Projektidee für die Kita: Das Wetter erleben


09.11.2016
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Wann erleben die Kinder eigentlich noch das Wetter? Warm eingepackt durch Pfützen springen und mit der Zunge die ersten Schneeflocken fangen … Das erleben Kinder, die oft mit dem Auto gefahren werden und den Spielplatz nur bei „schönem“ Wetter besuchen, oft gar nicht mehr. Deshalb wird es höchste Zeit, dass Sie mit den Kindern das Wetter wieder erleben – hautnah und mit allen Sinnen! Mit diesen Ideen wird daraus ein spannendes Projekt für die Kita, das Sie mit der ganzen Gruppe durchführen können.

 

Schritt 1 zum gelungen Projekt: Das Wetter sammeln

Welches Wetter kennen die Kinder? Sammeln Sie zum Start Ihres Projektes Wettererscheinungen, die die Kinder kennen, z. B. Sonnenschein, Wind, Sturm, Gewitter, Schneefall. Dann malen die Kinder für jedes Wetter ein entsprechendes Symbol. Geben Sie dafür bereits eine Größe vor, z. B. 15 x 15 cm, dann können Sie diese Symbole später für Ihre Wetterkarte verwenden.

Gehen Sie während des Projektes ganz bewusst bei jedem Wetter nach draußen, und ermuntern Sie die Kinder, das Wetter mit allen Sinnen zu erfahren,
z. B. œœRegentropfen oder Schneeflocken mit der Zunge auffangen, œœeinmal barfuß über Raureif rennen, œœim Regen tanzen,  œœdurch Pfützen springen oder œœAtemwolken hauchen.

 

Wichtiger Hinweis: Informieren Sie die Eltern vor dem Projektstart über Ihre Pläne. So können sie mithelfen, indem sie ihre Kinder für jedes Wetter ausrüsten.

 

 

Lassen Sie die Kinder während des Projektes das Wetter messen

„Puh, ist das kalt draußen!“ Aber wie kalt genau? Die älteren Kinder in Ihrer Kita haben großes Interesse daran, zu messen, Zahlen zu schreiben, und zu vergleichen. Nutzen Sie dies für Temperatur- und Regenmessungen. Dazu brauchen Sie ein Thermometer und einen Regenmesser, bei denen jeweils die Skalen
für die Kinder gut abzulesen sind. Wie Sie Ihr Thermometer und den Regenmesser exakt aufstellen, sehen Sie in der Checkliste.

 

Checkliste: So hängen Ihre Messgeräte für das Wetter-Experiment richtig

Thermometer:

  • œœschnell zu erreichen?
  • œœUntergrund ist nicht befestigt, am besten mit Gras bewachsen?
  • œœschattig?
  • œœwitterungs- und windgeschützt?
  • œœSkala auf Augenhöhe der Kinder abzulesen?

Regenmesser:

  • œœschnell zu erreichen?
  • œœAbstand zu Bäumen oder Gebäuden?
  • œœkeine besondere Windexposition?

Nun legen Sie einen Zeitpunkt um die Mittagszeit fest, zu dem täglich das Thermometer abgelesen und der Regenmesser kontrolliert wird. Das können
Sie entweder mit der ganzen Gruppe tun, oder Sie legen für jeden Tag verantwortliche Kinder fest, die diesen Dienst übernehmen.

 

Erstellen Sie mit den Kindern eine Wetterkarte

Neben den Sinneserfahrungen und den Wetterdaten werden die Kinder jetzt ganz konkret zu Wetterfröschen. Dabei entsteht eine eigene Wetterkarte, mit der die Kinder die entsprechenden Daten eintragen und vergleichen können. Dazu brauchen Sie:

  • œœhelles Tonpapier DIN A2
  • œœ1 Klebestift
  • œœ1 Schere
  • œœmehrere Kopien der Wettersymbole
  • œœ1 schwarzen dicken Filzstift
  • œœ1 30-cm-Lineal
  • œœ1–2 cm breite und 20 cm lange Streifen aus rotem und blauem Papier

 

Unterteilen Sie das Tonpapier in 5 gleichmäßige Längsstreifen und 3 Querstreifen, bei denen der mittlere Streifen doppelt so breit wie die beiden anderen sein sollte.

Die 5 Längsstreifen stehen für die Werktage. Schreiben Sie ganz unten jeweils Montag bis Freitag mit dem entsprechenden Datum auf. Darüber wird die Regenmenge, in dem mittleren größeren Feld die Tageshöchsttemperatur eingetragen und in das obere Feld das passende Wettersymbol geklebt. Damit
sich die Kinder unter den Zahlen, die die Temperatur und die Regenmenge nennen, eine Größe vorstellen können, drücken Sie diese mit den roten  (Temperatur) und den blauen (Regen) Streifen aus. So entsteht ein Säulendiagramm, in dem sich die Kinder schnell orientieren. Die Maßeinheit für die Temperatur ist 1 cm pro Grad Celsius. Das können die Kinder am 30-cm-Lineal abmessen und den Streifen dann entsprechend abschneiden, z. B. 11 cm für 11 °C. Die Maßeinheit für die Regenmenge wählen Sie Ihrem Regenmesser entsprechend.

 

Mit der Wetterkarte vergleichen und bewerten

Jeden Tag werden jetzt neben der Wetterbeobachtung die Temperatur und die Regenmenge gemessen. Kleben Sie mit den Kindern die Streifen in der entsprechenden Länge und das aktuelle Wettersymbol auf. Schnell werden die Kinder feststellen: „Heute ist es kälter als gestern.“ Oder: „Am Mittwoch hat es das meiste Wasser geregnet.“ Je nachdem, wie lange Sie diese Wetterkarte weiterführen, können Sie auch Rekordtage ablesen, z. B. kältester oder trockenster Tag der Woche.

 

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Das sagen unsere Leser

Ich bin von „Praxisgestaltung in der Kita“ begeistert. Der Dienst ist für mich eine riesen Arbeitserleichterung.

Frauke Schmidt, Flensburg


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