Pantomimische Rollenspiele


09.01.2018
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Ob an Fasching / Karneval oder im Rollenspiel – Kinder lieben es, in neue Rollen zu schlüpfen und sich darin auszuprobieren. Im Spiel können sie jede Rolle einnehmen. Sie können nachempfinden, wie sich ein Ritter fühlt, oder sie können eine verspielte Katze darstellen. Auch Feuer oder ein wilder Sturmwind können im kreativen Spiel ausgedrückt werden.

Solch ein darstellendes Spiel macht Kindern sehr viel Freude. Es lässt sie aber auch neue Aspekte ihrer Persönlichkeit kennen lernen und ausprobieren. Sie können den Kindern mit einem pantomimischen Ausdrucksspiel jederzeit ohne großen Aufwand die Möglichkeit geben, sich im Spiel zu entfalten. Lange Vorbereitungen, Texte einüben oder die Furcht, etwas falsch zu machen, entfallen dabei. Denn die Kinder spielen frei zu einem Text, den Sie lesen oder frei vortragen.

Pantomimisches Ausdrucksspiel ist pure Lust am Spielen

Ein pantomimisches Ausdrucksspiel lebt, im Gegensatz zum eingeübten Theaterstück, von der spontanen Lust am Spielen. Das Spiel ist Selbstzweck, daher kommt es auch ohne Zuschauer aus. Jedes Kind spielt für sich – zur eigenen Freude. Richtig oder falsch gibt es nicht. Ebenso wenig konkrete Spielanweisungen von einem Regisseur. Im Ausdrucksspiel darf sich jedes Kind seine Rolle selbst aussuchen. Wenn mehrere Kinder eine Rolle gerne spielen möchten, können Sie diese mehrfach besetzen. Sie selbst übernehmen die Rolle des Erzählers und sprechen den Text, zu dem die Kinder spielen. Im Folgenden sehen Sie, was Sie zum Ausdrucksspiel benötigen und wie sich der Spielverlauf darstellt.

Das wird gebraucht

  • Decken und Kissen
  • Viele verschiedene Tücher und große Stoffe
  • Requisiten, wie Hüte, Taschen und Schmuck
  • Wäscheklammern
  • 1 Gong, Triangel o. Ä.

So führen Sie die Kinder durch das Spiel

  1. Zu Beginn stellen Sie das Thema vor, zu dem die Kinder anschließend spielen werden. Das könnte ein kleines Rollenspiel sein (siehe gegenüberliegende Seite: „Vom Wachsen der Sonnenblume“), eine Geschichte oder ein Bilderbuch (z. B. „Wo die wilden Kerle wohnen“ von Maurice Sendak) oder auch ein Gedicht (z. B. „Der Wind“ von Josef Guggenmos).
  2. Wenn das Thema vorgestellt wurde, darf sich jedes Kind eine Rolle im Spiel aussuchen. Dabei sind Mehrfachbesetzungen möglich. Auch können Kinder die Rolle eines statischen Gegenstandes, z. B. eines Steins, wählen oder einfach nur zuschauen.
  3. Nun verkleiden sich die Kinder mit Hilfe der Stoffe, der Requisiten und der Wäscheklammern für ihre Rolle. Wenn nötig, können an dieser Stelle auch kleine Umbauten, z. B. das Gestalten einer Höhle oder eines Baumes, aus Tischen, Stühlen, sonstigem Mobiliar und Tüchern stattfinden. Nun besprechen Sie kurz den Spielverlauf und die Kinder suchen sich eine Position im Raum, von der aus sie spielen möchten.
  4. Wenn das Spiel beginnen kann, signalisieren Sie dies durch das Anschlagen des Gongs. Ist der Ton verklungen, beginnt das Spiel. Dazu lesen Sie den Text langsam vor. Lassen Sie genügend lange Pausen, damit die Kinder frei dazu spielen können. Das Ende des Spiels zeigen Sie wieder durch den Gong an.
  5. Zum gemeinsamen Abschluss treffen sich alle Mitspieler wieder im Kreis. Nun darf jedes Kind erzählen, was es selbst erlebt und gefühlt hat.

Im Vordergrund dieses zweckfreien Spiels steht stets das eigene Erleben jedes Kindes. Im Zusammenspiel mit anderen werden aber Fähigkeiten, wie nonverbale Kommunikation, Einfühlungsvermögen, Kreativität und Toleranz, geübt. Durch den äußeren Rahmen des Spiels entsteht ein geschützter Raum, in dem sich die Kinder ohne Versagensängste und Furcht vor Kritik ganz ihrer Fantasie und ihren Gefühle überlassen können.

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