So machen Sie Kita-Räume „U3-Kinder-kompatibel“


11.04.2016
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Die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren in altersgemischten Gruppen bedeutet faktisch, dass Sie auch in Ihren Gruppenräumen einiges verändern müssen, um für Sicherheit für die Kleinsten zu sorgen und die Räume an deren Bedürfnisse und Entwicklungsstand anzupassen.

 

Berücksichtigen Sie den Entwicklungsstand der U3-Kinder

Es ist wichtig, dass Sie Ihre Gruppenräume systematisch dem Entwicklungsstand der Kleinstkinder anpassen. Denn in dieser Altersgruppe sind die Kinder nicht in der Lage, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden. Das müssen Sie bei der Einrichtung Ihrer Räumlichkeiten beachten und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen treffen.

 

 

Achten Sie auf Bruchsicherheit in den Kita-Räumen

Glasflächen im Innenraum und Glastüren müssen aus bruchsicherem Glas bestehen. Ist dies in Ihrer Kita noch nicht der Fall, sollten Sie sich dringend mit Ihrem Träger in Verbindung setzen, auf diese Gefahr hinweisen und auf Austausch der Scheiben drängen. Außerdem ist es wichtig, dass die Kinder die Glasflächen als solche erkennen können, z. B. durch farbige Aufkleber. Klären Sie vor dem Bekleben immer mit der Hersteller ab, ob dies das Glas aushält. Denn manche Thermogläser können beim Bekleben reißen.

 

Beugen Sie Stürze der u3-Kinder in den Kita-Räumen vor

Alle Einrichtungsgegenstände sollten im Aktionsbereich der Kinder abgerundet werden, so dass es hier bei Stürzen keine Unfälle und schwere Verletzungen gibt. In den Gruppenraum hineinragende Heizkörper müssen verkleidet werden, damit die Kinder sich hieran weder stoßen, verbrennen noch darunter kriechen können.

 

Integrieren Sie Kindersicherungen in Ihren Kita-Räumen

Alle Steckdosen in Ihrer Einrichtung müssen eine integrierte Kindersicherung enthalten. Die Sicherung sieht man den Steckdosen nicht ab. In gemieteten Räumlichkeiten sollten Sie sich nicht auf mündliche Zusicherungen des Vermieters verlassen, sondern auf einer schriftlichen Bestätigung bestehen. Im Zweifelsfall sollten Sie noch auf zusätzliche von außen zu installierende Abdeckkappen setzen. Gleiches gilt für Verlängerungskabel. Besonders wichtig ist, dass Kabel von Elektrogeräten nicht herunterhängen, so dass die Gefahr besteht, dass die Kinder hieranziehen und es zu schweren Unfällen kommt. Wasserkocher, Kaffeemaschine und Toaster haben in den Gruppenräumen,
in denen sich Kleinstkinder aufhalten, nichts zu suchen.

 

Achten Sie auf Klemm- und Scherschutz in Ihrer Kita

Achten Sie an Türen, Schubladen und anderen beweglichen Einrichtungsgegenständen, dass sich die Kinder hier nicht die Finger klemmen. Um dies zu vermeiden, dürfen die Öffnungsspalten in keiner Position zwischen 4 und 25 Millimeter liegen. Sinnvoll ist es, ältere Türen mit Klemmschutzvorrichtungen nachzurüsten.

 

Behalten Sie Ihre Umwehrungen im Blick, die Ihre Kleinstkinder verletzen könnten

Die Gefahr, dass Kleinstkinder auf erhöhten Spielebenen, Treppen und Spielgeräten das Gleichgewicht verlieren und abstürzen, ist besonders groß. Dies liegt zum einen an der häufig noch fehlenden Balance, zum andern aber auch am hoch liegenden Körperschwerpunkt. Daher müssen Sie zum einen darauf achten, dass Umwehrungen mindestens 1 Meter hoch sind. Außerdem dürfen die Abstände zwischen den senkrechten Stäben, z. B. eines Treppengeländers, maximal 8,9 Zentimeter betragen. Entscheidend ist außerdem, dass sich in diesen gefährlichen Bereichen keine „Kletterhilfen“ befinden, mit denen die Kinder die Umwehrung überwinden können. So können Sie schwere Stürze vermeiden.

 

Halten Sie Ordnung in den Kita-Gruppenräumen

Die Regale in den Gruppenräumen müssen so standfest sein, dass diese auch dann nicht umfallen, wenn Kinder sich an ihnen hochziehen. Soweit möglich, sollten die Regale in der Wand verankert werden. Außerdem müssen die Regalböden so befestigt werden, dass die Kleinen sie nicht herausziehen können. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass die Regale U3-gerecht eingerichtet werden. Das heißt: Schwere Dinge nach unten, leichte Dinge nach oben. Regalfächer dürfen außerdem nicht zu vollgepackt
werden.

Gegenstände, die nicht in Hände Ihrer Kleinsten gehören, stehen im Regal so hoch, dass der Zugriff der U3-Kinder tatsächlich ausgeschlossen ist.

 

Mein Rat: Die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren in altersgemischten Gruppen stellt Sie vor große Herausforderungen. Denn viele Gefahren sind nicht offensichtlich, sondern zeigen sich erst im Alltag mit den Kleinstkindern. Und dann ist es oft zu spät. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Träger besprechen, wo noch Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz Ihrer Kleinen getroffen werden müssen.

Wichtig zu wissen: Auch wenn Ihre Kita schon seit langem besteht, muss Ihr Träger die für U3-Kindern notwendigen Sicherheitsmaßnahmen vornehmen. Auf einen Bestandsschutz kann er sich nicht berufen.

 

 

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