„Das ist Musik in meinen Ohren“ – Kinder erforschen Klänge


03.10.2017

Haben Sie in Ihrer Arbeit schon einmal ein Kind erlebt, das keine Musik mag? Ich nicht. Im Gegenteil: Ich durfte immer wieder erfahren, wie viel Freude Kinder an Musik, am eigenen Musizieren und am Erforschen der Instrumente haben. Machen Sie sich gemeinsam mit den Kindern auf den Weg, immer wieder im Alltag die wohltuende Wirkung von Musik und Klängen zu spüren und selbst zu erforschen. Dazu benötigen Sie kein musikalisches „Spezial wissen“ – jede von Ihnen kann das!

Musik ist eine Klangwelt

Musik entsteht dann, wenn Klänge, Töne, Rhythmen und Geräusche von uns gehört werden. Hierzu ist es hilfreich, aufmerksam und differenziert hinzuhören. Damit Ihre Kinder die Vielfalt der Töne, Geräusche und Klänge kennen lernen können, bieten Sie ihnen viele und vor allem verschieden klingende Instrumente an.

Suchen Sie dafür möglichst einen separaten Raum, der durch eine Tür geschlossen werden kann. So können die Klänge, fernab vom Alltagstrubel, besser gehört und wahrgenommen werden. Unterstützen Sie die Kinder bei der Klangerforschung immer wieder einmal mit verschiedenen Fragen / Aufgabestellungen:

  • „Wie gelingen dir leise Töne?“
  • „Wie laute? Was musst du dazu verändern?“
  • „Was kann alles Musik machen?“
  • „Trage Gegenstände zusammen, die Töne erzeugen!“
  • „Vergleiche diese beiden Klänge miteinander: Wie klingen sie? Wo ist der Unterschied?“
  • „Magst du die tonerzeugenden Gegenstände sortieren“(z. B. nach eher laut/ eher leise, weich / hart klingend, Holz / Metall)?

Musik ist Bewegung

Musik entsteht aber auch durch das Zusammenspiel von Bewegung und Wahrnehmung. Wenn wir uns bewegen, entstehen Geräusche und Töne (z. B. das Rascheln von Kleidung, Schritte), manchmal sogar Klänge. Musik selbst zu gestalten heißt also auch, sich zu bewegen und dabei Töne / Rhythmen etc. zu bewirken. Bieten Sie den Kindern genügend Bewegungsraum, wenn sie mit den Instrumenten und sonstigen tonerzeugenden Gegenständen experimentieren, und begleiten Sie sie auch dabei:

  • „Was bewegt sich beim Spielen des Instrumentes?“
  • „Wie verändert sich der Klang, wenn du / wenn ein anderes Kind sich dazu im Raum bewegt?“
  • „Kannst du das Musikinstrument zum Spielen auf deinen Körper stellen?“
  • „Wie fühlt sich das an?“
  • „Trommle einmal mit aller Kraft!“
  • „Bewege dich zur Musik!“

Musik berührt innerlich

Durch das Hören von Musik entstehen in uns innere Bilder und Gefühle. Musik bewegt uns also auch innerlich. Viele Menschen nutzen das Musizieren zum Ausdrücken ihrer Gefühle und / oder momentanen Situation, als Entspannung oder zur Entlastung. Kindern fällt es viel leichter als uns Erwachsenen: Sie entdecken in Musik, aber auch schon in einzelnen Klängen Geschichten und ver-steckte Botschaften. Sie nutzen dabei ihre Fantasie und lassen sich zu weiteren inneren Bildern, Gedanken und Ideen anregen.Mit folgenden Fragen / Aufgaben unterstützen Sie die Kinder dabei:

  • „Was fällt dir ein, wenn du das hörst?“
  • „Klingt es für dich traurig, nachdenklich, fröhlich …?“
  • „Welche Personen, Gegenstände, Tiere etc. fallen dir dazu ein?“
  • „Lass uns dazu eine Geschichte erzählen!“
  • „Male das, was du hörst und fühlst, mit Farben auf ein Blatt Papier!“

Musik ist Kommunikation

Musik schafft Raum zur Begegnung. Angenehme Klänge, peppige Rhythmen, all das fordert uns geradezu dazu auf mitzumachen. In der Musik können sich Menschen begegnen, die im sonsti- gen Leben nicht viel gemeinsam haben. Musik schafft also hier die Verbindung und Verständigung unterschiedlichster Menschen.

Spielen Sie den Kindern verschiedene Musikstücke vor: laute und leise, langsame, anregende, beruhigende Musik. Bitten Sie die Kinder, sich vorzustellen, was diese Musik sagen könnte: Z. B. Bei schneller Musik: „Ich habs eilig“ – oder bei Entspannungsmusik: „Mir geht es gut, ich ruhe mich aus…“

Unterstützen Sie die Kinder dabei, eigene Rhythmen, Tonabfolgen, kleine Lieder zu entwerfen und anderen vorzuspielen. Auch Sprechverse oder Gedichte können dazu gesprochen werden. Die Kinder können nun ihrerseits andere Kinder auffordern, ihren Rhythmus mit ihrem Instrument zu überneh-men, so dass ein Klangkonzert entsteht. Dann gibt ein anderes Kind den Takt an.

Geben Sie den Kindern Raum, eine „Bühne“ aufzubauen und Stühle aufzustellen, auf denen die Konzertbesucher Platz nehmen. Jetzt laden die Kinder zu kleinen Spontankonzerten ein. Ich wün-
sche Ihnen spannende Ergebnisse!


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