5 Tipps für gelungene Feedbackgespräche nach der Eingewöhnung in der Kita


10.09.2018

Die neuen Kita-Kinder sind gerade eingewöhnt worden oder werden gerade eingewöhnt. Während dieser Phase ist es wichtig, die Kleinkinder gut zu begleiten, damit sie einen guten Start in Ihrer Kita haben. Auch für die Eltern beginnt mit dem Start in der Kita ein neuer Lebensabschnitt.

Dieser ist mit vielen Emotionen, Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Hierzu bieten Sie während der Eingewöhnungszeit den Eltern Unterstützung und eine intensive Kommunikation. Reflektieren Sie gemeinsam mit den Eltern nach der Eingewöhnungsphase den Verlauf und die Entwicklung des Kleinkindes während dieses Zeitraums. Wichtige Tipps für gelungene Gespräche finden Sie nachfolgend.

1. Tipp: Das sollten Ihre Gesprächsziele sein

Ein Elterngespräch, zu dem Sie einladen, um in Ruhe und ganz bewusst über das Kleinkind zu sprechen, ist ein offizieller Anlass. Dieser wird von den Eltern oft wertschätzend betrachtet. Bei einem Feedback- oder auch Eingewöhnungsgespräch stehen der Verlauf der Eingewöhnung und die Entwicklung des Kindes im Vordergrund.

In diesem Rahmen können Sie sich mit den Eltern über Ihre Erfahrungen und Beobachtungen austauschen. Nicht zuletzt dient dieses Gespräch auch zum Vertrauensaufbau für eine gute Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Hierzu ist es wichtig, das Gespräch positiv zu gestalten.

Frage:Antwort der Eltern:
Wie haben Sie die Eingewöhnung Ihres Kindes bei uns erlebt?
Wie haben Sie Ihr Kind während dieser Zeit zu Hause erlebt?
Hat sich das Kind verändert, seitdem es bei uns ist (z. B. Schlafgewohnheiten,
Spielverhalten, Entwicklungsschritte)?
Glauben Sie, dass sich das Kind in der Kita wohlfühlt? Woran
merken Sie das?
Wie stehen Sie zu der Entscheidung, ihr Kind zu uns in die Kita
zu geben?
Haben Sie Fragen zur Kita, zu Ritualen, Abläufe, Angeboten,
unserem pädagogischen Konzept?
Haben Sie Wünsche oder Fragen an uns?

2. Tipp: Gestalten Sie das Gespräch positiv

Für einen wertschätzenden und positiven Einstieg können Sie ein Foto vom Kleinkind auf den Tisch legen. Dieses Bild sollte das zufriedene Kind in einer typischen Situation in der Kita zeigen. Nun können Sie gemeinsam mit den Eltern überlegen, welche Schritte das Kind durchlaufen hat, um zu dem glücklichen Kita-Kind auf dem Bild zu werden.

Schreiben Sie jeden Stichpunkt auf einen kleinen Zettel. Legen Sie diese um das Bild herum. So haben die Eltern die vielen kleinen Entwicklungsschritte bildlich vor sich. Auch Höhen und Tiefen der Eingewöhnung werden so sichtbar. Fotografieren Sie das Werk später. So bleibt es in Erinnerung.

3. Tipp: Fragen Sie nach Beobachtungen der Eltern

Es ist wichtig, dass Sie die Eltern aktiv mit in das Gespräch einbinden. In der Kopiervorlage oben finden Sie Fragen, die Sie den Eltern zur Gesprächsvorbereitung mitgeben können. Diese Fragen können Sie auch vorab den Eltern in Form eines Fragebogens mitgeben. So können diese sich vorab schon auf das Gespräch vorbereiten. Notieren Sie sich die Antworten der Eltern und bewahren Sie diese Dokumentation auf.

4. Tipp: Kommunizieren Sie einfühlsam und wertschätzend

Gerade Eltern von Kleinkindern brauchen eine sehr wertschätzende und sensible Kommunikation. Für noch junge Eltern ist es eine ungewohnte und oft immer noch emotional geprägte Situation, das Kind in die Kita zu geben. Ebenso ist es eine große Herausforderung, Ihre subjektiven Beobachtungen des Kindes und der Familie anzunehmen. Die Eltern müssen sich auch einer, für sie teilweise noch fremden Person öffnen.

5. Tipp: Vermeiden Sie typische Stolperfallen

Gerade bei Kindern, bei denen alles „super läuft“, sind die Eltern oder auch Erzieherinnen schnell dazu geneigt, kein oder nur ein kurzes Gespräch zu führen. Oft habe ich schon von Eltern gehört: „Ich rede jeden Tag mit Ihnen, ich brauche kein Gespräch.“ Trotzdem sollten Sie sich unbedingt die Zeit für einen Austausch nehmen. Sie und die Eltern bekommen einen neuen Blickwinkel und viele neue Informationen über das Kind.

Wenn Sie den Eltern Ihre Beobachtungen mitteilen, erfahren die Eltern so, dass das Kleinkind von Ihnen in seiner ganzen Persönlichkeit wahrgenommen und gesehen wird.

Der Austausch dient auch dem gegenseitigen Vertrauensaufbau. Denn Vertrauen ist die Basis für eine gute Kommunikation – auch im Konfliktfall. Nutzen Sie dies unbedingt.

Durch ein Feedbackgespräch erweitern Sie und die Eltern Ihr Bild vom Kind und seiner Entwicklung. Sie erfahren ebenfalls sehr viel vom Gefühlsleben der Eltern rund um den Kita-Besuch des Kindes. Durch das Gespräch drücken Sie Wertschätzung und Respekt für das Kind aus. Ferner erleben die Eltern, dass Sie das Kind mit seiner gesamten Persönlichkeit wahrnehmen.

So vermitteln Sie den Eltern das Gefühl, dass das Kleinkind bei Ihnen gut aufgehoben ist. Dies ist eine wichtige Grundlage für eine gute Bildungs- und Erziehungspartnerschaft.


Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Sorgen Sie für eine gesunde Ernährung in Ihrer Kinderkrippe

12. Oktober 2017

Gesunde Ernährung in der Kinderkrippe ist ein brandaktuelles Thema. Vor allem, wenn die Eltern Ihrer Kinderkrippe das Frühstück und Mittagessen für ihre Kinder mitschicken, könnten Sie die Eltern diesbezüglich unterstützen...

Lesen Sie hier, wie Sie für eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung in Ihrer Einrichtung sorgen können.

Verabschiedung von Schulkindern: Gestalten Sie einen spannenden Elternabend

18. Mai 2018

Die Verabschiedung von Schulkindern fällt nicht nur Ihnen als Kita-Leitung schwer, auch für die Eltern beginnt ein neuer Abschnitt. Für Ihre großen Kinder stehen die letzten Wochen vor den Ferien an. Nach den Ferien werden sie...

So gestalten Sie einen Elternabend zum Thema: Verabschiedung von Schulkindern

So lernen Kinder den richtigen Umgang mit Geld

30. Oktober 2017

Vielen Kindern fällt der Umgang mit Geld schwer. Ihre materiellen Bedürfnisse und Wünsche steigen ins Unermessliche. In den Läden und im Internet gibt es alles zu kaufen. Die Werbung und auch die Freunde propagieren: „Das...

4 Tipps, wie Sie Ihren Kindern den richtigen Umgang mit Geld beibringen.



© 2017 PRO Verlag, Bonn