Naturwissenschaftliche Erfahrungen für U3-Kinder


29.08.2016
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Vielleicht denken Sie bei der Überschrift gleich: „Für Naturwissenschaft interessieren sich die Kleinen doch noch nicht! Damit überfordere ich sie nur. Das ist nur etwas für ältere Kita-Kinder.“ Doch jüngere Kinder interessieren sich sogar in einem hohen Maß für naturwissenschaftliche Gegebenheiten. Sie müssen nur ihr natürliches Interesse aufgreifen.

In diesem Beitrag finden Sie ein paar Anregungen, wie Sie schon Kleinstkindern erste naturwissenschaftliche Erfahrungen ermöglichen.

 

Naturwissenschaft begleitet die Kinder von Geburt an

Kinder machen von Geburt an naturwissenschaftliche Erfahrungen: Sie lernen zum Beispiel die Schwerkraft kennen, wenn sie zum ersten Mal im Leben ihren Kopf anheben wollen. Sie machen Erfahrungen mit der Erdanziehungskraft, wenn sie einen Gegenstand immer und immer wieder auf den Boden fallen lassen.

Naturwissenschaft erleben bedeutet nicht nur, wissenschaftliche Experimente mit tiefgreifenden Erfahrungen zu machen. Sondern die Naturwissenschaft begleitet die Kinder durch ihren gesamten Alltag. Ihre Aufgabe ist es, diese Phänomene aufzugreifen und mit den Kindern zu erleben.

Gehen Sie hierzu mit offenen Augen durch Ihren Arbeitsalltag. Beobachten Sie die Kinder beim Spielen. Greifen Sie diesen natürlichen Forscherdrang Ihrer Schützlinge auf.

 

 

Nutzen Sie Alltagserfahrungen für naturwissenschaftliche Erfahrungen

Bei jüngeren Kindern sind naturwissenschaftliche Erfahrungen vorwiegend sinnliche Erfahrungen. Sie wollen die physikalischen, chemischen und biologischen Vorgänge ihres Alltags mit all ihren Sinnen entdecken. Licht, Luft, Wasser, Magnetismus, Farben und Formen sind Themen, die die Kinder besonders beschäftigen.

Viele dieser Phänomene können Sie mit den Kindern ganz einfach anhand der Jahreszeiten beobachten. Entdecken Sie mit den Kindern die Natur. Jetzt im Frühling ist das Wetter oft wechselhaft. Da lassen sich viele naturwissenschaftliche Erfahrungen mit Wasser machen. Die Kinder können zum Beispiel Wassertropfen mit einer Lupe beobachten. Regen Sie sie an, viele kleine Tropfen zusammenzufügen. Sie verbinden sich zu einem großen Ganzen.

Gehen Sie ruhig auch mal bei Regenwetter raus. Kinder lieben es, in Pfützen zu spielen. Sie können dort gut ausprobieren, welche Gegenstände schwimmen. Sie finden es toll, mit den Händen in Pfützen zu planschen. Wenn sie ihre Hände wieder herausziehen, rinnt das Wasser an den Händen und Fingern herunter.

Dabei können sie wunderbar beobachten, wie das Wasser fließt. Was passiert, wenn die Hände zu einer Mulde geformt werden?

Auch im Haushalt und bei der Zubereitung von Lebensmitteln lassen sich vielfältige Erfahrungen machen. Vielleicht geben Sie ausnahmsweise Zucker in den heißen Tee und beobachten zusammen mit den Kindern, wie er sich auflöst. Bieten Sie den Kindern noch andere Flüssigkeiten und vielleicht auch andere Lebensmittel zum Hineingeben an. Beobachten Sie gemeinsam, ob diese sich auch auflösen oder was stattdessen passiert.

Noch etwas, das Kinder immer wiederunheimlich fasziniert: Magnete. Besorgen Sie ein paar Magnete, zum Beispiel wie man sie für Pinnwände benutzt, und experimentieren Sie zusammen mit den Kindern. Wo hält ein Magnet? Was zieht er an? Warum stoßen sich manche Magnetseiten ab? Spielerisch machen Ihre Schützlinge so wichtige Erfahrungen rund um den Magnetismus.

 

Regen Sie die Kita-Kinder zum freien Forschen an

Gerade Krippenkinder möchten keine großen Erklärungen und Lösungen. Ihr Forscherdrang ist befriedigt, wenn sie durch ihr selbstständiges Tun die Phänomene erfahren.

Greifen Sie diesen Forscherdrang auf. Lassen Sie die Kinder im Spiel die Naturwissenschaft entdecken. Beobachten Sie die Kinder, und unterstützen Sie das freie Forschen und Experimentieren. Regen Sie die Kinder durch Fragen zu weiteren Handlungen an. Besprechen Sie mit den Kindern die Beobachtungen. So lernen die Kinder, ihre Erlebnisse verbal zu formulieren.

Anhand dieser Beispiele sehen Sie schon: Um mit den jüngeren Kindern die Naturwissenschaft zu entdecken, brauchen Sie nicht viel. Sie müssen nur sensibel für Interessen und die Alltagsphänomene sein. Oftmals sind es ganz andere Dinge, die die Kinder beschäftigen. Sie werden bestimmt manchmal erstaunt denken „Darauf wäre ich niemals gekommen.“ Gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt, und unterstützen Sie den natürlichen Forscherdrang der Kinder. So werden die Kinder und auch Sie viele Dinge bewusster erleben. Genießen Sie es bewusst, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen und den Forscherdrang der Kinder zu beobachten.

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Das sagen unsere Leser

Ich bin von „Praxisgestaltung in der Kita“ begeistert. Der Dienst ist für mich eine riesen Arbeitserleichterung.

Frauke Schmidt, Flensburg


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