So gestalten Sie den Wickelbereich und das Wickeln stressfrei


16.11.2017
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Wickeln ist viel mehr als Hygiene und Pflege. Die Kinder bekommen individuelle Zuwendung. Gleichzeitig fördern Sie die Kleinkinder in vielen Bildungsbereichen. Täglich mehrfach eine größere Anzahl von Kindern wickeln – das kann in Stress ausarten. Um eine entspannte und liebevolle Wickelzeit zu ermöglichen, müssen Sie auf mehr achten als auf die puren Hygieneanforderungen.

Hierzu gehört ein Wickelbereich, der so gestaltet ist, dass neben der Sicherheit der Kleinkinder ihrem Entwicklungsstand entsprechend auch die Eigenaktivität gefördert wird.

Achten Sie auf reibungslos ablaufende Handgriffe

Heute ist es in allen Einrichtungen Standard, dass der Wickeltisch groß und tief genug ist, um auch größere Kinder bequem wickeln zu können. Auch eine Treppe, mit der die Kleinkinder selbstständig den Wickelplatz erklimmen können, fördert die Eigeninitiative und schont zudem Ihren Rücken. Darüber hinaus sollten Sie bei der Raumgestaltung darauf achten, dass alle Handgriffe fließend und reibungslos ablaufen.

Mit einer gut durchdachten Anordnung der notwendigen Utensilien erleichtern Sie sich die Arbeit ungemein. Zusätzlich vermeiden Sie Stress, unnötige Handgriffe und verringern die Gefahr, dass ein Kleinkind in einem unachtsamen Moment vom Wickeltisch fällt. Die Checkliste unten hilft Ihnen, dieses zu überprüfen. Schauen Sie sich die Fragen an, denen Sie kein O. K. gegeben haben.

Versuchen Sie, die Gestaltung des Wickelbereichs dahingehend zu ändern. Mit ein paar kleinen Umstrukturierungen können Sie allein durch reibungslos ablaufende Handgriffe die Wickelsituation entstressen.

Bieten Sie den Kleinkindern die Möglichkeit zur Eigenaktivität

Auch für diesen Bereich ist es wichtig, die Eigenaktivität und somit den Selbstbildungsprozess der Kleinkinder zu fördern. Diesem kommen Sie beispielsweise durch die Treppe zum Wickelbereich nach.

Weiterhin können Sie die Eigenaktivität dadurch fördern, indem Sie die Kleinkinder ihre Windeln und Feuchttücher selbstständig aus ihren Fächern holen lassen. Damit die Kleinkinder ihr Fach finden, kennzeichnen Sie es mit einem Foto des Kindes. Das erleichtert das Suchen und vermittelt den Kleinkindern ein Gefühl der Zugehörigkeit und des persönlichen Eigentums. Dieses Eigentum sollte unbedingt von den anderen Kindern respektiert werden.

Eine weitere Möglichkeit, die Eigeninitiative zu fördern, ist das selbstständige Händewaschen. Hierzu ist es wichtig, dass die Seifen- und Handtuchspender kinderleicht zu bedienen sind. Sehr gut
eignen sich automatische Spender, unter die die Kleinkinder nur ihre Hände zu halten brauchen. Erfahrungsgemäß kommt es nicht zu einem übermäßigen Gebrauch und „Sauereien“, da die Kleinkinder die Technik schnell kennenlernen und diese ihren Reiz verliert.

Ältere Kinder können beim Wechseln der Windeln mithelfen, indem sie sich diese selbstständig ausziehen und in den Mülleimer werfen. Dann erst klettert das Kind auf die Kommode oder steht auf dem Boden, wenn Sie es wickeln.

Sorgen Sie für eine Wohlfühlatmosphäre

Oftmals ist der Wickelbereich eher als kühler Raum mit Neonlampen gestaltet. Achten Sie darauf, dass das Licht die Kleinkinder nicht blendet. Hierzu reicht es in der Regel aus, dass die Leuchtmittel ausgetauscht werden oder ein feuerfestes, dünnes Tuch locker über die Lampe drapiert wird, damit das Licht sanfter erscheint.

Um den Kleinkindern einen neuen Blick auf sich selbst und die Situation zu bieten, können Sie an der Decke Spiegelfolien anbringen. Hierzu überziehen Sie einen einfachen Keilrahmen mit Spiegelfolie und befestigen diesen an der Decke. Sie können auch hinter dem Rahmen 2 Ösen eindrehen, hieran eine Nylonschnur knoten und den Rahmen schräg an der Wand befestigen, sodass die Kleinkinder sich selbst sehen können, wenn sie auf dem Wickeltisch liegen.

Gerade Kleinkinder, die sich nicht gern wickeln lassen, lassen sich durch Spiegel, Spielzeug, Bilder oder Mobiles, die den Wickelbereich gestalten, ablenken.

Beziehen Sie die Kleinkinder mit ein

Beziehen Sie die Kleinkinder in den Wickelprozess mit ein. Dabei geht es nicht nur darum, die Selbstständigkeit zu fördern. Ebenso wichtig ist es, den Kindern die Erfahrung zu bieten, aktiv beteiligt anstatt nur versorgt zu werden. Diese wichtige Erfahrung können Sie auch schon den jüngsten Kindern bieten, indem Sie ihren Blick suchen, sie ansprechen und ankündigen, was Sie als Nächstes tun.

So können sich die Kleinkinder auf das einstellen, was gleich geschieht. Jüngere Kleinkinder reagieren darauf mit ihrer Gestik, Mimik und der gesamten Körperspannung. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit und gesamten Handlungen darauf aus, wie sich das Kleinkind auch mimisch verhält.

Nehmen Sie diese Signale der Kleinkinder auf und fassen Sie sie in Worte. So schenken Sie dem Kleinkind die volle Aufmerksamkeit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Sprachförderung. Diese wird durch das gemeinsame Erleben und den Kontakt mit Ihnen bereichert.

Ballon-Windspiel für den Wickeltisch

Um Kleinkinder von der eigentlichen Wickel-Aktion abzulenken eignen sich, wie oben beschrieben, Spielereien für den Wickeltisch. Dieses bunte Windspiel können Sie in nur wenigen Schritten zusammen mit Ihren Kita- Kindern gestalten – eine wirklich schöne Bastelidee, die bestimmt auch in Ihrem Kindergarten gut ankommt.

https://www.pro-kita.com/downloads/bastelanleitung-schablone-ballon-windspiel/

 

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