tonpapierbogen für „Gestern“, und Sie besprechen und gestalten wieder neu den aktuellen Tag. Nach einigen Tagen ist bereits eine Zeitschiene entstanden. Betrachten Sie diese mit den Kindern immer wieder: Was war gestern, was gab es vor 2 Tagen zu essen? Dann führen Sie zusätzlich den Papierbogen für „Morgen“ ein. Wer von den Kindern weiß schon, was morgen passieren könnte? Auch diese Bilder wandern ins „Heute“ und „Gestern“, wenn sie wirklich zugetroffen haben.

4. Tipp: „Wenn ich groß bin …“ – der Blick in die Zukunft

„Wenn ich groß bin, will ich Polizist werden!“ Über ihre Berufswünsche setzen sich Kinder mit der Zukunft auseinander. Regen Sie diese Gedanken über die Zukunft an, indem Sie den Kindern Fragen stellen wie:

  • „Wie alt wirst du, wenn du Geburtstag hast?“
  • „Welchen Ausflug würdet ihr gerne unternehmen?“
  • „Was wünschst du dir zu Weihnachten?“
  • „Wie wirst du aussehen, wenn du groß bist?“

Den Blick in die Zukunft können Sie auch gestalterisch umsetzen, indem Sie ein Foto von jedem Kind ausdrucken, das die Kinder dann mit Filzstiften in ihr „Erwachsenengesicht“ umwandeln. Bestücken Sie Ihre Verkleidungsecke mit verschiedenen „Erwachsenenaccessoires“ wie Schuhen mit Absatz, Schlipsen, Sakkos … Dann kann eine wunderbare Modenschau entstehen, in der sich Herr Müller und Frau Schwarz präsentieren. So füllen Sie mit den Kindern das abstrakte Thema „Zeit“ mit einer Menge konkreter Erlebnisse – sicher eine spannende Forschungsreise!

Geschichte: Kindern die Zeit erklären

Es war einmal ein kleiner Junge namens Timmy. Eines Tages fragte er seine Mutter: „Was ist Zeit?“

Seine Mutter lächelte und sagte: „Zeit ist etwas, das uns sagt, wann wir aufstehen, essen, spielen und schlafen gehen sollen.“

Timmy dachte darüber nach und fragte: „Aber wie kann ich sehen, ob es Zeit ist, aufzustehen oder zu schlafen?“

Seine Mutter antwortete: „Nun, schau mal auf die Uhr an der Wand. Das kleine Zeiger zeigt die Stunden an und der große Zeiger zeigt die Minuten an. Wenn der kleine Zeiger auf der Zahl 7 und der große Zeiger auf der Zahl 12 steht, bedeutet das, dass es 7 Uhr morgens ist und Zeit ist, aufzustehen und den Tag zu beginnen.“

Timmy war erstaunt und fragte: „Wie lange dauert eine Stunde?“

Seine Mutter antwortete: „Eine Stunde dauert 60 Minuten. Das ist genug Zeit, um eine Geschichte zu lesen oder ein Spiel zu spielen.“

Timmy dachte nach und fragte: „Aber wie kann ich wissen, wann eine Stunde vorbei ist?“

Seine Mutter erklärte: „Die Uhr hat einen Alarm, der klingelt, wenn eine bestimmte Zeit erreicht ist. Wenn du den Alarm auf 8 Uhr einstellst, wird es klingeln, wenn es 8 Uhr ist und du weißt, dass eine Stunde vorbei ist.“

Timmy lächelte und sagte: „Jetzt verstehe ich, was Zeit ist! Es sagt mir, wann ich aufstehen, essen, spielen und schlafen gehen soll. Danke Mama!“

Und so lernte Timmy, dass die Zeit ihm hilft, seinen Tag zu organisieren und dass eine Stunde 60 Minuten dauert. Und er war sehr stolz, als er in der Lage war, die Uhr zu lesen und zu wissen, was die Zeiger bedeuten.


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