8 goldene Regeln für ein gelungenes Entwicklungsgespräch mit Kita-Eltern


01.07.2015
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Regelmäßig geführte Entwicklungsgespräche sind in der Arbeit mit Kleinstkindern ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Denn durch Entwicklungsgespräche
  • gewähren Sie den Eltern Einblick in den Alltag ihres Kindes während seiner Zeit in der Kita oder Krippe.
  • behalten Sie gemeinsam mit den Eltern die Entwicklung des Kindes im Blick. So können Sie sich miteinander über Fortschritte freuen, aber auch den Eltern Unterstützungsbedarf verdeutlichen.
  • können Sie gemeinsam überlegen, womit sich das Kind gerade auseinandersetzt und was es für diesen Entwicklungsschritt br auchen könnte, z. B. angemessenes, ansprechendes Spielmaterial.

Legen Sie den Grundstein für ein konstruktives Gespräch. Damit Eltern gerne und zuverlässig die Entwicklungsgesprächstermine wahrnehmen, sollten Sie einige Voraussetzungen schaffen und im Gespräch einiges beachten. Denn nur wenn Eltern sich im Gespräch ernst genommen und kompetent fühlen, schaffen Sie es, dass Schwellenängste gar nicht entstehen oder schnell abgebaut werden. Das ist der Schlüssel für eine gute Kooperation. Beachten Sie darum im Entwicklungsgespräch folgende 8 goldene Regeln:

1. Regel: Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre

Eltern kommen gerne zum Gespräch, wenn sie das Gefühl haben, willkommen zu sein. Das vermitteln Sie, indem Sie die Eltern persönlich begrüßen. Reservieren Sie für das Entwicklungsgespräch einen Raum, in dem Sie für die Dauer des Gesprächs nicht gestörtwerden. Den Raum sollten Sie vorab etwas vorbereiten: Lüften Sie durch, und räumen Sie alle nicht benötigten Dinge weg. Bereiten Sie alle benötigten Materialien, z. B. Beobachtungsdokumentation vom Kind, Abspielgerät für Tonaufnahmen usw., vor.

2. Regel: Strukturieren Sie das Gespräch vorab

Legen Sie vorab die Dauer des Gesprächs fest. Sie sollte eine Stunde nicht überschreiten. Machen Sie sich vor dem Entwicklungsgespräch Notizen über den geplanten Ablauf. Schreiben Sie dazu alle Inhalte auf, die Sie ansprechen wollen. Diese ordnen Sie nach Dringlichkeit. Sehr wichtige Inhalte, z. B. aktuelle Entwicklungsschritte des Kindes, stellen Sie an die 1. Stelle. Wichtige Dinge, z. B. den Rückblick auf vorangegangene Entwicklungen, notieren Sie an 2. Stelle. Zusätzliche Infos vermerken Sie. Die werden angesprochen, wenn noch Zeit bleibt.
 

3. Regel: Vermeiden Sie Fachjargon

Natürlich wissen Sie, dass sich ein Kleinstkind mit Objektpermanenz auseinandersetzt oder sich gerade in der Phase der Autonomieentwicklung befindet. Aber nicht alle Eltern kennen diese Fachausdrücke. Das ist auch nicht nötig. Sie zeigen Ihre Kompetenz im Gespräch nicht durch einen umfangreichen Fachwortschatz, sondern durch eine anschauliche Beobachtungsdoku-mentation und eine gute Gesprächsfüh-
rung. Um Eltern nicht zu verunsichern,sollten Sie darum versuchen, Sachverhalte mit einfachen Worten zu erklären.

4. Regel: Verdeutlichen Sie die Entwicklung anschaulich

Damit Eltern eine Vorstellung von den Aktionen des Kindes in der Kita bekommen, sollten Sie mit aussagekräftigem Anschauungsmaterial arbeiten. Unterstreichen Sie Ihre Entwicklungsbeobachtungen durch Fotos, Videosequenzen, Tonaufnahmen oder ein umfangreiches Portfolio.

5. Regel: Fassen Sie sich kurz

Eine indianische Regel besagt: „Sprich von Herzen und fasse dich kurz.“ Konzentrieren Sie sich im Gespräch darauf, konkrete und zentrale Aussagen zu den Entwicklungen des Kindes zu machen. Belegen Sie diese mit einem oder 2 anschaulichen Beispielen. So können die Eltern leicht folgen und schweifen nicht ab.

6. Regel: Beteiligen Sie die Eltern

Planen Sie ausreichend Zeit ein, um die Eltern im Gespräch zu Wort kom- men zu lassen. Zum einen sollten Sie nach jedem Punkt nachfragen, ob die Eltern alles verstanden haben oder Anmerkungen dazu haben. Fragen Sie außerdem nach: „Wie nehmen Sie das zu Hause wahr? Womit beschäftigt sich Ihr Kind dort? Wie schätzen Sie das ein?“

7. Regel: Fassen Sie zusammen

Bringen Sie nach einzelnen Gesprächsinhalten das Gesagte noch einmal kurz auf den Punkt. Das erleichtert es Eltern, die Kernaussage aufzunehmen. Am Ende des Gesprächs fassen Sie noch einmal zusammen: Welche positiven Entwicklungen haben Sie / die Eltern beim Kind beobachtet? Wo gibt es Unterstützungsbedarf? Was wollen Sie / die Eltern dem Kind anbieten, um es weiter zu unterstützen? Welche Vereinbarungen wurden getroffen, wenn eine Abklärung z. B. vom Kinderarzt bzgl. eines bestimmten Bereichs notwendig ist?

8. Regel: Halten Sie Ergebnisse schriftlich fest

Damit Sie beim nächsten Gespräch an die Inhalte des Entwicklungsgesprächs anknüpfen können, sollten Sie die Ergebnisse schriftlich festhalten. Die Gesprächsnotiz heften Sie in der persönlichen Akte des Kindes ab. Sprechen Sie im Team über ein einheitliches Vorgehen bei Entwicklungsgesprächen. Die Schritte, an die sich alle Kolleginnen dann halten sollten, nehmen Sie in Ihre Konzeption mit auf. So gewährleisten Sie eine gute Prozessqualität in der Arbeit mit Eltern und
Kleinstkindern.
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